Ich würde, wenn dies das nächste Mal vorkommt, einfach stehenbleiben. Oder mich ganz gechillt auf den Boden setzen. Leise mit dem Hund plaudern, in leichtem freundlichen Ton: "Uiii - horch..... ein Voooogel..." So richtig wie für Doofe, damit er versteht, es besteht keine Gefahr, Frauchen ist total relaxt.
Und dann eben sitzenbleiben, bis er sich wieder beruhigt hat. Sobald er ruhig wird, kannst weitergehen. Was lernt er: wenn ich ruhig bin, geht´s weiter (und das ist in dem Moment ja sein Ziel: "nix wie weg hier!" und damit die bestmögliche Bestätigung überhaupt in dieser Situation, da brauch ich kein Futter), mach ich Terz, komm ich nicht vom Fleck (er kommt also nicht zum Erfolg mit diesem Verhalten). Nebeneffekt: er lernt, sich selbst zu beruhigen, was evtl. auch in anderen Situationen von Vorteil sein kann, und sich auf Dich zu verlassen.
Wenn Du Dich jedes Mal in seiner Panik zum Auto ziehen läßt, zeigt das dem Hund nicht, daß nix passiert, oder daß Du die Situation unter Kontrolle hast, geschweige denn, daß er lernen würde, es passiert nichts - Du flüchtest ja mit zum Auto (mehr oder weniger freiwillig *gg), und er lernt auch nicht, sich wieder zu beruhigen nach einem kurzzeitigen Schreckmoment. Also ganz wichtig: den "Ort des Schreckens" nie verlassen, solang er noch panisch ist. Da muß man dann halt evtl. mal ne Viertelstunde oder auch mehr (!) Zeit einplanen fürs Gassi, ansonsten eben dort gehen, wo die Gefahr recht gering ist, auf Spechte zu stoßen.
Ich hab das bei Bossi-Aufregern (Wild-Situationen) angewendet, und das hat schon mal ne halbe Stunde gedauert, bis wir wieder gehen konnten - aber er hat ganz deutlich gezeigt, als er so weit war, daß wir gehen konnten: ein Aufstehen und Schütteln ist sein Zeichen, so wie wenn er den letzten Rest Streß abschüttelt - und dann kann er ganz gechillt weitergehen, ohne Leinengezerre, und im Kopf komplett bei mir. Erkennt man also gut.
Wie das bei Angstreaktionen ist, weiß ich nicht - könnte mir aber vorstellen, daß wenn Du den Hund noch vor der "Panik-Stufe" erwischst und souverän reagierst (siehe mein dritter Satz - das Ansprechen signalisiert "ich habe das auch wahrgenommen, es ist spannend, aber nicht gefährlich", Du nimmst also seine Reaktion wahr und antwortest sozusagen darauf), könnte das auch dort klappen. Evtl. mit unterstützendem Körperkontakt, wenn er das dann mag in der Situation (Hand vor der Brust oder auf dem Rücken, mußt halt austesten). Körperkontakt hat mir bei Frieda viel weitergeholfen, wenn die panisch wurde in Hundebegegnungen. Aber wie gesagt, da ist jeder Hund anders.
Wenn irgend möglich, und Ihr seht den Specht, zeigt ihn ihm doch einfach. Bleibt stehen, beobachtet den zusammen - ich denke, der Schrecken resultiert einfach daraus, daß er nicht sehen kann, woher das Geräusch kommt in dem Augenblick (insofern ist Deine wahrscheinlich eher lustig gemeinte Idee, ihm nen Specht vorzusetzen, gar nicht so verkehrt!). Notfalls geht ihn gemeinsam suchen: "Ui - was ist das? Wo isser denn?" und dann ganz interessiert die Bäume raufgucken... *gg (was wahrscheinlich nur klappt, wenn er schon etwas gelernt hat, sich zu beruhigen.....)