Zitat
Das spricht eher dafür, daß er sich in einem hohen Erregungslevel befindet.
In so einem Moment kann ein Hund nichts essen, auch wenn dieser ansonsten total verfressen ist.
Er ist "abgelenkt", und anscheinend auch mit der aktuellen Situation überfordert.
Da neigen schon Hunde gerne dazu, zu bellen. Denn die Bellerei hilft ihm dabei, seinen Streß abzubauen.
Schöne Grüße noch
SheltiePower
Dem schließe ich mich an. Durch die OP etc. durfte der Kleine wahrscheinlich nicht weit laufen etc., und ist daher die Außenreize schlichtweg nicht gewohnt, sie überfordern ihn. Ich würde mal versuchen, die Gassigänge auf immer dieselbe Strecke zu beschränken. Sodaß er immer wieder dieselben Dinge sieht und hört, und sich daran gewöhnt. Mal gucken, ob er dann ruhiger wird. Und kurze (!) Spaziergänge, wenn er lange nicht gewohnt ist und sie noch nicht verträgt. Wenn das tatsächlich klappt, mal ein paar Meter/Minuten verlängern, sodaß er was Neues kennenlernen kann.
Du kannst Dich auch einfach mal an einer neuen Stelle, die ihn so aufregt, mit ihm zusammen hinsetzen. Oder hinstellen, ihn zwischen die Füße nehmen, sodaß er Schutz hat, und dann in aller Ruhe die Situation angucken und verarbeiten lassen. Weiter geht´s dann erst, wenn er sich beruhigt hat.
Oder einfach Decke mitnehmen, dort mit ihm zwischen den Beinen (Schutz!) hinsetzen, Kauknochen vor ihn legen. Wenn er sich beruhigt hat und zum Knochen greift, kannst Du sicher sein, daß er jetzt heruntergekommen ist, und entspannt ist. So kannst Du ein Futter annehmen oder nicht annehmen als Anzeiger für den Streßpegel des Hundes nutzen.
Wenn er auf Leckerli draußen nicht reagiert: was mag er sonst? Es gibt tausend Wege, einen Hund zu belohnen: wenn der Hund ruhig bleibt, wenn man an der Hundewiese vorbeigeht, kriegt er die Freigabe, hinzugehen zu den Hunden (wenn er das wollte). Wenn er unterwegs sitz macht und Dich anguckt, darf er ohne Leine weiterlaufen. Wenn er gerne schnüffelt, dann belohne ihn damit, schnüffeln zu dürfen, wenn er was gut gemacht hat. Wenn er gerne rennt, dann belohne ihn nach einem gelungenen Abruf damit, ihm ein Spielzeug zu werfen, dem er hinterherrennen darf. Wenn er gerne zerrt, dann belohn ihn mit nem Zerrspiel, nachdem er z.B. das Teil apportiert hat. Das, was der Hund gerade machen wollte, ist immer die beste Bestätigung - wollte er ne alte Semmel vom Boden auflesen und läßt sich davon abhalten, würde ich mit Futter bestätigen. Wollte er zum Hund flitzen, darf er dort hin, nachdem er mich angekuckt hat, etc. etc. Rennt er gerne, dann belohn ihn damit, daß Du mit ihm ganz einfach ein paar Meter auf dem Weg um die Wette läufst.
Und noch was: wenn er nach 5 Minuten Gassi aus nicht ersichtlichem Grund zu bellen beginnt, dann war´s halt zu viel. --> umkehren, heimgehen, beim nächsten Mal erst nur 4 Minuten raus. Dafür dann halt öfter mal.
PS: wenn er die Zunge dann am Boden hat (sprich noch aufgeregt ist und hechelt wie blöd), und Hunde noch anbellt, dann hat er sich zwar mit der Situation "draußensein" an sich abgefunden - aber den Streß ist er deswegen nicht los, zeigt ja die heraushängende Zunge. Also: Zeit verringern, "langweiligere" Umgebung mit weniger Außenreizen.
PPS: wenn die Leute vom Balkon schreien: Sag ihnen einfach, sie dürfen ihm das gerne sagen, bei Dir versteht er´s nicht! *gg ansonsten: wenn Du kurz genug rausgehst, und beim ersten Beller vielleicht einfach wieder hoch, dann belästigt das die Nachbarn nicht so.
PPPS: So kannst natürlich auch üben: Hund bellt - Abbruch, wieder heim. Fängt schon beim Rausgehen an: Hund bellt angesichts Halsband: das Teil hinlegen, setz Dich hin, Buch in die Hand. Versuchen, bis er nicht mehr bellt, vorher geht´s net raus. Schritt zur Tür raus, Hund bellt: wieder rein, ausziehen, hinsetzen, 5 Minuten später nochmal versuchen. Immer nur so weit raus, wie er still ist ( am besten nicht erst probieren, wenn er vor 7 Stunden nen 5-Liter-Napf geleert hat und seither nimmer Gassi war - sonst hast dann nen See in der Wohnung *gg).