Ich stimme da Kathrin zu. Ein Welpe braucht ganz viel Aufmerksamkeit von Dir, und andererseits sehr viel Ruhe. Normalerwese iist ein Welpe in den ersten Wochen vollauf damit beschäftigt, seine neue Familie, sein neues Zuhause, den Tagesablauf und die gesamte neue Umwelt kennezulernen, sowie Eure Hausregeln o.ä. kennenzulernen, stubenrein zu werden, leinenführig zu werden u.v.a.m. Das lastet ihn eigentlich vollkommen aus! Ich sehe einen Welpen im Hort mit so vielen Kindern (die Neuen kannst ja nicht vorher wochenlang "impfen", ihn in Ruhe zu lassen) vollkommen überfordert, allein die Anwesenheit der Kids, selbst, wenn sie ihn in Ruhe ließen, wäre mir zu viel.
Ich würd in da schrittweise dran gewöhnen. Mal 5 Minuten, dann wieder raus - das geht aber im Arbeits-Alltag nicht, denn da mußt Du für die Kinder da sein! Ich glaub, Du stellst Dir das zu rosig vor, und unterschätzt den Aufwand - gerade ein künftiger vielleicht-Therapiehund braucht ganz viel Ruhe, sehr vorsichtige Gewöhnung an die Kinder und den "Job", damit da nichts schiefläuft, und "ganz nebenbei" die normale Sozialisierung - alles kennenlernen, was geht: Treppen, fremde Menschen, "komische" Menschen (Kinder sind manchmal unberechenbar), Menschen mit Rollator/Rollstuhl/Krücken, Umgang mit fremder Umgebung, keine Sachen "klauen", wie darf ich mich verhalten etc., Grundgehorsam (! extrem wichtig in meinen Augen. Sitz, Platz, Komm, Abbruchkommando, Kommando für Ruhezeit/Arbeitszeit, Dinge wie nicht hochzuspringen oder Leute anzuknabbern, da wird so Vieles erwartet....)
Ich bin der Meinung, daß ein Welpe die ersten Wochen erstmal den Tagesablauf kennenlernen sollte bei Euch. Das könnte (wenns denn echt sein muß, wie gesagt, mir wär das nix für nen Welpen!) im Hort sein, daß grundsätzlich vormittags geschlafen wird, denn da mußt Du ja arbeiten (wirst ja net fürs Hundeknuddeln bezahlt *gg), und nachmittags wird immer durch die anwesenden Kinder Action sein, da sollte er die Schlafenszeit nicht drin liegen haben, weil er da nicht zur Ruhe kommt. Das wäre dann vormittags auch die Zeit, das Alleinbleiben zu üben: mal 5 Minuten ins Nachbarbrüo, oder mal kurz zur Kollegin rausschauen, dann wieder reinkommen, halt ganz langsam (innerhalb von 3 Wochen in meinen Augen daher nicht machbar...) aufbauen, da gibts ja hier genügend Threads, wie´s geht. Und zwar WÄHREND des Urlaubs schon, damit´s dann klappt, wenn Du wieder arbeiten mußt. Der Urlaub wäre also eigentlich nicht wirklich einer, weil ich ihn im Büro verbringen würde (notfalls Bücher lesend statt arbeitend, aber im Büro). Das Gewöhnen an den künftigen Tagesablauf muß klappen, sonst hast dann ein Problem, sobald die Arbeit wieder losgeht-und Du hast nur die 3 Wochen, das ist extrem wenig. Das beinhaltet eben auch, daß Du beim Arbeiten net alle 5 Minuten nach dem Kleinen guckst, oder ihn knuddelst - sondern er "ist nicht da", der soll Ruhe geben und schlafen, da muß man dann echt hart sein sich selbst gegenüber, und super-konsequent dem Hund gegenüber-nix "armes Welpchen, möchte doch spiiiielen" *gg. Geht am besten, wenn er das vom Züchter her schon kennt, weil die Kids dort ja sicher auch vormittags in der Schule sind, und daheim Ruhe ist - da sollte der Züchter schon mit drauf achten, damit´s für Dich einfacher wird. Sollten die 3 Wochen zur Gewöhnung nicht reichen, brauchst nen Plan B und C und D etc.! (Hundesitter o.ä.)
