Beiträge von BieBoss

    Ich geh da mit Helfstyna. Gehorsam oder Leine.

    Mein Bossi hat eine Hündin, mit der es einfach net geht, die ist schonmal so auf ihn los (Ressourcenproblem ihrerseits, d.h., da kann ich auch net üben), daß er mit nem Loch am Bein dabei rauskam.

    Ein weiteres Mal war die Hündin im Park, polterte, kaum daß sie ihn identifiziert hatte, auf 50 Meter Entfernung (!) brüllend auf ihn zu - und wurde von mir mittels Blocken und "NNNEEEEEIIINNNNNN!!!!!" ausgebremst, da sie auf sofortigen Rückruf des Frauchens net reagiert hatte.

    Bin einfach dazwischen, ich weiß ja, daß die nur ihn nicht mag und sonst harmlos ist, die würde sich nicht an mir auslassen. Anschließend hat sie den Abruf dann doch wieder wahrgenommen und ging wieder.
    Bei der wird an Engstellen angeleint, ansonsten abgerufen und Hund bei mir behalten (der geht dann aber auch net nach vorn). Heute früh erst sind wir denen wieder begegnet, sie hatte die Hunde aber angeleint, ist schon sehr vorausschauend normalerweise. Bossi raste ums Eck Richtung Park, ich sah die noch net und ließ ihn daher - aber er ist nur an den beiden in großem Bogen vorbeigerannt, der weicht ihr immer aus, wenn möglich (jawoll, ein Terrier weicht aus und prügelt net *gg).

    Ein anderer Hund ist uns neulich begegnet, auch wieder an ner 2 Meter schmalen Engstelle, von Zäunen begrenzt, also keine Ausweichmöglichkeit. Der ist bekannt für Unverträglichkeit, und zwar so weit, daß er auch auf Menschen geht (sitzt tagsüber in nem KFZ-Geschäft..... Da hat er wohl schon etliche Leute gestellt, wenn man den Gerüchten glauben kann). Die kamen uns ums Eck entgegen, sodaß ich auch mit nix gerechnet hatte. Jedenfalls sah uns der Hund (angeleint) und fing zu toben. Bei groß, puschelig und schwarz sieht das schon beeindruckend aus. Bossi (leinenlos wie immer bei uns) natürlich pöbelnd drauf reagiert, und plärrend auf den zugestürmt, als ich grad so weit auf seiner Höhe war, daß ich ins Halsband greifen wollte, also war ich ne Sekunde zu spät. In dem Moment hab ich bloß noch nen Schrei losgelassen und unser Abbruchsignal (Notsignal, eigentlich nur fürs Jagen, aber ist mir so rausgerutscht) angewendet. Was soll ich sagen: Hundi stoppt, dreht sich um und kommt zu mir und geht gesittet (!) vorbei, nicht mal gepöbelt..... Boah, danach war ich 10 cm größer. Daß ich net gestolpert bin vor lauter Nase-in-die-Luft, wundert mich heut noch..... *hahaha....

    Gaby/Quebec: wow, der Tisch sieht arg wackelig für den riesigen Hund aus. Wie kriegst du den denn da hoch?! :smile:

    Hihi - das war mein erster Gedanke..... *gg
    Da hochbringen wird sie ihn wie ich meine Zwerge auch - mittels "Hopp!" *gg (ne, ich glaub, dabei schubst man den Tisch um, wenn so ein großes Exemplar Schwung nimmt, oder, Gabi?) Das interessiert mich jetzt auch, echt.

    Dann ist aber der Verein egal - Du mußt meist nur die Begleithundeprüfung im Lauf der Ausbildung ablegen (auf privater Bassis, das wird normalerweise nicht in der Staffel trainiert). gibt aber auch Staffeln, die die Prüfung nicht verlangen - aber auf der Prüfung zur Einsatzfähigkeit wird dann die unterordnung in derselben Größenordnung geprüft wie in der Begleithundeprüfung. Sprich, lernen mußt es sowieso, egal, ob die BH vorausgesetzt wird, oder später die UO einfach nur abgeprüft wird.

    Die Rettungshundestaffel selbst ist ein anderes Paar Schuhe, hat mit dem normalen Hunde-Verein nix zu tun. Solltest nur darauf gucken, daß es ein VDH-angeschlossener Verein ist, weil Du die richtige VDH-Begleithundeprüfung brauchst, nicht irgendeine selbstgestrickte "Begleithundeprüfung" oder "Hundeführerschein", weil die nicht anerkannt werden für die Rettungshundeprüfung später.

    Solch einen Schritt wird über Monate lang aufgebaut - nicht in einer Stunde :lepra: . Am Anfang arbeiten wir grundsätzlich an einem Punkt, nämlich dem korrekten sitzen - ohne "handgreiflich" zu werden - sondern durch positive Verstärkung - Futtersteuerung - bzw auf den Hund abgestimmt. Erst danach fängt man an zu wiegen etc.

