Zitat
BieBoss: ....... Aber wie würdest du vorgehen, wenn sie andere Kommandos, wie "Platz" oder "Geh in deine Box" ignoriert? Irgendwo wurde schonmal die Hausleine genannt, um sie in die Box zu führen ... Aber bei Platz bzw. Bleib wird es schon schwieriger.
Ich möchte keine Gewalt anwenden (müssen), um meinen Hund ins Platz zu drücken etc.
Hier würde ich in der ersten Zeit ein Kommando nur dann geben, wenn der Hund wenig abgelenkt ist (ansonsten draußen erstmal Leine, wenn Du nicht ein Gelände hast, wo Du sie bedenkenlos laufenlassen kannst, zB eingezäunt), und in einem Ton, der deutlich macht, daß Du "Widerspruch" jetzt nicht für angebracht hieltest *gg.
Außerdem sehe ich meinen Hund bei einem Kommando, bei dem ich nicht sicher bin, ob es ausgeführt wird, so lange an (evtl. auch gaanz leicht in seine Richtung geneigt, als wolle ich notfalls auf ihn zugehen, um das Kommando durchzusetzen), bis er wegguckt und es macht.
Du kannst auch z.B. ein-zwei Schritte frontal auf den Hund zugehen, wenn er nicht sofort folgt. Das signalisiert ihm, daß Du bereit bist, das Kommando durchzusetzen, Du brauchst aber trotzdem keine Gewalt anzuwenden oder fünfmal das Kommando zu geben..... Bei mir hilft´s auch, wenn ich mich dabei vernehmlich räuspere - da springt er sofort, das ist so sein "Hopperla, etz wird sie ernst "-Signal.
Oder Du arbeitest mit Geräuschen (Schlüsselklappern, Händeklatschen o.ä.), damit der Hund die Aufmerksamkeit auf Dich richtet, und gibst nach dem Geräusch erst das Kommando, weil er dann dafür aufnahmefähig ist - besonders in "ich buddel-gerade"-Situationen, wo er sehr abgelenkt wirkt.
Beim In-Die-Box-Schicken genauso: körpersprachlich schicken, d.h. stell Dich so, daß Du ihr mit dem Körper den Weg weist (also nicht frontal vor den Hund, wenn die Box hinter Dir steht, weil Du sonst den Weg versperrst), dazu mit Arm und Hand, die Richtung weisen, UND die Box ansehen. Wenn Du dabei in die falsche Richtung kuckst, tut´s der Hund auch - und macht erstmal nix, weil er verwirrt ist - hierhin zeigt sie, dorthin guckt sie - was soll ich tun..... Sollte er darauf nicht reagieren, dann kannst ihn tatsächlich an der Hausleine nehmen und hinführen. Ich denke, nach einigen wenigen Malen wird sie´s kapiert haben, daß Du Dich da durchsetzt.
Beim Bleib kannst Du auch erstmal auf niedrigem Niveau üben - paar Schritte weggehen, mit dem Körper abblocken (frontal zum Hund, Handinnenseiten entgegenstrecken, sobald er mit der Wimper zuckt oder mit dem Kopf hochgeht zum Aufstehen), dazu ein NEIN. Überlegt er sichs anders und bleibt daraufhin, gehst Du zu ihm uns bestätigst, gibst ihn gleich wieder frei.
Wenn das sitzt, kannst mal etwas länger wegbleiben, ein paar Schritte mehr gehen, oder Dich 5 Minuten aufs Sofa setzen (dabei den Hund nicht fortwährend ansehen, am besten Buch nehmen und schön "unbeteiligt" aussehen), nachdem Du das Kommando gegeben hast - immer nur kleine Aufgaben und langsam steigern. Macht er in dem Moment Anstalten, aufzustehen: sofort vom Sofa aufstehen, frontal zum Hund drehen, NEIN und wieder abblocken. Irgendwann wirds reichen, wenn Du so tust, als wolltest Du aufstehen, später wird es reichen, einfach nur das Buch auf die Seite zu legen und "sprungbereit " zu signalisieren oder gar einfach nur einen Blick in ihre Richtung zu werfen.
