Zitat
Aber sie ist eigentlich so ein lieber, eher ängstlicher Hund, deshalb war ich so erschrocken.
Ich will sie auch nicht gleich wieder aufgeben, sondern lernen mit dem Verhalten umzugehen und sie noch zu erziehen.
Hall Yvonne,
Du schreibst es ja selbst: Sie ist ängstlich - und da Hunde i.d.R. keine typischen Fluchttiere sind (wie z.B. Pferde) gilt: Angriff ist die beste Verteidigung!
Da sie aus schlechter Haltung kommt ist sie anscheinende nicht oder nur wenig sozialisiert. Das bedeutet, sie kennt weder Kontakt zu anderen Hunden (oder nur schlechten) - noch andere Menschen, unseren normalen Alltag mit Spaziergängern, Walkern, Radfahrern, Kinderwagen, Inlinern, Mofas, Kinderwagen usw.usw.usw.
Wenn Du Dir da selbst so unsicher bist, wirst Du vor Ort nen guten Trainer brauchen, der Dir ein paar Tricks beibringt.
Aber als vorbeugende Management-Maßnahmen kannst Du auch jetzt schon ohne Trainer folgendes beachten:
1. Kein Kind (egal wie groß Deine größere Tochter ist) kann einen irgendwie aggressiven Hund führen. Das liegt vor allem daran, das der Hund dem Kind nicht zutraut, notfalls Schutz bieten zu können und die "gefährliche" Situation regeln zu können.
2. Sollte es organisatorisch unvermeidbar sein, den Hund in solche Situationen zu bringen, dann nur noch mit Maulkorb. Daran muss der Hund zunächst schrittweise gewöhnt werden.
Ein weiteres "Erfolgserlebniss" durch Beissen musst Du unbedingt verhindern.
3. Besser ist es allerdings, den Hund erst garnicht in solche Schwierigkeiten zu bringen. Für ihn war das eine bedrohliche Situation, in der er sich nicht mehr anders zu helfen wußte.
Du musst Deinen Hund ganz langsam, zunächst mit sehr großen Abstand, an andere Hunde und an Menschen gewöhnen. Die Anwesenheit von anderen Hunden und Menschen wird Stress bei ihm auslösen - das wird er Dir auch deutlich durch Körpersprache zeigen. Du musst daher den Abstand so groß halten, das er fast keinen oder nur ganz wenig Stress zeigt und dann dafür sorgen, das er sich besonders wohl fühlt (mit Leckerlies, mit Spielen, mit Streicheln - nicht mit Reden!)
Nach und nach (aber wirklich sehr langsam) kann man dann nach Wochen oder Monaten den Abstand verringern.
Such Dir für dieses Training unbedingt nen guten Trainer - der kann Dir auch die Körpersprache "übersetzen" bis Du es selber gut drauf hast.
lg
susa