Und dann, wenn die Arbeit nach dem Urlaub losgeht, echt immer nur mal (nach dem Ausschlafen-mach Dir mal nen voraussichtlichen Tagesplan incl. Schlafens-/Gassizeiten, wirst sehen, das ist echt anstrengend umzusetzen.....) 5 Minuten mit zu den Kindern nehmen, dann wieder ins Körbchen hoch, schlafen (und das Erlebte verarbeiten!) lassen. Eigentlich ist die mittägliche Abholerei (incl. Gassi) und Action schon recht anstrengend, danach würd ich mind. 2 Stunden Schlaf "verordnen".
Und Du mußt eben dann vom ersten Tag an, wo Dich die neuen Kinder noch gar nicht kennen (die Kinder, die schon da sind, kann man ja vorher schon mal informieren und ihnen die Grundregeln beibringen, dann nur noch wiederholen, wenns neue Jahr beginnt), erstmal Grundregeln für den Kontakt mit dem Hund einführen und durchsetzen. Der Hund darf keine negativen Erlebnisse mit den Kindern haben, sollte nicht erschreckt werden etc., die Kinder dürfen den Hund nicht vom Platz abrufen oder dort stören, nicht 10 Kinder gleichzeitig, die den Hund "belagern". Wenn die Kinder einmal ein Anspringen süß finden beim Welpi und dies mit Streicheln auch noch belohnen - wie willst das jemals wieder rauskriegen - das darf nicht passieren, da müssen die richtig reagieren, liebevoll runterschieben o.ä., oder halt an der Leine Kontakt, sodaß Du rechtzeitig ein Anspringen verhindern kannst. Du bist da echt mehr mit dem Welpen beschäftigt als mit der Kinderbetreuung. Ich kanns mir echt nicht vorstellen, wie das gehen soll.... Da sollten auch die Vorgesetzten und Kollegen ganz genau informiert sein, was auf sie zukommt (an nicht-Arbeiten deinerseits während der ersten Wochen in der Arbeitszeit!), denn sonst gibt´s da evtl. richtig Ärger, wenn die Kollegen öfter Deine Arbeit mitmachen müssen, weil Du dauernd mit dem Hund beschäftigt bist - so süß wie ein Welpe im Hort sein mag, aber dieses Risikos mußt Du Dir bewußt sein, daß da nicht jeder Kollege liebend gern mitspielt auf Dauer. Wenn einer da vorher schon Vorbehalte hat, ist der Ärger vorprogrammiert.
Einen tollen Einwand finde ich auch den Punkt, daß Du als Ersthundehalter sicherlich noch lernen mußt, einen hudn überhaupt mal zu "lesen": sprich, wie zeigt sich ein entspannter Hund, was sind Streßanzeichen, wie fahre ich den üebrdrehten Hund wieder runter (wenn ichs zu spät erkannt habe, daß es zu viel wird) - das lernt Mancher erst nach Monaten mit dem eigenen Hund, andere kapieren´s überhaupt nicht, weil sie nie was davon gehört haben, was es heißt, nen Hund zu lesen. Und dies zu leisten nebenbei, im Alltag mit den Kinden, halte ich auch für schwer durchsetzbar, wenn man nicht nen Profi im Alltag direkt neben sich hat, der es einem erklärt, sobald der Hund erste Streßzeichen zeigt.
