Beiträge von BieBoss

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    Und wie! Ist echt super! Solltest dir mal überlegen einen Blog für Anfänger zu schreiben "Frag BieBoss" oder so :D echt schön.

    Kleiner OT: sag mal.. das mit den 5 Min/Monat.. wie lang zählt das? Also, wie alt muss der der Hund sein, bis man nicht mehr so drauf achten soll? Ich war gestern mit einem ehemaligen Pflegling draußen... haben andere Hunde getroffen und hatten 2 Stunden Spaß...und heute humpelt er. Habe ich ihn überlastet oder kann es sein, dass er einfach nur gestolpert ist? (ging teilweise recht wild zu)

    Danke für die Blumen ;-)

    Ja, so n Blog wär schon was, so für die Knowledge Base oder so - allerdings ist sowas halt auch recht zeitaufwendig, denn das will ja gepflegt werden... Aber Spaß machen tät´s schon..... Aber abgesehen davon, ich schreib ja hier doch recht viel, und wenn wer was fragen will, weil er meint, ich könnte helfen, kann man mich ja evtl. auch über PN mal anschreiben. ;-)

    Also, bis wann genau das zählt, kann man wahrscheinlich so pauschal gar nicht sagen. Geht ja nur darum, Überlastung zu vermeiden und hängt sicherlich von der Rasse/Größe des Hundes ab. Bei großwerdenden Rassen würde ich längeres gleichförmiges Laufen sichlich längere Dauer begrenzen als bei nem kleinen Hund, der mit 8-9 Monaten körperlich schon fast Endgröße erreicht hat. Denn die größeren Rassen wachsen halt länger, und das Skelett ist wahrscheinlich dann auch längere Zeit nicht so stabil wie bei nem kleinen Hund. Dann halt auch nicht von heute auf morgen gleich 20 Kilometer am Tag am Rad oder so... *gg

    Beim Spielen würde ich die Hunde demnächst einfach etwas beobachten - ein "normaler" Hund nimmt sich zwischendurch auch mal ein bißchen "Auszeit" und legt sich paar Sekunden hin, bevor´s weitergeht. Wenn nicht, mußt halt mal 5 Min. Pause verordnen, bevor´s weiter geht. Kann schon sein, daß das ein bißchen zu viel war, aber nen Dauerschaden wird das bestimmt nicht geben bei nur kurzfristiger/einmaliger Überlastung.

    Kann aber auch sein, daß er sich was gezerrt hat, verstaucht o.ä. (ist was geschwollen? Setzt er den Fuß weiterhin ein? Wird´s besser? Wenn nicht, evtl. mal nen Doc draufschauen lassen...). Wenns von alleine besser wird im Laufe des Tages, würde ich einfach nur etwas schonen, kurze Runden, kein Gerenne heute, evtl. bei Treppen runterwärts tragen) und schauen, ab wann er den Fuß wieder normal belastet. Wenns im Laufe des Tages nicht besser wird oder gar anschwillt, würd ich evtl. etwas kühlen und dann schonmal nen Arzt draufgucken lassen, nicht, daß was angeknackst ist oder so.

    Könnt aber auch Muskelkater sein, von der vielen Rennerei. Kann natürlich sein, wenn der Hund bisher noch nicht so lange Spielsequenzen kennt, daß die Muskeln/Sehnen noch nicht so weit aufgebaut sind, den Körper gut zu halten, wenns über längere Zeit geht. Wie wenn Du z.B. nie joggen gehst, und dann gleich mit 10 Kilometern High-Speed anfängst, und Dir dem Gefühl nach irgendwann die Beine wegkippen oder selbständig weiterlaufen wollen, sozusagen nimmer unter Kontrolle sind, zittern etc. Dann evtl. beim nächsten Mal nicht 2 Stunden toben lassen, sondern bißchen reduzieren, und die Spielzeit dann halt langsam über mehrere Treffs hinweg steigern (und dazwischen ausreichend Zeit zum Regenerieren einplanen, also nicht gleich jeden Tag toben gehen).

    Erstmal langsam - ich weiß aus Erfahrung bei meiner Schwester (deren Hund hat auch Epilepsie), daß bei Luminal erstmal ein Wirkstoffspiegel im Blut aufgebaut werden muß, das geht nicht von heute auf morgen, dauert ein bissel. In der Zeit kann es zu weiteren Anfällen kommen.

