Beiträge von BigJoy

    Hm, Hunde weinen eigentlich nicht. Hat sie vielleicht eine Bindehautentzündung?

    Dass sie verwirrt ist und ihre Bezugsgruppe sucht, halte ich für normal. Es ist auch so gesehen gut, weil es dir zeigt, dass sie bindungsfähig ist - aber es dauert halt eine gewisse Zeit, bis sie sich an euch bindet über gemeinsame Erlebnisse, den Umgang miteinander.

    Als Lautäußerung aus Einsamkeit kenne ich eher ein "Wolfsgeheul", mit dem ein Hund versucht, seine Peergroup zu rufen - kein Bellen. Bellen kenne ich da eher als Aufmerksamkeit erheischendes Verhalten bzw. als Stressausdruck bei hoher Erregungslage.

    Ich würde, wie gesagt, alles so machen, wie es ihr macht und dabei möglichst nicht zu viel Rücksicht auf sie zu nehmen. Denn das kann ihre Unsicherheit verstärken. Sicherheit gibt ihr eher, wenn sie merkt: Ihr sagt, was zu tun ist und ihr macht, was zu machen ist. Dass sie merkt: Es bringt was, sich an euch zu orientieren.

    Lasst euch Zeit, sie ist ja erst kurz da. Vielleicht den Nachbarn kurz Bescheid geben, dass ihr dran arbeitet, euer Neuzugang nicht so laut bleiben wird, wie er jetzt ist ;)

    Das nächtliche Bellen würde ich versuchen auszusitzen. Sie kann ja zum anderen Hund (Treppe dürfte an sich kein Problem sein, es schadet nicht, wenn sie sich überwinden muss), wenn sie wollte.
    Evt. ist sie auch gewohnt, bei ihren Menschen im Schlafzimmer zu schlafen? Viele Hunde mögen das gerne, als "Gruppe" gemeinsam zu nächtigen - aber das müsst ihr wissen, ob ihr das wollt bzw. für sie ändern wollt, denn bisher schläft eurer Hund ja außerhalb des SZ.

    Da ihr Kontakt zu einer Trainerin hattet, könntet ihr auch mit ihr nach einiger Zeit mal einen Termin vereinbaren - aber zur Zeit würde ich den Hund einfach "ankommen" lassen, wenn das eure Nerven und Nachbarn mitmachen (wg. der Bellerei). Wenn das nicht geht, könnte euch die Trainerin vermutlich Tipps geben, auch Hausregeln, Tipps zum Timing der Intervention beim Bellen usw.

    Und wg. der tränenden Augen TA?

    Hallo Rainer, willkommen im Forum und Gratulation zum Zweithund!

    Ich denke, Maja wird es den Start erleichtern, wenn sie einfach erstmal euch, den Ersthund und euren Alltag kennen lernt. Lasst euch Zeit, euch aneinander zu gewöhnen. Macht alle Abläufe so, wie sie halt sind, aber verlangt nicht groß mehr von ihr als mitzumachen.

    Beim Bellen würde ich jedes Nichtbellen verstärken, damit sie nach und nach mitkriegt, was für ein Verhalten von ihr erwünscht ist. Ruhiges Verhalten fördern, verbal loben usw.
    Ich würde das Bellen versuchen zu unterbrechen mit einem "Psst" - wenn sie kurz durch dein Geräusch innehält und zu dir schaut, schnell belohnen.
    Vermutlich ist das Bellen - neben schlechter Angewohnheit - auch Zeichen einer erhöhten Erregung. Die wird ja hoffentlich automatisch etwas abnehmen, wenn sie bei euch eingelebter ist. Danach seht ihr dann, wo noch Baustellen übrig sind. Der Spitz an sich ist ja ein Wächter bzw. sollte mal einer sein, von daher bringt er auch ein "loses Mundwerk" mit - aber das ist schon beeinflussbar.
    Aber lasst sie erstmal ankommen.

    Die Zecke würde ich ehrlich gesagt gleich entfernen. Ran und weg, sozusagen.
    Male dir nicht aus, dass sie damit gleich Schlechtes mitbekommt bei euch - sondern, dass sie gleich merkt: "Zeckenziehen ist easy."
    Macht euch einen "Plan", am besten hält sie einer fest und einer zieht die Zecke und danach alles easy, ruhige Streichkleinheit (ich würde das erstmal nicht groß belohnen, sondern das als "freundlichen Umgang miteinander) zu etablieren versuchen. Kann man auch gut machen, bevor man rausgeht, der Szenenwechsel hilft, dass der evt. negative Eindruck schnell verfliegt.

    Ein schönes Zusammenfinden wünsche ich euch.

