Bei uns ist der Alltag verwirrend genug - das brauch ich net zu üben ;-)
Angefangen von den Aufstehzeiten: am Wochenende viel später als unter der Woche. Wenn ich mit der Mitfahrgelegenheit fahre unter der Woche, steh ich (fast) mitten in der Nacht auf, fahre ich alleine, steh ich zu menschenwürdigen Zeiten auf (nicht vor 7 Uhr *gg). Erster Gassigang unter der Woche, wenn ich geduscht habe (keine Zeit zum Frühstücken, schlafe lieber paar Minuten länger), am Wochenende wird aber erst ausgiebig gegessen vorher (meine Tochter und ich - Hundis erst abends).
Mal geh ich mit einem Hund alleine Gassi, Töchterchen mit dem anderen. Mal bleibt der eine Hund daheim, mal der andere (weil mit dem jeweils anderen gearbeitet wird). Manchmal darf der zweite Hund einfach mitkommen und kriegt zwischen den "Arbeits-Zeiten" des Anderen nen kurzen Gassigang, damit er nicht nur im Auto hocken muß. Mal geh ich mit Biene arbeiten und Bossi kommt mit, mal geh ich mit Bossi arbeiten, und Frieda kommt mit (ja - die darf auch was tun ;-) ).
Gassizeiten, wie uns gerade beliebt, Futterzeiten dito.
Mal Trockenfutter, mal BARF.
Mal bei mir schlafen, mal beim Töchterchen im Zimmer (wer halt da ist).
Mal komm ich nach der Arbeit heim, mal fahr ich dann zum Nebenjob und bin erst mitten in der Nacht daheim.
Mal sind wir das ganze Wochenende daheim, mal gehen wir fort - manchmal mit, manchmal ohne Hunde.
Die Abläufe an sich sind aber immer ähnlich: erstes Gassi nach meiner Dusche und bevor ich das Haus zum Arbeiten verlasse. Abendessen für die Hundis nach dem letzten Gassi, das nach unserem Abendessen erfolgt. Bevor wir zum Training fahren, Gassi mit Biene und Bossi zusammen. Wenn wir das Haus verlassen, gehen die Hunde in die Küche (kein Zugang zur Haustüre --> kein Gekläffe, wenn wer vorbeigeht an der Wohnungstüre, kein Bewachen der Wohnung).
Das Alles hat sich bei uns automatisch ergeben durch unsere Tagesabläufe, und anfangs haben wir schon gezielt darauf geachtet, nicht jeden Tag alles zur selben Zeit zu machen, um die Hunde fit zu machen für so viel Flexibilität, ohne sie dabei zu verunsichern. Inzwischen wissen sie, wer geht, kommt auch wieder - egal, ob daheim oder im (fremden!) Hotelzimmer. Keine Probleme mit Alleinbleiben, egal, wo, egal, ob alleine oder zusammen (Biene und Bossi - Frieda ist ja eh alleine).
Andererseits haben wir bestimmte Dinge natürlich ganz am Anfang schon regelmäßig gemacht, um die Biene z.B. ans Alleinsein zu gewöhnen (immer zur selben Tageszeit geübt z.B. wie sie dann auch später alleine bleiben mußte, wenn ich weg war, dabei immer gleiches Ritual), bevor wir angefangen haben, die Zeiten zu variieren. Immer gleiche Zeitabstände zum stubenrein-werden, damit der Hund lernt, eine bestimmte Zeitdauer einhalten zu können (plus dann, wenn sie´s gezeigt hat, natürlich!), etc. etc.
Aber sobald etwas "saß", wurde angefangen, zu variieren. Tagsüber alleinbleiben heißt noch nicht, daß der Hund das nachts auch kann z.B. - und ich wollte einfach insgesamt möglichst unabhängig sein von Zeiten, weil´s bei nem Ganztagsjob schon mal vorkommen kann, daß es bei mir später wird (dafür ist ja dann Töchterchen da), oder daß ich am Wochenende mal ausschlafen möchte. Oder es kann vorkommen, daß ich krank werde oder gar in der Klinik bin (man weiß ja nie, was alles passieren kann) oder auf Geschäftsreise - und dann sollen die Hunde, bei wem auch immer sie dann sind, den Tagesablauf dort ab können, ohne gleich die Krise zu kriegen, weil´s net so läuft wie daheim, oder weil´s Fraule weg ist. Und das hat bisher gut geklappt. War mir einfach für die Hunde wichtig, damit die entspannt leben können, aber auch für mich - angenommen, ich bin unterwegs, dann möchte ich net andauernd daheim anrufen müssen, ob´s Hundi noch frißt, oder Ärger macht, wenn der Sitter (oder die Tochter) einkaufen gehen möchte, weil der Hund dort nicht alleinbleiben kann. Oder wenn einer der Hunde krank würde und in der Klinik läge - dann sollte der andere trotzdem alleinbleiben können, damit ich mich nicht dreiteilen muß zwischen hudn in klinik, Hund daheim und Arbeit/Alltag.
Also find ich ein gesundes Maß an Chaos bzw. Verwirrung (auf den Hund zugeschnitten) schon wichtig, aber ebenso wichtig gewisse Rahmenbedingungen, die dem Hund Sicherheit geben, sodaß er das "Chaos", sprich die Flexibilität, mitmachen kann, ohne sie als sonderlich stressig zu empfinden, und sich an etwas festhalten kann. Sowas dauert natürlich, geht nicht von heute auf morgen, und man sollte natürlich mit den Fixpunkten/Rahmenbedingungen anfangen, und erst dann variieren.