Super - das ist doch schon mal ein toller Anfang, was Du da berichtest!
Ansonsten noch ein Tip von mir: pack einfach mal ein bisserl Humor aus :-) Laß Dich nicht von irgendwelchen Tips verunsichern, laß Dein Bauchgefühl sprechen. Du selbst kennst Deinen Hund immer noch am besten und kannst am ehesten entscheiden, was für Euch beide paßt. Probier aus, worauf der Hund reagiert, und was bei ihm dazu führt, daß er "dicht macht", und paß darauf Dein Verhalten an, sodaß er Dich verstehen kann und bereit ist zur Zusammenarbeit.
Wenn Hundi sich knurrend/grummelnd nebens Körbchen legt, lach doch einfach darüber. Ich sag zu meinen bei sowas "Du alter Kasper, was machst Du denn, sollst doch ins Körbchen!", gehe zum Körbchen und locke ihn freundlich dort hin, notfalls die ersten Male mit Leckerli versuchen oder Kauknochen. Oder ich akzeptiere einfach, daß er das net mag (die Nordischen sind mit ihrem Fell vielleicht auch schnell mal zu warm und legen sich dann lieber lieber auf kühlen Boden), dann sag ich halt nur "geh auf die Seite" oder so, sodaß er sich aussuchen kann, ob er sich ins Körbchen oder auf den Boden legen möchte, Hauptsache, er ist aus dem Weg.
Oder, wenn er sich net setzen mag, locke ich ihn einfach zu mir her (auch hier ohne Kommando, eher so "Wassn los, komm mal her" als Kommunikation oder Vorschlag) und verlang dasselbe nochmal (incl. Sichtzeichen) und belohne das dann entsprechend. Er kriegt dann also ne neue Chance, und damit kann ich ihn wieder belohnen. Wenn er nur herkommt, sich aber nicht setzt, sag ich nur mal "Bossiiiii" (Im Tonfall von "Hey, ich hab doch was gesagt" oder "hallo - hast Du mich gehört?"), oder räuspere mich vernehmlich und übertrieben. Wenn ers dann net macht, sage ich "schade" mit nem Schulterucken, nehm das Leckerli und schieb´s der Biene in die Gusche (wenns nach Leckerli riecht, ist die immer in Reichweite... *gg) - er hatte seine Chance. Dann nochmal versuchen - und siehe da, Hundi setzt sich..... *hähä.....
Mit sowas zeigst Du, daß Du souverän bist, Dich net provozieren läßt, und bestehst auf den Dingen, die Du verlangst, ohne das Risiko einzugehen, nen Kampf um den größeren Dickkopp zu provozieren. Hat man doch als souveräner Hundeführer gar net nötig, darum zu kämpfen, daß der Hund was macht.
Auch Deine Einstellung zur Arbeit mit dem Hund registriert der Hund. Also, ob Du beim Gassi im Kopf ein "Mist, jetzt darf ich den wieder die ganze Zeit hinter mich schieben" hast, oder ein "sch...., da kommt ein Hund, gleich springt der wieder in die Leine", oder ein freudiges: "mal gucken, was er macht, wenn ich nix sage" oder ein "Hey, komm, wir gehen ein Stück zusammen", wenn Du "Fuß" verlangst.
Da fällt mir noch ein: wenn ein Hund kommt, könntest Du auch einfach ein "Fuß" verlangen, wenn das dann mal mit Spaß eintrainiert wurde, oder einen Trick, wenn das der Hund so gerne macht. Vielleicht schaffst Du es, daß Dein Hund einen entgegenkommenden Fremdhund mit "Pfötchengeben" verknüpft, und sich irgendwann automatisch Dir zuwendet, um Dir das Pfötchen zu geben, wenn ein Hund kommt.