    Man fängt an, zu WAS?? Ich weiß, ein Deutsches Wort :-) , aber ich versteh grad Bahnhof. Was meinst Du mit "wiegen" in dem Zusammenhang?

    Mir wär das wurscht, wenn die Hundeschule das so sagt, ich würd´s einfach daheim so üben, wie es mir paßt - und wenn das klappt, wird in der HuSchu keiner mehr fragen, wie man´s beigebracht hat.
    Stellt sich dann aber natürlich die Frage, ob ich Geld bezahlen möchte für etwas, das mir nix bringt, weil ichs selbst besser kann..... :-)

    Und eine einfache Position über mehrere Monate aufbauen? Du weißt schon, daß der arme Kerl nicht so alt wird wie ein Mensch, und die Asbildung net erst im Grab vollenden soll? *ggg OK, ich übertreib ein bisserl, aber das sollte doch schneller gehen als über mehrere Monate? Gibt ja noch was zwischen einer Stunde und mehreren Monaten...

    Super - das ist doch schon mal ein toller Anfang, was Du da berichtest!

    Ansonsten noch ein Tip von mir: pack einfach mal ein bisserl Humor aus :-) Laß Dich nicht von irgendwelchen Tips verunsichern, laß Dein Bauchgefühl sprechen. Du selbst kennst Deinen Hund immer noch am besten und kannst am ehesten entscheiden, was für Euch beide paßt. Probier aus, worauf der Hund reagiert, und was bei ihm dazu führt, daß er "dicht macht", und paß darauf Dein Verhalten an, sodaß er Dich verstehen kann und bereit ist zur Zusammenarbeit.

    Wenn Hundi sich knurrend/grummelnd nebens Körbchen legt, lach doch einfach darüber. Ich sag zu meinen bei sowas "Du alter Kasper, was machst Du denn, sollst doch ins Körbchen!", gehe zum Körbchen und locke ihn freundlich dort hin, notfalls die ersten Male mit Leckerli versuchen oder Kauknochen. Oder ich akzeptiere einfach, daß er das net mag (die Nordischen sind mit ihrem Fell vielleicht auch schnell mal zu warm und legen sich dann lieber lieber auf kühlen Boden), dann sag ich halt nur "geh auf die Seite" oder so, sodaß er sich aussuchen kann, ob er sich ins Körbchen oder auf den Boden legen möchte, Hauptsache, er ist aus dem Weg.

    Oder, wenn er sich net setzen mag, locke ich ihn einfach zu mir her (auch hier ohne Kommando, eher so "Wassn los, komm mal her" als Kommunikation oder Vorschlag) und verlang dasselbe nochmal (incl. Sichtzeichen) und belohne das dann entsprechend. Er kriegt dann also ne neue Chance, und damit kann ich ihn wieder belohnen. Wenn er nur herkommt, sich aber nicht setzt, sag ich nur mal "Bossiiiii" (Im Tonfall von "Hey, ich hab doch was gesagt" oder "hallo - hast Du mich gehört?"), oder räuspere mich vernehmlich und übertrieben. Wenn ers dann net macht, sage ich "schade" mit nem Schulterucken, nehm das Leckerli und schieb´s der Biene in die Gusche (wenns nach Leckerli riecht, ist die immer in Reichweite... *gg) - er hatte seine Chance. Dann nochmal versuchen - und siehe da, Hundi setzt sich..... *hähä.....

    Mit sowas zeigst Du, daß Du souverän bist, Dich net provozieren läßt, und bestehst auf den Dingen, die Du verlangst, ohne das Risiko einzugehen, nen Kampf um den größeren Dickkopp zu provozieren. Hat man doch als souveräner Hundeführer gar net nötig, darum zu kämpfen, daß der Hund was macht.

    Auch Deine Einstellung zur Arbeit mit dem Hund registriert der Hund. Also, ob Du beim Gassi im Kopf ein "Mist, jetzt darf ich den wieder die ganze Zeit hinter mich schieben" hast, oder ein "sch...., da kommt ein Hund, gleich springt der wieder in die Leine", oder ein freudiges: "mal gucken, was er macht, wenn ich nix sage" oder ein "Hey, komm, wir gehen ein Stück zusammen", wenn Du "Fuß" verlangst.