    Ihr Hund war über 2 Jahre anfallsfrei unter dem Medikament, danach kam hin und wieder ein Anfall, aber im Rahmen von mal stehenbleiben, etwas zittern, und nach paar Minuten wieder gut. Dem Kerle geht´s supergut, er ist jetzt 11 Jahre alt (Schäfermix), und hält mit meinem Bossi immer noch locker mit, was rennen und toben betrifft ;-)

    Wichtig ist halt: wenig Aufregung, Streß kann Anfälle verursachen, beim Impfen aufpassen, auch die können Anfälle auslösen (Verdacht, nicht erwiesen, glaub ich, aber meine Schwester hat´s bei ihrem auch so erlebt), und sie füttert auch getreidefrei, weil auch Getreide wohl im Verdacht steht, Anfälle auslösen zu können.

    EDIT: Hupps, ich seh grad, ich hab schonmal geschrieben ;-) egal, dem Kerle geht´s immer noch super, also laß ich´s mal stehn.... *gg

    Zitat

    :gut: BieBoss

    ich muss gestehen es macht richtig Spaß deine Beiträge zu lesen BieBoss! Treffender kann man es nicht formulieren und ich denke das ist für Usambaraveilchen eine super tolle Grundlage und Hilfestellung :gut:

    Dankeschön ;-) Das freut mich sehr, wenn ich wenigstens ein bißchen weiterhelfen kann ;-) Man macht sich dann die Mühe solcher "Romane" nicht ganz umsonst.... *gg

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    ......
    Hier läuft auch immer ein alter Jack Russel auf der Straße, die Autofahrer
    passen auf und die Hundebesitzer lassen ihre Hunde mitten auf der Straße
    toben.
    Toll finde ich das auch nicht, andererseits ist das maximale Freiheit.
    Wie soll ein Hund das sonst lernen...

    Wie ein Hund das lernen sol, daß er nichts auf der Straße zu suchen hat? Bestimmt nicht, indem Du ihn auf selbiger hemmungslos und ohne Leine laufen läßt.... *gg erstmal mit der Leine auf dem Gehsteig, und dann immer, wenn er runter geht, zeigen, daß Du das nicht möchtest, ganz einfach.

    Und ehrlich: ich laß net mal meine Hunde ohne Leine an der Straße. Biene ist 6,5 Jahre alt, hat Begleithundeprüfung zweimal bestanden, ist ausgebildeter Rettungshund und legt als solcher alle 18 Monate wieder ne unterordnungsprüfung hin, Bossi hat Begleithundprüfung, ist aber recht impulsiv.
    Frieda ist blind und terriertypisch ebenfalls recht impulsiv (hat aber keine Ausbildung), trotz ihrer 12 Jahre sehr impulsiv. Ehrlich, da braucht bloß mal irgendein Lärm die Hunde zu erschrecken, und sie springen im falschen Moment auf die Straße! Ne Fehlzündung, oder ein Auto, das irgendwo gegenfährt, irgendein Knaller, weil einer Geburtstagsparty damit feiert, ein Radler, der fast geräuschlos von hinten kommt, und dann auf einmal klingelt oder schimpft, das sind einfach laute Geräusche, die den Hund erschrecken können. Außerdem: ein Hund ist ein Tier, und Tiere sind grundsätzlich unberechenbar in ihrer Reaktion, weil Du in ihren Kopf nicht reinschauen kannst. Und wenn Du, nachdem Dein Hund überfahren auf der Straße liegt, siehst, daß auf der anderen Straßenseite ein Häschen hoppelte, ist´s zu spät. Dann weißt Du zwar, warum der Hund losrannte, aber tot ist er trotzdem....

    Ich hab vor 2-3 Wochen bei uns in ner 30er Zone ne tote Katze in einem Blutsee (!) liegen sehen, weil wer zu schnell gefahren ist, und die wohl auch unvermutet irgendwo losgeprungen sein muß. Glaub mir, sowas will man nicht sehen, den Anblick hab ich bis heute nicht vergessen. Wenn das einer meiner Hunde gewesen wäre - oh mein Gott, ich mag gar nicht weiterdenken..... (die von Dir so gepriesene "maximale Freiheit" für diese Katze hat sie mit ihrem Leben bezahlt - ob sie das so gewollt hätte??? Vielleicht wär sie lieber Wohnungskatze geblieben und hätte dafür länger gelebt.....Heute kann sie keiner mehr fragen....)

