Okay - dann muss ich wohl erstmal genauer definieren, was für mich ein guter Trainer ist.
Ein guter Trainer weiss viel über Hunde und kann dieses Wissen nachvollziehbar vermitteln, d.h. er kann Dir erklären wann ein Hund so ungefähr welche Entwicklungsphasen durchläuft, wie Hunde lernen und generalisieren oder eben nicht, wie die Körpersprache zu deuten ist. Er erkennt wenn es dem Hund schlecht geht und schickt Dich zum Tierarzt.
Er kann Dir das Handling zeigen und beibringen und Dich im Timing kontrollieren. Und er hat ausreichendes Personal im Hintergrund für entsprechende Trainingseinheiten.
Ich glaube einfach das Du ganz bestimmt alles Notwendige schon in Bernau gelernt hast, falls Ihr dort irgendein Thema noch nicht angesprochen habt kannst Du es auch hier nachlesen - hier steht mehr Wissen drin als man eigentlich braucht um nen Hund groß zu ziehen.
Beziehungsarbeit: Es ist so schwer in Worte zu fassen
... für mich liest es sich so als würdest Du viel zu viel machen weil Du ein bestimmtes Ergebniss erreichen willst.
Klar, Du willst z.B. nicht gebissen werden. Du willst z.B. nicht, das Dein Mädel an der Leine rumpöbelt bloss weil da ein Skateboardfahrer langfährt. Und Du willst auch zuhause oder bei Deinen Eltern im Garten wieder mal Besuch empfangen.
Lauter verständliche und ganz normale Ansprüche gegenüber einem Hund.
Aber was würdest Du tun wenn Du nun wüßtest, das diese Ziele niemals mit Deinem Hund erreichbar wären?
Und dieser Hund so natürlich auch nicht vermittelbar ist?
Richtig - Du müsstest einen Weg finden trotzdem irgendwie mit dem Hund klarzukommen, die Probleme so zu managen das möglichst wenig Schaden entsteht.
Und genau auf dieses Niveau würde ich an Deiner Stelle erstmal das Training runterfahren. Ich würd komplett auf Null gehen, jeden Druck rausnehmen und erstmal nur zusammensein. Wäre Dein Hund mein Hund, dann müsste die nix können, auf kein Kommando hören, und dürfte ruhig auch an der Leine rumpöbeln. (Erstmal
)
Bzw. würde ich sie mir am Geschirr packen und ruhig und absolut kommentarlos hinter mir halten.
Und dann würd ich versuchen möglichst viel mit Ihr zu unternehmen ... Spielchen spielen unterwegs, z.B. Fährtensuche, über Baumstämme hüpfen. Auch zuhause ... das im Körbchen warten ist doch ein tolles Spiel und Deine Kleine kann das bestimmt schon richtig gut. Irgendwann kann sie es dann sogar, wenn Besuch kommt.
Beziehungsarbeit bedeutet für mich, das Beiden Beteiligten völlig klar werden muss, das sie zusammengehören, das sie einander vertrauen und sich aufeinander verlassen können. (Also ohne Trainer, ohne neue Methoden) Dafür ist der Tagesablauf immer klar, und auch die Hausordnung wird nicht mal so und mal so gehandhabt.
Wichtig ist nur, das Deine Kleine weiss, das Du manche Dinge entscheidest weil Du es eben besser drauf hast und sie so sicher durch diese Welt führst. (Das ist für mich der Unterschied zwischen Führen und Dominieren, das braucht kein Mensch und auch kein Hund)
Glaub mir, der Rest kommt irgendwann von ganz allein oder Du kannst es schrittweise mal bissi üben. Allerdings wirst Du vielleicht 3-4 Monate brauchen bis Dein Hund Dir glaubt, das es jetzt so ist.
lg
susa