Liebe Blue Moon - Maria,
mir ist ganz schwindelig vom Lesen. Ich bin kein Hundetrainer - wie einige andere hier die Dir schon geantwortet haben. Und ich hab keine Erfahrung mit Bordern. Daher möchte ich Dir nur mal meine Gefühle schildern die Deine Texte bei mir ausgelöst haben.
Ich wurde unruhig, nervös, hibbelig - was sonst garnicht meine Art ist. Ich bin auf meinem Stuhl hin- und hergerutscht und hatte das dringende Bedürfniss irgendwas zu zerstören. Du machst mich irgendwie aggressiv :x
Wäre ich ein Hund hätte ich wohl begonnen zu zwicken und zu beißen, oder was zu schreddern.
so - vielleicht hilft Dir das ja was zu erkennen.
Und nu noch meine Gedanken:
Wer erzieht bei Euch eigentlich wen?
Ich les immer nur: Peggy mag das nicht, will das nicht, geht garnicht, kann man mit ihr nicht machen usw.
Wo bleibt da DEIN Wille?
Also hätte mein Hund jemals versucht mich in die Brust zu zwicken hätte er wohl seine erste Flugstunde verpaßt bekommen. Mit meinem früheren Kater war das so - schon aus Reflex, da hab ich garnicht lange nachgedacht.
Du schreibst selbst, ein paar Dinge kannst Du nicht extra für Peggy ändern (z.B. Leah abschaffen) - aber den Rest schon?
HÄÄÄ? Gehts noch?
Wie wärs denn mal damit das Peggy sich Eurem Haushalt und Lebensstil unterordnet?
Und dann diese ganzen Analysen:
schwierige Kindheit, arbeitswütige Linie, wieviele Trainer und Psychologen sind in den 6,5 Monaten schon gescheitert?
Wie, glaubst Du, kriegen Leute die Erziehung von Hunden hin, deren Vergangenheit überhaupt nicht bekannt ist (Tierheim, Ausland) und deren Gene auch nicht (undefinierbare Mixe)?
OK, gesundheitliche Gründe würde ich auch unbedingt abklären und ausschließen wollen. Wenn das was im Argen liegt nutzt kein Training der Welt was.
Aber ansonsten würde ich dieses Köterchen ganz fix zu einer netten Nebensächlichkeit runter definieren, mit dem man sich selbstverständlich 2-3 mal am Tag intensiv beschäftigt, das aber gefälligst nach meinen Regeln bei mir leben darf - und nicht umgekehrt.
Was Du in der kurzen Zeit schon alles veranstaltet hast, was Du alles schildern kannst und haarkleinst beobachtest - der reine Wahnsinn.
Dutzende Trainer und Therapeuten braucht es sicher nicht - nur den festen Entschluß im Haus (und auch sonst) die Hosen wieder anzuziehen. Erziehung fängt immer im Kopf an - im Kopf des Erziehers.
Und da Du ja gerne praktische konkrete Hinweise möchtest:
- Dein Time out gefällt mir im Ansatz ganz gut, das würde ich ausweiten. Auch in einen anderen Raum und Türe zu. Damit verbunden das klassische Alleinbleib-Training.
- Stubenreinheit würde ich nochmal bei NULL anfangen wie bei einem Welpen.
- Die Tipps von Shoppy würde ich genauso trainieren, das ganze Programm knallhart runterfahren, es gibt Nullkommagarnix solange dieses Theater andauert ... und es gibt den Hundehimmel auf Erden sobald das Sturköpfchen brav ist
- ob Du zum Durchsetzen eines NEIN nun eine Spritzpistole benötigst weiss ich nicht, kann schon helfen manchmal ... aber das NEIN würde ich gründlich aufbauen.
ich schreib Dir noch ein paar Links rein, die ich mir im Laufe der Zeit rausgesammelt hab:
Fluffys Nein-Kommando-Training
Fluffys Konzept zur Stubenreinheit
literaturschocks Erfahrung wie viel die Gedanken bewirken
ob es Dir hilft weiss ich nicht - meinetwegen lynchst Du mich jetzt auch. Ich hoffe aber das es Deinem Hund hilft 
lg
susa