    Und wenn durch den Hund ein Autounfall passiert, und der Fahrer dabei verletzt wird, zahlst Du auch noch die Krankenhauskosten für den und sein Auto obendrein. Viel Spaß.... und Deine Versicherung holt sich das Geld bei Dir wieder (wenn Du überhaupt eine hast, ist sehr empfehlenswert), weil Du grob fahrlässig gehandelt hast, wenn Du nen Junghund, der neu bei Dir ist, nicht ausgebildet ist, und offenbar nicht hört, an der Straße ohne Leine laufen läßt.

    Abgesehen davon, diese Argumente bräuchte es gar nicht: Du hängst doch bestimmt an Deinem Hund und willst ihn noch ein Weilchen behalten, oder? ;-)

    Zitat

    ..... Ich vermute, wenn er nicht hören will, dann ist er nicht
    ausgelastet, deshalb meine ich, 2,5 Stunden sind für den schon das Minimum.

    Äh-Äh.... Einspruch. ;-) Ein Junghund, der noch dazu neu bei Dir ist, hat so viel zu lernen, und so viele neue Eindrücke, daß er die erstmal verarbeiten können muß. Das braucht Zeit. Insofern sind die genannten 2,5 Stunden draußen mit Laufen in meinen Augen eher schon zu viel als zu wenig. Wenn Du ihn müde kriegen willst, dann eher mit Kopf-Spielchen (Nasenarbeit, z.B. ne Handvoll Leckerli im Gras verteilen und suchen lassen, oder in der Wohnung verstecken), denn mit viel Laufen erreichst Du nur eines: daß er noch mehr Ausdauer kriegt, und Du irgendwann (nach Motto: die Geister, die ich rief, werd ich nimmer los") tatsächlich 4 Stunden am Tag rennen gehn mußt - und dann wird er immer noch net geistig ausgelastet sein ;-)

    Beim Welpen sagt man immer, max. 5 Minuten pro Lebensmonat am Stück, also bei nem 5monatigen Welpen (naja, Junghund) z.B. max. 25 Min. am Stück laufen. Gut, Du wirst die 2,5 Stunden nicht auf einmal laufen, sondern auf mehrere Gassigänge verteilt, insofern paßt das schon, bei längeren Strecken halt mal Pause machen, damit er nicht zu viel gleichförmige Bewegung am Stück hat, weil das einfach auf die Gelenke geht (diese Überbeanspruchung ist der Grund für diese Regel).

    Nicht vergessen: je mehr Eindrücke der Hund auf dem Spaziergang kriegt, desto eher kann er mal überdrehen (echt wie kleine Kinder, die müde sind, aber nimmer einschlafen können, weil überdreht, und dann plärren!), dann mußt ihn mit einer Pause wieder runterfahren. Denn in gestreßtem Zustand kann er nix lernen, und auch nicht gehorchen, dann braucht man sich über Nichtbefolgen von Kommandos nicht zu wundern - er kann das dann nicht, wenn er auf 180 ist. Wie ein Kleinkind, das sich auf die Bescherung an Weihnachten freut, aber dann vorher noch 2 Stunden in der Kirche stillsitzen muß, bevor´s endlich an die Geschenke geht *gg Da klappt´s auch net so wirklich gut mit dem Stillsitzen! ;-)

    Hey, Usambaraveilchen (süßer Name ;-) ),

    erstmal ruhig Blut.... ;-)

    Erstmal ist es doch wichtig, zu wissen, daß der Hund wichtige Dinge schon beherrscht.

    es ist vollkommen normal, daß ein Hund beim neuen Besitzer erstmal kleine Brötchen backt und sich von der besten Seite zeigt: immerhin weiß er ja net, inwieweit mit Euch gut Kirschen essen ist oder auch nicht, da sind sie immer eher mal handzahm. Und je mehr sie merken, ihnen geht´s da ganz gut, und haben das Gefühl, sie können einen einschätzen und brauchen keine Angst zu haben bei Euch (was ja an sich ein gutes Zeichen dafür ist, daß er sich erstmal wohl fühlt bei Euch!), desto mehr zeigen sie ihr wahres ICH und testen mal Grenzen aus. Einfach, um herauszufinden, was geht, wie weit sie mit einem gehen können.

