Na dann is ja praktisch, dass ein Teil meiner Hunde so reizoffen war bzw. ist, dass ich vom Stadtrand ins Dorf ziehen musste und selbst hier gerade die beiden freakigen E's noch zu kämpfen hatten.
Wieso ist das praktisch?
Weil siehe mal guck und staune: es gibt Hunde, die sind selbst mit Dorfleben überfordert.
Und trotzdem können die das lernen, normal an der Leine zu laufen und den Belastungen stand zu halten.
Glaub mir, freiwillig hab ich mir den Aufwand bei den beiden E's mit Sicherheit nicht angetan.
Dass ich morgens gern durch die Pampa laufe, hat mit meinem Seelenheil zu tun. Ich hab tagsüber genug mit Hundehaltern, Fremdhunden und Sinneseindrücken zu tun, dass ich mir die erste Runde am Tag ganz gern als Auszeit gönne.
nicht immer möglich ist, bzw. man direkt eine sehr reizintensive Umwelt VOR der Haustür hat.
Na dann is ja praktisch, dass ein Teil meiner Hunde so reizoffen war bzw. ist, dass ich vom Stadtrand ins Dorf ziehen musste und selbst hier gerade die beiden freakigen E's noch zu kämpfen hatten.
Du sagst, es ist keine extra Übung - ist es aber doch, wenn es an "kurze Leine" gekoppelt ist und x Minuten dauert davor und danach findet demnach was anderes statt. Alles andere würde ja auch keinen Sinn machen, weil ein Hund nicht von Anfang an z.B. 2 Stunden bei dir von zuhause über Kundenbegleitung bis zuhause am Stück direkt leinenführig laufen wird.
Also: meine Hunde lernen es so: die kurze Leine kommt dran, wann immer ich es will. Ich leine an, ich leine ab. Das kann dann auch mal so aussehen: Anleinritual, 5 Schritte gehen, dabei das Schlappen belohnen, ableinen, weiter gehen. Paar Minuten später wieder anleinen, nen paar Schritte gehen& Schlappen belohnen, ableinen....
Und dann kommt die innere Einstellung: es ist kein Training/Übung: sondern einfach machen.
Im Haus/Garten/draußen beim Gassi...
Tatsächlich nicht nach "ich übe jeden Tag x Minuten Leinenführigkeit" oder "oh, wir müssen noch da und da üben"
Es wird nicht gezogen, ist sehr schnell etabliert. In reizarmer Umgebung sitzt das dann, egal wie lange.
Und dann pack ich eben die Reize oben drauf. Je nach Laune/Event ist dann eben die Dauer.
Die 5 Minuten sind Beispielhaft. Ich guck da ehrlich gesagt nicht auf die Uhr, sondern nach dem, was der Hund mir gibt.
Aber wenn es nur um die Etablierung in anderen Umgebungen geht, dann findet davor und danach nix Anderes statt: gezielt hinfahren, Leinenführigkeit, wieder nach Hause. Weil ich eben genau da kein Wischiwaschi will.
(Wie gesagt, ich bin da sehr penibel)
Natürlich gibt's auch ne lange Leine, aber bei der langen Leine bin ich ähnlich genau, ebenso wie im Freilauf. Sowohl lange Leine als auch Freilauf sind hier von Anfang an mit der Etablierung von Regeln verbunden, wie ich es später haben möchte.
Bei allen Formen achte ich drauf, dass ich mir da am Anfang keine Stolpersteine lege, wie z.B. dass Hundi lernt, dass der Arm erst einmal länger wird und dann noch nen Ausfallschritt kommt, bevor die Leine zu Ende ist und das Hundehirn merkt, dass die 1Meter Leine ja 2 Meter+1Hüpfer lang ist.
Es ist einfacher, später Grenzen aufzuweichen, als die Freiheit irgendwann einzuschränken, wenn der Hund sich schon dran gewöhnt hat und/oder dann mitten im Hormonschub die Synapsen durchbrennen.
01.Januar 2019:
Das war Eggis erste kurze Leine, 3 Tage nach seinem Einzug:
als Ablenkung meine anderen Hunde im Freilauf drumherum, in einem für ihn völlig neuem Gebiet: ich fange also nicht bei 0 Reiz und 0 Ablenkung an.
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Eine Servicerunde hat hier 30 Minuten, inklusive Abholen und Heimbringen.
Macht also so rund 25 Minuten Spaziergang.
Davon führt der kleinere Teil durch Wohngebiete, grob geschätzt- je nach Ort: hin-&Rückweg je 5 Minuten.
Die restlichen 20Minuten sind wir dann an Feldern und im Wald unterwegs.
Ab und an haben wir auch mal Stadtparkrunden dabei, die aber eher selten.
Ich seh zu, dass ich die Tage mal in die Stadt fahre und nen Video drehe. Ich denke, Fußgängerzone kommt wohl von den Reizen dem am Nächsten, was hier im Thread so als Anforderung gilt.
Ich nehme nicht an, dass Du auf Flooding anspielst
Gott bewahre, nein!
Du musst das auch in keinster Weise begründen, warum, wieso und überhaupt.
Ich bin bei meiner Bekannten nur immer wieder fasziniert, was sie als Pflegestelle und bei Seminaren erreicht und wie aus den Angsthasen kleine Ronja Räubertöchter werden.
Da liegen innerhalb eines Monats zum Teil Welten zwischen.