Dann kannst mal KURZ das Zimmer verlassen, nach dem Teekessel gucken oder so (dabei mit den Ohren immer beim Hund, damit Du ein Aufstehen wahrnehmen und darauf reagieren kannst), dann auch mal etwas länger (Plausch mit dem Mann/dem Kind/dem Nachbarn) - aber immer mit Ohr beim Hund, damit ein evtl. Aufstehen nicht kommentarlos hingenommen und damit indirekt bestätigt wird.
Wenn das alles klappt, kannst mal austesten, wie der Hund reagiert, wenn Du, während er liegt, mit der Familie herumkasperst, oder mal um den Tisch herumhüpfst (als Ersatz-Test für "Action wenn Besuch da ist") ;-)
Also wirklich gaaanz klein anfangen, dann wird es Dir auch kaum passieren, daß der Hund erst die Gelegenheit hat, was falsch zu machen - so mußt Du nicht massiv eingreifen, weil Du´s vorher verhindern kannst.
Schafft der Hund eine Übung mal nicht, sieh es als Lehre: zu dem Moment/an dem Tag war dann die Anforderung zu hoch. Bring ihn weider an den Platz zurück, von dem er aufgestanden ist, und schraub wieder die Dauer/ Ablenkung/ Schwierigkeit zurückschrauben, damit hier nicht bei Hundi ankommt, daß er nur oft genug probieren muß, bis er wieder tun kann, was er will.
Im Übrigen denke ich, der Hund kann ja schon Vieles, es geht ja nur darum, ihm jetzt zu zeigen, daß Du wieder darauf bestehst, daß er Kommandos auch umgehend ausführt. Insofern reichen auch die kleinen Übungen, um Deine Konsequenz zu zeigen, er wird relativ schnell verstehen, was die Uhr geschlagen hat, und dann wird sich das Ganze schneller einpendeln, als sich das hier in der "Schritt-für-Schritt-Anleitung" liest ;-) Ich schreibe es nur so ausführlich, damit Du mehrere Möglichkeiten zum Eingreifen/Üben parat hast, dann kannst Dir aussuchen, was Dir am ehesten liegt, und hast mögliche Reaktionen schon im Hinterkopf parat. Aber Du kannst damit auch evtl. die Ideen auf andere Situationen/Kommandos übertragen. Sind ja nur Beispiele.
Ganz wichtig beim Training wäre für mich ein Freigabe-Kommando: Ein Befehl wird so lange eingehalten, bis Du den Hund wieder laufen läßt. Ob das ein "Lauf" ist, oder Du "free" oder nur eine Geste verwendest, ist ja dabei egal. Dann wird´s der Hund irgendwann gar nicht mehr versuchen, das Kommando aufzulösen, weil er weiß, dieses gilt so lange, bis das nächste Kommando oder die Freigabe von Dir kommt. Nur dann wird der Hund lernen, daß nicht ER das Kommando irgendwann auflösen darf. Natürlich nicht vergessen, den irgendwann wieder laufenzulassen, bevor er angewachsen ist.... 
Wenn Du das konsequent umsetzt daheim, wirst Du auch später, falls Du mal eine BH laufen willst oder so, nicht erst mühsam trainieren müssen, daß SITZ eben NICHT heißt, hinsetzen und wegrennen, sondern der Hund wird sich setzen und auch während Du zu ihm zurückläufst, sitzen bleiben, bis Du ihn wieder ins Fuß nimmst. Auch mit der Ablage gibt´s dann gar keine Probleme mehr.
So - jetzt viel Spaß beim Ausprobieren, worauf Dein Hundi am besten "anspringt"! Wenn Du noch Fragen hast - ich versuche gerne zu helfen.
LG,
BieBoss