    Will heißen, jetzt einfach ganz vorsichtig sein, immer darauf bestehen, daß ein Kommando ausgeführt wird. Sagst Du z.B. Sitz, und er macht´s net, bleibst einfach stehen, starrst ihn an (á la "Ich warte, mein Freund!!!"), und gibst ihm Zeit, sich zu setzen. Evtl. mal räuspern und wenn das net hilft, ein zweites Mal das Kommando, etwas strenger vielleicht (aber net 100 Mal, sonst lernt er, daß er beim ersten Mal nicht zu gehorchen braucht). Besser vielleicht noch, kurz mit dem Finger den Poppers antippen, damit er einfach merkt, Du bestehst auf der Durchführung des Kommandos. Bevor ein Kommando nicht befolgt wurde, gibt´s künftig eben für ihn kein Weitergehen, kein Leckerli, kein nix - sprich, er kommt einfach mit Nichtbefolgen von Kommandos nicht zum Ziel. Will er zu nem anderen Hund, darf er das - wenn er vorher Dein Sitz/Platz/Pfötchen- (oder was auch immer)-Kommando befolgt hat. So lernt er, daß Du auf nem Kommando bestehst und lernt, Dich ernst zu nehmen, und sich an Dir zu orientieren, weil er nur über Dich ans Ziel kommt. DU hast die "Macht", die Freigabe zu erteilen, daß er hin darf, DU bist der Schlüssel zum Erfolg für ihn, ohne Dich kommt er nicht hin zum anderen Hund oder wasauchimmer er grad wollte.

    Abgesehen davon, kennt er Dich ja seit 2 Wochen auch noch nicht allzu lange. Da muß auch erst eine Beziehung zu Dir wachsen, um auch das Vertrauen haben zu können, daß Deinen Kommandos nen Sinn haben. Sprich, solange Du für den Hund noch ein "Fremder" bist, warum sollte er Dir folgen? Meine Hunde befolgen auch kein Sitz-Kommando von "irgendwelchen Passanten". Daß der Hund jetzt zu Euch gehört, und Ihr künftig tonangebend seid (sein solltet *gg), das merkt er ja erst nach ner Zeit. Weil er längere Zeit bei Euch bleibt, und weil ihr Eure Kommandos durchsetzt. Und eine Beziehung entsteht auch net von heute auf morgen. Das passiert im Laufe der Zeit. Wenn Ihr immer berechenbar für den Hund seid, kann er Vertrauen aufbauen, wenn Ihr mit ihm spielt oder arbeitet (Nasenarbeit oder was auch immer), lernt Ihr Euch gegenseitig kennen und lieben, und so entsteht im Laufe der Zeit eine richtige Beziehung. Und dann orientert sich der Hund automatisch mehr an Euch.

    Dazu würde ich auch jeden Ansatz dazu, sich an Euch zu orientieren, bestätigen. Z.B. Blick zu Euch --> "Feiiiin!" quietschen, und wenn er dann sogar rankommt, Leckerli/Spieli rausziehen. Einfach, um ihm zu "verklickern", daß Ihr jetzt diejenigen seid, auf die er zu achten hat.

    Kommandos würde ich derzeit erstmal nur geben, wenn ich weiß, er wird sie befolgen, oder ich kann sie durchsetzen - damit gar nicht erst der Gedanke aufkommt, er können selbst entscheiden, wann er er Kommando befolgt. Spielt er grad mit nem anderen Hund, würde ich ihn erstmal nicht abrufen. Rennt er gerade zu nem anderen Hund, und Du weißt, der ist interessanter als Du, ruf ihn nicht, sondern geh hin, entschuldige Dich notfalls bei dem anderen HH, und nimm Deinen Hund wieder mit. Rennt Dein Hund aber gerade auf Dich zu, dann ruf ihn und bestätige ihn freudig, wenn er da ist. Sprich, wie ich´s in nem Buch gelesen habe: "Wenn Du 1.000,-€ darauf setzen würdest, daß Dein Hund jetzt kommt, dann ruf ihn ab!" Weil Du dann sichergehen kannst, daß das Kommando befolgt wird (er ist ja schon am Rennen), und nicht riskierst, umsonst zu rufen, ohne daß das Nichtbefolgen durch den Hund Konsequenzen hat, weil er gerade nicht mehr in Deinem Einwirkungsbereich ist. Wie beim Welpen halt: kommt er grad, dann Kommando und bestätigen, damit´s die richtige Verknüpfung gibt. Geht der Hintern schon fast ins Sitz von alleine, dann schnell SITZ dazusagen und sofort belohnen. So passiert es, daß er ne Zeitlang alle Deine Kommandos befolgt, und damit jedesmal Erfolg hat, weil´s von Dir bestätigt wird.

