Beiträge von BigJoy

    Vielleicht gewöhnst du dich auch dran, wenn du erstmal 2 Wo in der Wohnung bist? (Ich denke an so Umzugsopfer wie Kabelverlegen, Bohrlöcher zumachen usw - die sind manchmal auch noch Jahre lang da, ohne dass man sie sieht... ;)

    Oder wie wäre es mit 1 Blickfang, auf den sich das Auge lenkt, weg von der Tür? Postkarte(n), Dekogedöns...

    Ich würde auch die Schleppleine einpacken und dann schauen, wie es am Strand abläuft: a) wie verhält sich Benno (ist er "ansprechbar" oder dreht er voll ab? :smile: ) b) laufen die anderen Hunde frei, wie ist die Toleranz gegenüber Hundekontakten, wildes Gruppentoben usw.

    Und dann klappt das und wird sicher super!

    (Waren letzten Sommer in Scharbeutz, da ist nur ca 200 m Hundestrand, sehr eng und dicht besiedelt. Dennoch total entspannte Stimmung, fast alle Hunde liefen frei und eigentlich freuten sich alle über die tobenden und spielende Hunde - dafür waren sie ja gekommen :D )

    Wegen der Fähre: Ich würde kein Gewese drum machen. Motto: "Ist total normal, Fähre zu fahren!". Sprich ich würde ihn auch nicht sonderlich loben, locken oder so. Weil für normale Sachen macht man das ja nicht ;)

    Ein Dobi-Halter sagte mir mal, er hätte sich auch deshalb für einen Dobi entschieden, weil der anderen Leuten Respekt einflößt und er so ohne Angst in der Gegend rumlaufen kann, selbst nachts und egal, wer ihm begegnet.

    Während meiner Entscheidung, welcher Hund es für mich sein soll, schieden Hunde, die anderen Angst machen, aus. Denn mein Hund sollte mit auf die Arbeit (Publikumsverkehr). In diesem Zuge habe ich gemerkt, dass es schon gewisse "Angstbilder" von Hunden gibt, was Leute als furchterregend erleben (Größe/Farbe, Statur, Gebiss, "Ruf der Rasse"...).
    Selbst wenn ich meinen Dobi/Rooweiler/Pitbull usw liebe - ich kriege doch sehr schnell andersartige Reaktionen von anderen mit (weiß die meist schon vorher, von wegen "Waaas, so einen willst du dir anschaffen?!").

    Ich denke, dass es einen Teil des Reizes zB bei der Dobi-Haltung ist, dass der Hund auf andere furchteinflößender wirkt als zB ein Pudel oder ein Goldie, ich selbst ihn aber als so lieb und freundlich erlebe.

    Ich denke, sie zeigt das Verhalten, mit dem sie bisher am besten klar kam, den größten Erfolg hat. Eh sie eins drüber kriegt, hält sie die Hunde lieber lautstark auf Abstand. Insofern kann sie hündisch! Denn ihr Verhalten funktioniert ja, die meisten Hunde bleiben/gehen auf Abstand.
    Klar, damit nimmt sie sich positive Erlebnisse mit Hunden (weil sie anscheinend immer davon ausgeht, dass es Stress gibt bzw in Stress gerät).
    Insofern finde ich es sehr gut, dass sie neben spielenden Hunden ruhig bleibt! Das ist ja immerhin eine stressfreie Situation für sie.
    In Gruppenstunden mit Hunden könnte sie dieses friedliche Nebeneinander von Hunden erfahren. Und wenn es zu ihr unangenehmen Hundekontakten kommt, geschieht dies im geschützten Rahmen, Hund u Halterin können Hilfestellung bekommen, wie in kritischen Situationen zu verfahren ist (und auch, was überhaupt eine kritische Situation ist oder wie sie sich aufbaut)

    Etwas aus meiner persönlichen Trickkiste:
    Wenn ich davon überzeugt bin, dass der andere Hund friedlich ist, nehm ich Kontakt zu ihm auf, streichel ihn. Dann kommt mein Hund an, will sich dazwischen drängeln - und dieser Wunsch ist stärker als ihre Angst. Und ups, steht sie neben dem anderen Hund und nichts passiert - Lernerfolg.
    Inzwischen nutzt sie diese Situation, indem sie den anderen Hund vorsichtig beschnüffelt - Lernerfolg, da erweitertes Verhaltensrepertoire.

    Trick 2: Feste Gassihundegruppe. Erst mal Stress, bis alle begriffen haben, dass sie Joy in Ruhe lassen sollen bzw Joy merkt, ey, die lassen mich ja in Ruhe. Dann, spannend: Fremdhundkontakte. Die vertraute Hundegruppe nimmt Kontakt auf - Joy hängt sich dran! Sie hat begriffen, dass die anderen Hunde den Fremdhund "stellen", binden und sie dann in aller Ruhe an dem Hund schnüffeln oder weiter laufen kann. Sie merkt, dass sie von anderen Hunden profitieren kann.

    Ich persönlich achte immer darauf, dass für Joy jeder Hundekontakt entspannt endet - um die Aversion gegen Hunde nicht weiter zu verstärken. Anfangs waren ihre Entspannungszeichen nur sehr klein (bzw gar nicht da). Ich musste den Hund erst lesen lernen und Zutrauen in die ganze Situation entwickeln.

    Aber all das braucht Zeit. Das ist ein ganzes Programm, denn neben den direkte Stresssituationen gilt es auch, das Selbstbewusstsein des Hundes und das Vertrauen in seine Menschen (teils "in die Welt") aufzubauen - beides hebt die Reizschwelle für Stressempfinden enorm.

    Es kann sein, dass Rosina (und Joy) nie mit anderen Hunden spielen wird. Aber ich denke schon, dass man solchen Hunden den Stress nehmen kann, denen ihnen andere Hunde (und teils auch das eigene Verhalten) machen.
    Ich persönlich setze jedenfalls darauf, meinen Hund zu stabilisieren. Denn es gibt nunmal andere Hunde auf dieser Welt, ich kann sie nicht vor Hundekontakten bewahren (außer ich würde sie wie ein Meerschweinchen halten ;) )

    Ich lass mal diesen hochinteressanten Thread wieder aufleben.

    Denkt ihr, dass Windhunde eher zur Ängstlichkeit neigen als andere Rassen? Vielleicht aufgrund ihrer Sensibilität?


    Hintergrund: Ich träume auch von einem Windhund, später mal... Meine jetzige Hündin soll laut Herzspezialist ein Windhundmix sein (ein Tierschutzhund mit übler Vergangenheit). Und sie hat so viel Angst mitgebracht... Es kostet uns beiden viel Nerven, sie zB an andere Hunde zu gewöhnen - die meisten sind ihr zu rüpelig und zu aufdringlich. Aufgrund ihres Angstverhaltens machte sie sich leider oft selbst zum Hasen - das haben wir mit viel, viel Training langsam im Griff. Nur manchmal denke ich: Der nächste Hund (so in 15 J) wird ein Molosser oder ein Terrier, jedenfalls einer, der sich weniger schnell beeindrucken und aus der Ruhe bringen lässt wie meine zarte Seele.
    Zugespitzt gefragt: Soll ich mir den Windhund lieber abschminken, sind die einfach zu zart im Wesen für die normale Rüpelhundewelt?