Der Hund braucht die Info, was er tun darf - die Info allein, daß er nicht pöbeln soll, reicht meist nicht. Und das gilt für jedes unerwünschte Verhalten - "Fernbedienung fressen ist doof - aber den Kauknochen darfst Du." - "Sofa is doof - aber da hast Du Dein schönes großes Kissen, ich leg´s neben das Sofa." - "Pöbeln is doof - gib mir das Pfötchen". Und mit dem anschließenden Lob, wenn er das durchführt, verknüpft er gleichzeitig den entgegenkommenden Hund. Dann sind künftig entgegenkommende Hunde toll.
Ich habs mit Bossi probiert, der hat gepöbelt vom Feinsten. Jedes Mal, wenn ein Hund kam, hat er sein Quietscheballi bekommen. Spielen und dafür zu-mir-wenden als Alternative zum Pöbeln. Ich habe gesehen, er stellt die Bürste auf, aber bevor er so richtig loslegen konnte, hab ich (die ersten Male, damit ers überhaupt bemerkt, daß ich das Teil dabei hab) kurz gequietscht, er guckte und bekam das Teil. Noch auf demselben Spaziergang fing er an, wenn ein Hund entgegenkam, nach seinem Balli in meiner Bauchtasche zu gucken. Und als ich mich dann bei einem Kaffee vom Üben erholte, und ein Hundi vorbeilief - stand er auf, griff in die Bauchtasche und holte sich selbst das Quietscheballi raus *lach..... Heute wendet er in 90% der Fälle (je nach Abstand), wenn ein Hund entgegenkommt und ich eine angespannte Reaktion bemerke, mit einem leisen "Hey" seinen Blick auf mich und wedelt.
Achja - Belohnung ist das, was der HUND als Solche empfindet, nicht der Halter. Ich find´s toll, wenn am Ende der Arbeit Gehalt auf dem Konto ist - für meinen Hund wäre das keine Belohnung, der findet ein Leckerli oder ne Runde toben sicher besser. Auch wenn ich ein neues Auto bräuchte, wäre mir das eine schöne Belohnung. Aber wenn ich grad keinen Bock auf Autofahren hab, könnte sich derjenige das Ding wohin stecken. Da würde dann jemand mit nem Buch in der Hand vielleicht eher punkten.
Belohnungen sind also situationsabhängig, aber auch vom Hund abhängig. Im Haus lassen sich meine Terris supergern streichen und knuddeln - draußen haben sie dafür kaum Zeit. Biene nervt´s drinnen und draußen (sie liegt gerne im Körperkontakt daheim, aber ohne Angriffeln durch mich, oder macht was mit mir zusammen). Waren wir aber schon 2 Stunden spazieren, sind sie dafür dann aber doch wieder zu haben, zumindest kurz.
Generell krieg ich Bossi eher über Spielen zu irgendwas gebracht, oder mit Quietschestimme belohnt, die Mädels würden für Futter alles tun. Wenn Bossi aufgedreht ist, rennt er gern ne Runde mit mir. Wenn Biene aufgedreht ist, macht sie mit mir gern Kunststückchen: Sachen apportieren, auf nen Baum klettern, über Hindernisse hüpfen, was auch immer. Ist sie lustlos, brauch ich nur an Futter zu denken, und sie ist "da". Frieda reagiert ausschließlich auf Futter. Also total situationsabhängig, und generell auch vom Hund abhängig.-
Belohnung kann ein Spiel sein, Rennen, ein Leckerli, eine kleine Suche, buddeln am Mausloch, nen Hund begrüßen dürfen (den er kennt und mag, und an dem er anständig vorbeigegangen ist), ein Kauknochen (wenn er im Körbchen bleibt daheim), ne Runde Knuddeln, Tricks üben, oder auch einfach nur Aufmerksamkeit. undundund.....
Wenn Du Deinen Hund ein bißchen beobachtest, merkst Du schnell, in welcher Situation und Laune was am ehesten "zieht". Und dann wird auch die bisherige Spaßbremse "Fußgehen" zum Vergnügen....