Du schreibst, der Hund soll nciht jeden Tag und dauernd mit den Kindern zusammensein, das ist schon mal klasse, daß Du das weißt, daß der Hund Pausen braucht - aber dafür muß er in den 3 Wochen, in denen Du Urlaub hast, lernen, jederzeit mal ne Stunde oder länger allein zu bleiben - und das ist der Punkt, an dem ich zweifle.... Aus Erfahrung. Ich hatte damals 4 Wochen dafür Zeit - es hat geklappt, aber nur mit äußerster Konsequenz, was das Üben anbelangt, ich hab sie vom ersten Tag an daheim morgens in die Küche geschickt zu der Zeit, wo ich normalerweise arbeiten gegangen wäre, und sie mußte Ruhe geben. Das klappt sicherlich nicht mit jedem Hund, ist abhängig vom Individuum. Und es war zeitlich seeeehr eng, schon mit 4 Wochen. Du hättest nur 3 dafür....
Ganz wichtig in meinen Augen: solltest Du dieses Experiment tatsächlich wagen, dann überleg Dir bitte vorher, was Du tust, wenn das schiefgeht, und die Leitung irgendwann nach der 20. Pfütze im Spielzimmer oder Büro sagt, das wird ihnen zu viel, und Du darfst den Hund nicht mehr mitbringen....... Denn Du kannst einen Welpen nicht 8 Stunden am Tag alleine daheim lassen. Dann brauchst nen Sitter, und den muß man für Vollzeit erstmal zahlen können....
So - ich wünsche Dir, daß Du eine Lösung findest, mit der Du Deinen Wunsch wirst umsetzen können, ohne den Hund zu überfordern oder selbst zu viel Streß zu kriegen.... Gehen tut sicherlich Vieles (wo ein Wille ist, ist auch ein Weg), aber nur, wenn man sich vorher aller Risiken und Gefahren bewußt ist, und eine Lösung für alle Eventualitäten im Hinterkopf bereit hat, und den Tagesablauf dann gut geplant und strukturiert hat, und alles perfekt vorbereitet ist. Ist halt Arbeit *gg aber je besser die Vorarbeit, desto streßfreier dann bei der Umsetzung.
Aber ich glaube, nicht mal ich würde das riskieren, aus meiner Erfahrung heraus - und ich hab die Erfahrung von inzwischen 3 Hunden hinter mir (Vollzeit arbeitend, Hunde als Welpe, aber auch als Junghund, inclusive bereits der Erfahrungen in der Ausbildung von Arbeitshunden für einen besonderen Job im Rettungshundewesen, kann daher den Aufwand ganz gut abschätzen!). Zu viele Eventualitäten und Abhängigkeiten von anderen Leuten und glücklichen Umständen und damit in meinen Augen zu hohes Risiko für ein Scheitern Deines Projekts..... Und der Leidtragende ist dann meist (wenns keinen Alternativplan gab) in solchen Fällen der Hund (und damit ist der Halter sicherlich nicht glücklich, und dann sind´s schon 2 Leidtragende.....).
Ich gebe Dir einen Tip: nimm all die gesammelten Erfahrungen hier, die Risiken etc., mach Dir ne Pro-Contra-Liste. Schaff Dir damit einen Überblick, damit Du das besser einschätzen kannst und absehen kannst, ob Du einen evtl. Tagesplan wie von mir empfohlen mit dem Welpen so wirklich durchziehen wirst können, sprich den mit der KiGa-Leitung nochmal ab. Da sind bisher schon ganz viele super Tips und Einwände gekommen. Und dann überleg Dir, ob Du Dir und dem Hunde-Baby diesen Streß wirklich antun willst, bereit bist, das durchzuhalten oder Dir X Alternativpläne zu überlegen, für den Fall, daß irgendeiner dieser Zufalls-/Glücksfälle/Risiken eintrifft bzw. nicht eintrifft. Ich denke, dann kann man das besser überblicken und einschätzen... Besprich gerade die hier ganannten Punkte alle (!) evtl. auch mal mit nem Therapiehundeausbilder, was der dazu sagt und empfiehlt. Und erst dann triff Deine endgültige Entscheidung.