    Solange er das mit dem Rückruf austestet, würd ich ihn unterwegs an die Schlepp nehmen. Weil Du sonst keine Chance hast, ihn wiederzuholen, wenn er abhaut. Sprich, er rennt vielleicht weiter, wenn Du rufst, kann dies aber nur bis zum Ende der Schlepp tun. Dann holst die Schlepp ein (oder besser noch: läufst auf der Schlepp zu ihm), holst ihn zu Dir her, und sagst dabei KOMM. Wenn Du mit ihm zusammen wieder an der Stelle bist, von wo aus Du ihn gerufen hast, kannst weitergehen in die gewünschte Richtung, oder er kriegt die Freigabe, weiterzulaufen.

    Wichtig (den Fehler machen viele!): nicht immer, wenn Du ihn herrufst, nur noch an die Leine nehmen, heimgehen, oder so. Das hätte zur Folge, daß er verknüpft, wenn Du ihn rufst, ist grundsätzlich der Spaß vorbei. Infolgedessen würde er irgendwann überhaupt nicht mehr kommen, weil sonst ist ja der Spaß gleich vorbei, und Du hast künftig recht "lustige" Spielchen und Deine liebe Not beim Einfangen. Will heißen, Du rufst ihn anfangs zu 90 Prozent nur dann, wenn Du grad mit ihm spielen möchtest, rausgehen möchtest, ihm ein Leckerli reinstopfen möchtest etc., und max. 10 Prozent, um ihn anzuleinen und ein Spiel zu beenden. Zu Dir kommen muß toll sein! Und selbst dann würde ich, wenn er gekommen ist, erstmal ne Runde Leckerlis werfen für´s Kommen, oder etwas spielen (Zerrspiel o.ä.), bevor die Leinen an den Haken kommt, oder auch, sobald er angeleint ist, wenn Du sichergehen willst, daß er nicht wieder losrennt. Und evtl. dann auch für´s Anleinen loben, und freudig zusammen weitergehen. Nicht "So, Ende des Spiels, wir gehen heim!" von der Ausstrahlung her, sondern eher mit "Super, das war schön, jetzt gehen wir zusammen weiter!" im Hinterkopf. Dann wird das Anleinen und angeleint-Laufen auch positiv sein/bleiben.

    Du fragst:
    Was soll ich mit ihm üben? Er weiß doch, wie es geht.

    Klar - dann besteh einfach darauf, daß er das Geforderte auch macht, wenn Du sicher bist, er kann es.

    Ansonsten check bitte auch nochmal, ob Du evtl. in dem Moment zu viel von ihm forderst. Wenn ich z.B. mit meinem Jagdhund unterwegs bin, und fordere Fußgehen, während gerade ein paar nette Rehe auf der anderen Seite der Wiese spazierengehen, köööönnte es durchaus sein, daß meine Anforderung, Fuß zu gehen, ihn in der Situation "leicht" überfordert, obwohl er das Fuß an sich schon gut kennt, verstehst Du? Vielleicht ist die Ablenkung in dem Moment für den Hund noch zu groß, weil er etwas Aufregendes sieht, sodaß er das Rückrufkommando in dieser Situation gar nicht befolgen kann. Da mußt eben aufmerksam die Situation angucken - wo klappt´s, wo nicht, woran könnte es liegen. Wenn tatsächlich die Anforderung/Ablenkung zu groß ist, einfach nochmal nen Schritt zurückgehen, in ruhigerer Umgebung Kommando festigen. Ist der hund evtl. gerade unter Streß, weil der Lieblings-Freund entgegenkommt, kann er das SITZ vielleicht in dem Moment einfach vor lauter Aufregung nicht umsetzen.

    Wie alt ist der Kerle eigentlich, vielleicht kommt er auch grad in die Pubertät, das ist ja auch so ein Alter, wo sie noch zusätzlich ein bisserl antesten, was geht beim Halter.... Muß man auch berücksichtigen.

    Du schreibst:
    Aber ich kann ihn ja auch nicht einschüchtern, er soll ja selbstbewusst sein.

    Das siehst Du ganz richtig, bloß net einschüchtern. Respekt bekommt ein Hund, wenn Du Dich als verläßlicher Partner zeigst, immer souverän und ruhig reagierst, und immer Deine Kommandos durchsetzt. Wenn Du also berechenbar für den Hund bist, vorhersehbar. Wenn er weiß, Kommandos befolgen lohnt sich bei Dir immer, Nichtbefolgen wird von Dir nicht akzeptiert, dann bestehst Du auf Durchführung des Kommandos. Wenn er weiß, was von ihm verlangt wird, wo seine Grenzen sind (respektive Deine Grenzen, sprich, was läßt sie durchgehen, was nicht), und wenn Du eine klare Körpersprache hast, die ihn nicht verunsichert (weil sie nicht zum Tonfall paßt z.B., sprich, Du bist sauer, versuchst ihn aber mit Piepsstimme anzulocken - das merken die ganz schnell).