    Da fällt mir noch ein: wenn ein Hund kommt, könntest Du auch einfach ein "Fuß" verlangen, wenn das dann mal mit Spaß eintrainiert wurde, oder einen Trick, wenn das der Hund so gerne macht. Vielleicht schaffst Du es, daß Dein Hund einen entgegenkommenden Fremdhund mit "Pfötchengeben" verknüpft, und sich irgendwann automatisch Dir zuwendet, um Dir das Pfötchen zu geben, wenn ein Hund kommt.
    Der Hund braucht die Info, was er tun darf - die Info allein, daß er nicht pöbeln soll, reicht meist nicht. Und das gilt für jedes unerwünschte Verhalten - "Fernbedienung fressen ist doof - aber den Kauknochen darfst Du." - "Sofa is doof - aber da hast Du Dein schönes großes Kissen, ich leg´s neben das Sofa." - "Pöbeln is doof - gib mir das Pfötchen". Und mit dem anschließenden Lob, wenn er das durchführt, verknüpft er gleichzeitig den entgegenkommenden Hund. Dann sind künftig entgegenkommende Hunde toll.

    Ich habs mit Bossi probiert, der hat gepöbelt vom Feinsten. Jedes Mal, wenn ein Hund kam, hat er sein Quietscheballi bekommen. Spielen und dafür zu-mir-wenden als Alternative zum Pöbeln. Ich habe gesehen, er stellt die Bürste auf, aber bevor er so richtig loslegen konnte, hab ich (die ersten Male, damit ers überhaupt bemerkt, daß ich das Teil dabei hab) kurz gequietscht, er guckte und bekam das Teil. Noch auf demselben Spaziergang fing er an, wenn ein Hund entgegenkam, nach seinem Balli in meiner Bauchtasche zu gucken. Und als ich mich dann bei einem Kaffee vom Üben erholte, und ein Hundi vorbeilief - stand er auf, griff in die Bauchtasche und holte sich selbst das Quietscheballi raus *lach..... Heute wendet er in 90% der Fälle (je nach Abstand), wenn ein Hund entgegenkommt und ich eine angespannte Reaktion bemerke, mit einem leisen "Hey" seinen Blick auf mich und wedelt.

    Achja - Belohnung ist das, was der HUND als Solche empfindet, nicht der Halter. Ich find´s toll, wenn am Ende der Arbeit Gehalt auf dem Konto ist - für meinen Hund wäre das keine Belohnung, der findet ein Leckerli oder ne Runde toben sicher besser. Auch wenn ich ein neues Auto bräuchte, wäre mir das eine schöne Belohnung. Aber wenn ich grad keinen Bock auf Autofahren hab, könnte sich derjenige das Ding wohin stecken. Da würde dann jemand mit nem Buch in der Hand vielleicht eher punkten.

    Belohnungen sind also situationsabhängig, aber auch vom Hund abhängig. Im Haus lassen sich meine Terris supergern streichen und knuddeln - draußen haben sie dafür kaum Zeit. Biene nervt´s drinnen und draußen (sie liegt gerne im Körperkontakt daheim, aber ohne Angriffeln durch mich, oder macht was mit mir zusammen). Waren wir aber schon 2 Stunden spazieren, sind sie dafür dann aber doch wieder zu haben, zumindest kurz.

    Generell krieg ich Bossi eher über Spielen zu irgendwas gebracht, oder mit Quietschestimme belohnt, die Mädels würden für Futter alles tun. Wenn Bossi aufgedreht ist, rennt er gern ne Runde mit mir. Wenn Biene aufgedreht ist, macht sie mit mir gern Kunststückchen: Sachen apportieren, auf nen Baum klettern, über Hindernisse hüpfen, was auch immer. Ist sie lustlos, brauch ich nur an Futter zu denken, und sie ist "da". Frieda reagiert ausschließlich auf Futter. Also total situationsabhängig, und generell auch vom Hund abhängig.-

    Belohnung kann ein Spiel sein, Rennen, ein Leckerli, eine kleine Suche, buddeln am Mausloch, nen Hund begrüßen dürfen (den er kennt und mag, und an dem er anständig vorbeigegangen ist), ein Kauknochen (wenn er im Körbchen bleibt daheim), ne Runde Knuddeln, Tricks üben, oder auch einfach nur Aufmerksamkeit. undundund.....

    Wenn Du Deinen Hund ein bißchen beobachtest, merkst Du schnell, in welcher Situation und Laune was am ehesten "zieht". Und dann wird auch die bisherige Spaßbremse "Fußgehen" zum Vergnügen....

    OK, danke nochmal :-) Wieder was gelernt.....

    Paar Kilometer Trails (schon gar net mit Reh im Maul) hab ich noch net probiert..... :-) Wenn Bossli das (ohne Reh!) mal schafft, dann darf er sich König nennen (bislang ist sein Spitzname bei meiner Tochter "Prinz") und kriegt von mir den Rest des Lebens jeden Wunsch von den Augen abgelesen.... *gg (die Konzentration über längere Zeit ist bei dem Wusel noch so ne Sache - wobei ich mir vorstellen könnte, auf der Wildspur ist die Motivation noch höher....*gg)

    Fusselchen mute ich größere Strecken nicht zu, die soll halt einfach ihren Spaß haben mit ihren (fast?) ca. 14 Jahren....

    Bin gespannt, wie die Entscheidung hier letztlich aussieht!