    Auch mal eine interessante Terrier-Beschreibung
    (aus dem Thread zu den aggressiven Welpen):

    (...)
    sie sind auch als Erwachsene zwar typische Terrier (kurzer Zünder, dicke Eier, Löwenherz), aber in der Gruppe gut verträglich und für Menschen jederzeit unbedenklich (man kann sie z.B. bei kleineren Jagdverletzungen ohne weiteres ohne Sedation klammern).
    (...)

    Intuitives Verhalten antrainieren? Ist das nicht ein Widerspruch in sich?

    ich meine, dass ein Hund eine gewissen Bandbreite hat, in der er sein Verhalten zeigen kann.
    Pushe ich seine Freude bzw. bremse sie nicht aus, wird sich dieses überschwängliche Freude bei ihm etablieren.
    Der gleichen Hund könnte mit einem anderen Umgang/HH sich auf einem anderen "Grad" des Freudenausdrucks einschwingen.

    Und das läuft eben nicht nur über Erziehung, sondern auch über Kommunikation, von sozialem Wesen zu sozialem Wesen.
    Ich forme einen Hund (er mich ggf. auch auf eine gewisse Weise).
    - Bestenfalls suche ich mir einen Hund danach aus, was ich da formen kann bzw. was vorhanden ist.

    (...) und greife nur dann ein, wenn sie sich "daneben benimmt", also springt, rempelt oder (für meinen Geschmack) zu sehr hochdreht.

    Das meinte ich mit "unhöflich" - da greifst du auch ein.

    Ich glaube, das ist ein Stück weit auch so ein "Hund & Halter" Ding, da färben die beiden Kommunikationsteilnehmer (Mensch und Hund) aufeinander ab.
    Ich sehe Erziehung auch als Kommunikation mit dem Hund an. Ich forme meinen Hund auch, indem ich etwas von ihm will, ein anderer Verhalten unterbinde. Das geht ihm dann irgendwann "in Fleisch und Blut über". Das ist noch mal mehr als die Kommandoebene. - Ich glaube, ich fasse Erziehung weiter.
    Und so gesehen passt das schon, wenn man sich freut, wie der Hund sich freut, man ihn sich mehr freuen lässt deswegen.
    Nur wenn Unbeteiligte, wie andere Menschen und Hunde, da was abbekommen von, wider Willen, ist das halt blöd.
    DA verläuft "die Front".

    Ich weiß nicht, ob ich die Frage richtig verstehe. Denn für mich ist höfliches Verhalten auch Erziehungssache. Wie immer: Erwünschtes Verhalten wird gefördert und belohnt, unerwünschtes Verhalten verhindert, ggf. umgelenkt, sanktioniert, ignoriert, je nach Kontext.

    Klar hat das auch etwas mit dem Temperament des Hundes zu tun, mit seiner Persönlichkeit, ob er eher überschwänglich ist, unbedingt zu Menschen und Hund hin will oder mehr Höflichkeit mitbringt.

    Ich selbst habe zur Zeit einen ausgesprochen höflichen Hund, der oft von "Haudegen" und "Tut-Nixen" bedrängt wird. Und immer wieder erlebe ich das als ein hausgemachtes Problem bzw. sehe ich fehlendes Problembewusstsein bei den HH: "Der will doch nur spielen", "der will immer zu jedem Hund hin", "einmal Hallo sagen" - und das ist dann selbstverstärkend, man sieht ja, wie es den Hund hochpusht, in freudiger Erwartung, gleich zu Hund/Mensch hinzukönnen. Das ist dann wie beim Betteln: Es lohnt sich zu betteln, selbst wenn nur jedes 10. Mal etwas abfällt dabei.
    Häufig fehlt den HH dann die Konsequenz. Oder sie mögen diese "lebensfrohe" Haltung ihres Hundes einfach gerne und werten es nicht als diese grobe Unhöflichkeit, die es "eigentlich" darstellt.

    Von den Aufzuchtbedingungen her bringt es wohl was, wenn neben der Mutter noch andere Alttiere da sind, die den Welpen Ansagen machen, wenn diese zu unhöflich sind. Welpen untereinander lernen kaum Höflichkeit, weil die ja alle ähnlich impulsgesteuert sind. Höflichkeit hat auch etwas mit Impulskontrolle zu tun. Und diese kann man trainieren.

    - Darf ich mal kurz mit einer Wissensfrage dazwischen grätschen?

    Wozu trägt der Hund von Welt das?
    Zum Fressen könnte ich das ja verstehen, damit die Ohren nicht in den Napf hängen - aber der Hund lief auf der Ausstellung, außerhalb des Ringes, so rum.

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