    Du schreibst:
    Jetzt liegt er unter meinem Tisch und ich habe gar keine Lust ihn zu streicheln.

    Hey, das ist ein Hund. Der weiß nicht, was er falsch macht, der macht das auch nicht mit Absicht. Es wird Deine Aufgabe in der nächsten Zeit sein, ihm zu zeigen, was Du von ihm möchtest, und was nicht. Das weiß er einfach noch nicht, insofern kannst Du ihm das nicht nachtragen.

    Die Devise heißt: erst dem Hund zeigen und beibringen, was Du willst (nicht auf´s Sofa, Sitzen vorm Fressen, oder fragen, bevor er auf´s Bett darf etc. - einfach Deine Hausregeln, wie auch immer Du sie künftig haben möchtest). Und erst, wenn er die kennt, kannst Du darauf bestehen, daß er sie befolgt, und ihn dann z.B. vom Sofa schicken, wenn er ohne zu fragen draufgegangen ist, o.ä.

    Wenn Du jetzt sauer bist auf ihn, kann er das überhaupt nicht verstehen, weil er ja nichts "verbrochen" hat in seinen Augen. Das wird ihn verunsichern, und das ist doch genau das, was Du nicht möchtest oder? Eine Strafe kann der hund max. innerhalb von 2 Sekunden richtig verknüpfen, wenn Du ihn im Liegen ignorierst, verknüpft er bestenfalls, daß es Dir nicht gepaßt hat, wo oder daß er jetzt liegt. Ist ja nicht das, was Du ihm damit sagen möchtest, oder? ;-)

    Also, gib Deinem Herzen in solchen Situationen einen Schubs, nimm die Kröte einfach in den Arm und knuddel ihn durch. Und dann, wenn Ihr beide wieder gut drauf seid, könnt ihr austesten, was er alles schon kann: ein Sitz, das er befolgt, oder ins Körbchen schicken lassen, und gleich wieder hingehen und streicheln, was ganz Kleines, wo Du weißt, er kann es schon, sodaß er es befolgen wird und nen Erfolg hat, und du auch. Dann geht´s Dir gleich wieder besser, glaub mir ;-) Der ist erst 2 Wochen bei Dir, gib ihm ein bißchen Zeit, Dich kennenzulernen, und nimm es nicht persönlich, wenn net gleich alles klappt. Du hast doch auch nicht mit 5 Jahren Deinen Schulabschluß in der Tasche gehabt, oder? *gg

    Je nachdem, was der Hund vorher kennengelernt und erlebt hat, überforderst Du ihn im meinen Augen mit Deinen Ansprüchen ein wenig, verlangst zu viel von ihm, und das wird auf Dauer nur zu Frust auf beiden Seiten führen. Stell Dir das echt so vor wie hier schon geschrieben: Hund ist auf Grundschulniveau. Er kann zwar zählen, aber noch kein Wechselgeld rausgeben, das muß er erst lernen (bitte im übertragenen Sinn sehen, gell.... *gg). Er kennt Buchstaben, kann aber noch keinen Text lesen. Das muß er erst lernen und üben. Also: nimm Dir nen Schreibtisch und ein Buch, und erklär´s dem Schüler. Sprich, übertragen auf den Hund: nimm die Leine, geh mit ihm raus, erklär ihm/zeig ihm, was Du möchtest. Er wird´s gerne tun, wenn er verstanden hat, was Du möchtest, und er wird sich mit Dirzusammen über jeden Erfolg freuen. Aber leg ihm halt net gleich die Abi-Prüfung vor, bevor Du ihm lesen beigebracht hast. Einen Hund zu holen bedeutet immer viel Arbeit, ihm seine Welt zu zeigen, Deine Regeln zu erkären, selbst wenn er schon vom Vorbesitzer zum Begleithund ausgebildet wurde. Du hast eine andere Sprache, andere Gesten, andere Regeln daheim, all das weiß und kennt er noch nicht. sei geduldig und zeig sie ihm, und Ihr werdet viel Spaß dabei haben und viele kleine Erfolge sehen. Ein Hund wird nie fertig sein, man kann ihm immer wieder was beibringen, alte Dinge auffrischen, mal ist er gut drauf, manchmal schlecht, wie wir Menschen halt auch, mal hat er Lust, zu arbeiten oder zu gehorchen, manchmal net. Vielleicht hat er grad Kopfschmerzen oder das hündische Äquivalent dazu, und mag deswegen grad net folgen, evtl. tut der Rücken/die Hüfte weh beim hinlegen und das PLATZ wird deswegen nicht befolgt. Auch Hunde sind nur Menschen..... *gg und wenn ein Hund ein Kommando nicht befolgt, hat´s nen grund: seine Migräne, nicht verstanden, nicht gelernt, Ablenkung zu groß u.v.m. - und es ist Deine Aufgabe und Verantwortung, die Ursache herauszufinden, und darauf einzugehen, und das Training anzupassen - der Hund kann´s ja nicht.