Es gibt ja zum Glück mehr, als nur Generalisierung (was, je nach Herkunft des Hundes auch nicht unbedingt dem Überleben Zweckdienlich wäre).
Deprivation ist ja noch mal ne andere Nummer als Angst und ist leider viel mehr als nicht generalisieren können.
Apropos Generalisieren:
Der kleine Mann letztes Jahr das erste Mal aufm Hundeplatz. Kennt er nicht, hatten wir bis dato nicht gemacht. Menschen und Hunde sind doof, aber er bleibt cool.
Phonhaus Gewöhnung kann ein Freund, aber auch ein Feind sein.
Wie meinst Du das? Denkst Du, wir haben uns an unsere „Krücke“ gewöhnt?
Wäre jetzt Glaskugel gucken.
Das Prinzip Gewöhnung funktioniert in beide Richtungen. Hund kann sich dran gewöhnen, Reize auszuhalten, aber auch Reize nicht aushalten zu müssen oder immer einen sagen wir mal x beliebigen Sicherheitsabstand einhalten zu können.
Angst ist manchmal sehr schwer auszuhalten. Für alle Beteiligten.
Hast du zufällig schon mal wo was zum Entspannungssignal geschrieben? Das würde mich interessieren
Puh, nicht, das ich wüsste.
Weil das Entspannungssignal ja durch die vielen kleinen Dinge bei "meiner" Leinenführigkeit etabliert wird. Das ist in dem Sinn kein eigener Schritt.
Leinenführigkeit ist bei mir z.B. keine extra Übung. Wenn die kurze Leine dran ist, ist die locker - immer.
Was ich aber für die Generalisierung mache: zum Baumarkt, in die Fußgängerzone, zum Hundeplatz von Bekannten während der Trainingszeiten, zum Wochenmarkt, Samstags Rewe Parkplatz, xyz. fahren: Hund ausladen, Signal, je nach Können 5-....... Minuten neben mir herschlappen, wieder einladen, heim fahren. Fertig.
Ansonsten noch als Figurant im Hundebegegnungstraining zur Verfügung stehen, Trainer Workshops/Seminare, Ausstellungen....
Bin ich da mitm Status zufrieden, geht's das erste Mal mit in den Service.
Sprich: im Auto durch die Gegend fahren, 5 Minuten im Auto warten, während ich den/die Servicehunde raushole, dann ausgeladen werden, mit fremden Hunden ohne Kontaktaufnahme an lockerer Leine die Runde dort mitlatschen (oder auch frei, je nach Kombi/Ort/Hund/Können), wieder eingeladen werden und kurz warten, bis ich die Hunde wieder abgeliefert habe.
Phonhaus Gewöhnung kann ein Freund, aber auch ein Feind sein.
Ich erwarte von einem Eggnog, der Menschen schei.... findet, in der Fußgängerzone nicht die gleiche Tiefenentspannung wie bei Hazeli.
Aber: ich verlange, dass er runter fährt, sich zurücknimmt und entspannt mitläuft.
Charakterlich liegen zwischen beiden Hunden Welten und sowas wie Stadt ist derzeit für mich i.d.R. mit Aufwand verbunden, d.h. eine Gewöhnung so wie bei Hazeli, ist beim Nog nicht ganz so easy herstellbar.
Von der Angsthündin im Service habe ich natürlich am Anfang nicht die gleichen Dinge gefordert, wie von den anderen Hunden des gleichen Haushaltes.
Bei der Angsthündin ging es dann um solche Dinge wie: keine Todesrolle und Flucht ist auch keine Lösung, nur weil eine Autotür zuschlägt, 4 Beine sind zum Laufen da, man muss sich nicht flach auf den Boden drücken und es ist immer eine gute Option, zu mir zu kommen.
Und ja, die Arbeit im letzten halben Jahr zahlt sich aus. Sie läuft den Großteil der Strecke inzwischen wirklich entspannt, drückt sich nicht mehr an Hauswänden lang und sucht den Kontakt bei mir, wenn sie doch was gruselt (wie Laubbläser, Müllabfuhr etc. Und nachdem wir jetzt die grundsätzlichen Dinge haben, geht's an die Feinheiten.
- Es darf geschnüffelt werden, aber nicht erwartet werden, dass ich warte
- neben oder hinter mir is egal
- vorne: wer mit Freiheit umgehen kann, darf laufen, wo er will - auch vorne
- gerne darauf aufmerksam machen, wenn von hinten was kommt
- Anzeigen, wenn ihnen irgendwas komisch vorkommt
- Krieg einfach mit, was ich mache
Die sollen ihre Umwelt sehr wohl wahrnehmen, nur eben
- Kein Glotzen
- Kein "lass mich, ich will mich da jetzt reinsteigern"
- Kein Markieren
Das selbständige Abwenden von Reizen wird gerade bei den Glotzern etabliert, bei den Nervsäcken wird das einfach entspannt neben mir herschlappen belohnt.
Kommando gibt's nicht. Und die lockere Leine gibt's dann quasi gratis oben drauf.
Kommt natürlich drauf an, was und wen ich da gerade an der Leine habe, nen Welpe ist halt was Anderes, als nen Angsthund und nen Angsthund ist was Anderes als nen Hund mit Beißvorfällen und nen Doggenrüde, der Gewicht und Masse gegen das andere Ende der Leine einsetzt, ist noch mal was Anderes, als nen Zwergpinscher.
Da ist dann je nachdem der Aufbau und z.T. das Regelwerk unterschiedlich.