Ich möchte dich auch ermutigen und dreh den Threadtitel deshalb um:
Es ist ein Arbeiten MIT der Zeit!
Denn jeder Tag zählt und bringt dich deinem Ziel, einen entspannten Hund zu haben, näher!
Ich habe an meinem Notfell 2 J massiv gearbeitet. Und nun haben wir ein Plateau erreicht, mit dem wir beide sehr zufrieden sind.
Rückblickend habe ich festgestellt, dass ca alle 3 Monate ein Entwicklungssprung aufgetreten ist. Und zwar unabhängig davon, ob ich frustriert war oder nicht, "plötzlich" klappte etwas. Das schien von heute auf morgen - war es aber natürlich nicht. Die Politik der kleinen Schritte. Manchmal für mich unmerkbar kleine Schritte und dann, tarara, machte mein Hund "plötzlich" einen Riesenschritt.
Also ist Durchhalten angesagt. Und dabei ist die Zeit dein Freund!
Mir hat sehr geholfen, dass ich für die wichtigsten Baustellen einen Plan hatte. Ich hab den (teilweise stumpf) durchgezogen. Situation X, ich mache Y, soll beim Hund Z ergeben. Und i r g e n d w a n n, nach unzähligen Wiederholungen, ging die Rechnung auf.
Ich habe mich vorher damit auseinander gesetzt, welcher Plan sinnvoll ist. Das half, ihn nicht immer wieder in Frage zu stellen, sondern ihn im Alltag nervenschonend anzuwenden.
Als/wenn alles zu viel erscheint, hab ich Prioritäten gesetzt. Dann habe ich auf einige Sachen sehr konsequent geachtet und die anderen auf später verschoben. Und, sieh an: Von den Sachen, die oben auf der Liste standen, haben Erfolge abgestrahlt auf die Sachen unten auf der Liste.
Ich kann dir Mut machen, dass eine Zeit kommt, in der man nicht mehr so weit zurück fällt bei den Übungen wie anfangs. Es gibt eine heikle Phase, in der es massive Rückfälle geben kann. Aber wenn man am Ball bleibt (was du ja tust), geht die vorbei. Und danach fällt man weniger tief oder weniger lang zurück!!!
Was mich auch noch motiviert hat, eine Art Autosuggestion, war die Zahl 600. Hatte ich in irgendeinem Hundebuch gelesen: Es kann 600 Wiederholungen brauchen, bis der Hund ein neues Verhalten verankert hat. Und wenn dann eine Situation nicht klappte, dachte ich mir: Die zählt mit bei den 600 und deshalb war sie doch erfolgreich (wenn nach Plan gearbeitet wurde).
Worauf ich auch immer geachtet habe, erst recht wenn die Nerven blank waren: Ich habe immer Sachen mit dem Hund gemacht, die mir eine Freude bereitet haben. Eine Art Work-Happiness-Balance. Ich hatte zB Spazierstrecken, die "reizärmer" waren und uns dadurch entspanntere Spaziergänge schenkten. Dabei sah ich meinen Hund dann auch anders, fröhlich, unbeschwert, ausgeglichen und nicht nur als Nervenbündel wie in arbeitsintensiven Situationen.
Oder ich hab mich daran erfreut, wie sie nach dem Traning wie ein Stein schlief und so friedlich wirkte.
Auch ein Frischfleischknochen macht uns beiden gute Laune (ihr beim Fressen, mir beim Zusehen). Oder zur Not auch mal ein neues Halsband, eine neue Leine
Dass man einfach nicht nur mit den Baustellen beschäftigt ist!
Wenn du den Eindruck hast, so gar nicht weiter zu kommen (auch keine 3-Monats-Schritte beobachten kannst), würde ich persönlich noch mal jemanden drauf schauen lassen. Manchmal sind es dann zB Timingfehler oder der Plan kann optimiert werden. Man wird ja bisweilen auch betriebsblind, was den eigenen Hund angeht 
Lange Rede, kurzer Sinn: Kopf hoch (und Herz warm) 