    Also - auf geht´s das schaffst Du schon! ;-) Gut Ding will Weile haben, aber das wird, nur Mut!

    Zitat

    Meine Hunde stehen parat, sobald Windoof sich abmeldet :D
    Ansonsten laufen sie gerne morgens, wenn ich mit ihnen aus dem Haus gehe direkt zum Kofferraum, um einzusteigen (ich wollt eigentlich nur Gassi, nicht arbeiten...)


    Ui, den hab ich ganz vergessen. Stimmt, ne Zeitlang war ich jeden Abend vorm Rechner gesessen - und jedes Mal, wenn Windoof sich abgemeldet hat, kamen alle beide und wußten genau, jetzt geht´s auf zur letzten Gassirunde, nach der das Futter kommt. Und wehe, die Runde dauert zu lange - oft nimmt Bienchen schon an der ersten Ecke den Abzweig in Richtung Heimat, weil sie genau weiß, daß das Futter wartet *gg

    Zitat

    ......
    Kofferraum geht auf, Hund springt mit Schwung rein ( soll er aber gar nicht, weil ich nur den Kofferraum aufmache, um etwas hinein zu tun, nicht, weil ich mit Hund weg fahren will :headbash: ) ...

    Hihi - das kenn ich auch: Frieda springt immer von alleine in den Kofferraum, sobald die Klappe aufgeht. Sie weiß, daß es, wenn sie dann in der Box ist, immer Leckerli gibt. Dumm nur, wenn die Tür den Box da drin noch zu ist..... (Hund zu schnell für mich *gg) :doh: *aua....... Armes Näschen....

    Oder heute Nacht. Bossi hat offenbar verknüpft "Halsband = rausgehen". Er total unruhig, ich kann deswegen nimmer schlafen. Bring ihn in die Küche, in der Annahme, er hat Durst (eigentlich kennt er den Weg ja nun nach über 5 Jahren bei uns *gg Aber ich war net sicher, ob nochwas drin gewesen ist, deswegen!). Nö, er ignoriert den Napf. Geht an die Arbeitsfläche und die Nase zeigt rauf. Dort lag an der Kante - das Halsband, das ich gestern während des Essens ihm abgemacht und dort hingelegt hatte. Und siehe da - Halsband umgelegt, raus - und der Wasserfall lief..... Hundchen glücklich. ;-)

    Oder Bienchen: sie wartet immer auf die Freigabe, mit aufs Bett oder Sofa zu dürfen. Aber sie weiß, wenn ich abends ins Bett gehe, und lasse die Türe offen, darf sie mit (sonst schläft sie bei Töchterchen). Inzwischen spart sie sich das Warten auf die Freigabe, und wenn ich mit Schlafanzug ins Zimmer komme, sitzt sie schon erwartungsvoll auf dem Bett..... *gg

    Ich bin mir sicher, daß ich den Test schonmal gemacht hab, und was ganz anderes rausgekommen war - aber auf den ersten 26 Seiten hab ich keinen Beitrag von mir gefunden. Kann man eigentlich irgendwo innerhalb eines Themas nach eigenene Beiträgen suchen?

