Strawberrydrop hatte ja Pferde angeführt. Da gibt es welche, die bleiben sofort stehen, wenn sie merken, der Reiter da oben gerät in Schwierigkeiten. Und dann gibt es die Kandidaten, die einem noch den letzten Schubser geben, damit man auch ganz sicher schnell unten liegt 
Das kommt auf den Hund an, und die Situation. Empathie, zu merken, wenn jemand "schlecht drauf" oder hilflos ist in dem Moment, hat bestimmt jeder Hund. Aber je nach Hund und Rasse und Situation entscheidet dann das Individuum über "stehenbleiben" oder "schubsen" *gg
War mal bei ner Freundin vor -zig Jahren. Die hatte nen Goldie. Als es mir nach ner heißen Nacht gottenschlecht ging, kam der, legte sich fürsorglich auf mich, wärmte mich, putzte mich (danke auch
), und zeigte da voll die Empathie.
Wenn mir daheim schlecht geht: Biene geht ins Eck und wartet, daß ich wieder fit bin, weil - so kann man mit der ja nix anfangen. "Stirb allein, aber stör mich nicht". Die kommt dann nur noch, wenn ich mich Richtung Kühlschrank schleppe.
Bossi legt sich daheim (!) zu mir und hält Körperkontakt, sehr niedlich.
Aber wehe, mir gehts grottenelend und ich muß Gassi - dann ist Bossi der Erste, der das merkt, und "sein Ding" macht. Der Rückruf ist plötzlich vergessen, Nichtjagen ein unbekanntes Konstrukt. Wenns mir schlecht geht, tendiert er unterwegs also eher dazu, das auszunutzen, ist also Typ "schubsen". Terrier halt
.
Casanova würde sich dazulegen, auf Hautkontakt, der klebt sehr an mir. Aber draußen mit Sicherheit dann komplett bei Hundebegegnungen eskalieren, weil ihm mein Schutz fehlt, wenns mir schlecht geht. Auch er hat also mehr als genug Empathie, zu merken, WIE es mir geht.
Faro würde sich in die Nähe legen und einfach "da sein" daheim. Unterwegs bin ich mit dem extrem vorsichtig, halte lieber zu viel als zu wenig Abstand zu andren Leuten, da ich nicht austesten möchte, ob er Typ "schubsen" ist. Ich geh davon aus, weil ihm unterwegs die Führung durch mich fehlen würde, das würde ihn verunsichern, und er sich wieder versuchen, selbst zu verteidigen. Daher geh ich mit ihm tatsächlich bei "todsterbenskrank" (also Männergrippe und so) lieber in den Garten für 1-2 Tage, als daß draußen was passiert.
Die Terris sind da echt so unterwegs, daß jede Unaufmerksamkeit schamlos ausgenutzt wird - fürs Pöbeln (Casanova) oder Schnappen (Faro) oder Jagen (Bossli). Allerdgins zeigt mir das, daß die Empathie so weit geht, daß sie in jedem Moment wissen, OB ich bei ihnen bin. MIch also IMMER im Hinterkopp haben. Weil in der Sekunde, wo ich net aufpaß, geht´s los..... *g Weiß aber grad net, ob ich mich über so viel Aufmerksamkeit freuen sollte......
Daher behaupte ich: JEDER Hund hat die Epathie, erkennt, wenn ein Andres Lebewesen sich nicht gut fühlt oder schutzlos ist. Schließlich sind die Meister im Lesen von Körpersprache! Aber es ist halt die Frage, ob er darauf mit Schonung reagiert, oder mit Ausnutzen. Und es spielen mit Sicherheit bisher gemachte Erfahrungen, Rasseveranlagungen, Erziehung, Erlebnisse und die jeweilige Situation mit rein, wenn Hund sich für eine Reaktion entscheidet. Selbst der impulsivste Hund hier kann lernen, daß Kinder tabu oder mit Vorsicht zu behandeln sind. Und wird das in meiner Gegenwart dann auch tun. Aber man muß das halt auch zeigen, beibringen, entsprechendes Verhalten fördern oder begrenzen, steuern etc. Weil pauschal "keinem was tun" wird sicher kein Hund, wenn man das nicht beigebracht hat. Warum sollte er?
Und wenn man das dem Hund nicht beibringt: Wenns dem Hasen heute schlecht geht, heißt das für den Hund nur eines: es gibt was zu Mittag. Oder meinst, der kocht dem dann Kamillentee? Ist also nicht unbedingt natürlich und vorprogrammiert, das Verhalten, den Andren dann zu schonen. Und auch da: hätte er nicht die Empathie, zu merken, daß es dem Hasen nicht gut geht, würd er´s vielleicht gar nicht erst versuchen.
In meinen Augen ist die Frage auch falsch gestellt. Es geht bei Empathie darum, ob er es MERKT, wenns dem Gegenüber schlecht geht. Und das KANN er auf jeden all. Ob das Opfer dann geschont/geschützt wird, ist sicher ne Sache mehrerer Faktoren (Herdenschutzhund beschützt Kinder der Familie sicher eher von sich aus, als andere Rassen). Und Schutzbedürftigkeit - das ist glaub eher ein menschliches Konstrukt und hat mit Moralvorstellungen zu tun: X ist sehr empfindlich/wertvoll/alt/zerbrechlich, das muß geschützt werden. Ist also eher Definitionssache. Und "entsprechend rücksichtsvoll" würde bedeuten, daß der Hund dieselbe Moralvorstellung besäße wie der Mensch. Und integriert hätte, daß alles, was als "schutzbedüftig" erkannt wird, geschont werden sollte. Was nicht sinnvoll wäre, siehe Beispiel Hase - dann wär der Hund in seiner Geschichte längst verhungert.
Also: er KANN sich einfühlen, aber wie er dann reagiert ob er extra vorsichtig ist, das ist Lernsache.