    Jedenfalls komme ich über "sehr aktiver Hund, Eignung für Hundesport, eigenständig, Wohnung ländlich, großer Garten, viel Auslastung möglich, viel Erfahrung (*hust...Naja, seit 7 Jahren mit inzwischen 3 Hunden zeitgleich - BH- und Rettungshundeausbildung, dazu etwas Trailerfahrung. Ist das viel? *zweifel....), 2 Stunden am Tag Beschäftigung, keine Kinder (meine ist ja schon erwachsen, zählt für mich daher in der Hinsicht nimmer als "Kind"), und schonmal Hund gehabt" bei - man höre und staune:

    Jagdterrier (75%)! ;-) ;-)

    Naja - über den Rest schweigen wir dann mal...... *gg

    Australian Cattle Dog (68.75%)
    Australian Kelpie (68.75%)
    Australian Shepherd (68.75%)
    Border Collie (68.75%)

    Dann lieber gar keinen bei der letzteren Auswahl....... Aber bei den Angaben wundern mich diese Vorschläge net..... ;-)

    ...aber: wo bleibt meine Pudeline bei der Auswahl???? *schluchz...... OK, beim Punkt eigenständig kann der Pudel net ganz mithalten, und da werden auch kaum 2 Stunden Beschäftigung am Tag hinterlegt sein bei ihm, aber bei ihr ist ja auch Pinscher drin, und auf den träfe das doch schon zu, der ist aber nicht dabei in der Auswahl.

    Nen Ansatzpunkt kann der Test schon geben, ich find das gar nicht mal schlecht, aber ich glaub, die Vorschläge sollte man dann doch nochmal selbst durchgehen, der Test kann eben nur so gut sein wie die Mühe, die bei der Erstellung sich gemacht wurde, das zuläßt (z.B. Kurzhaar-Empfehlung, wenn Langhaar angekreuzt ist).

    Ich würde in dem Alter auch noch nicht radfahren mit dem Hund. Nicht bevor er mindestens ausgewachsen ist. Die lang andauernde gleichförmige Bewegung ist für die Gelenke/Sehnen/Bänder Gift wegen der daraus resultierenden Überlastung. Gerade bei Hunderassen mit erblichen Gelenkproblemen (nicht nur HD, sondern, gerade beim Zwergpudel, auch die Patella-Luxation zählen dazu!) würde ich ganz vorsichtig erstmal Muskeln aufbauen, wenn sie erwachsen sind, und dann kürzere Strecken am Rad gehen lassen (aber auch erstmal im Trab, net gleich rennen lassen).

    Du kannst jetzt schon gerne spazierengehen, während Du das Rad zur Gewöhnung einfach nebenher schiebst. So kann der kleine das Rad kennenlernen, erfahren, auf welcher Seite vom Rad er laufen soll, und sich an die Geräusche von dem "Ding" gewöhnen. Aber richtig fahren echt erst mit eineinhalb oder so.

    Abgesehen davon kann es sehr gut möglich sein, daß der Hund durch die Welpenstunde am Vortag noch ein bisserl "geschlaucht" ist. Allerdings, wenn ein Hund schon von sich aus zeigt, daß er nimmer kann, ist meines Erachtens nach die Belastungsgrenze bereits überschritten! Der "bockt" nicht, weil´s zu viel wurde, sondern weil die Grenze des "eigentlich reicht´s" bereits recht lange überschritten war und er einfach nicht mehr konnte. Denn solange ein junger Hund irgendwie kann, wird er Dir folgen, egal, wie weit, weil er selbst ja nicht in Kategorien wie "Vorbeugung von Überlastungsschäden" denken kann - das muß der Halter für ihn tun....

    Und wenn Du dann in nem guten halben Jahr startest, bitte auch erstmal traben lassen und nicht gleich mehrere Kilometer am Stück im Galopp, ist ja klar... ;-)

    Ich hab auch ne Zwergeline, mit der kann ich wunderbar radfahren, aber hab´s wesentlich später angefangen (da war sie glaub ich 4, als ich auf die Idee kam), und die hat durch die Rettungshundearbeit vorher schon mehr als genug Kondition und Muskeln gehabt, sodaß das mit dem Radeln relativ schnell ging - die macht nicht schlapp ;-)

    Am Wochenende bin ich mit den beiden für dieses Jahr zum ersten Mal wieder gefahren (während der wochenlangen Regengüsse und der darauffolgenden Hitzeperiode hatte ich mir und den Hunden das Radeln bisher gespart), aber auch "nur" so 10 Kilometer, das ist für unsere Verhältnisse gemäßigt von der Strecke her, und das Ganze natürlich mit 1-2 Pausen und kurzen Stops zum Trinken (im Bach). Die Kleine frei, der Große angeleint, weil der dort jagen gehen würde (Naturschutzgebiet; Biene verläßt die Wege nicht von sich aus). Aber wie gesagt, auch die Länge der Strecke muß dann aufgebaut werden, bitte nicht mit 10 km anfangen....