Ich habe einen kleinen Hund (37 cm, 8 kg) und leide trotzdem/auch unter den Kleinen.
Ich muss mich schwer konzentrieren, gegen das Kleinhundflexileinen-Feindbild anzuarbeiten, was sich fast jeden Tag aufs Neue bestätigt...
Wild kläffende Leinenpöbel, Leine auf lang und ab drauf auf meinen Hund. Und dann das große Unverständnis, dass meine nen Bogen läuft oder nach dem pöbelnden Hund schnappt, damit er sie in Ruhe lässt.
Meine ist dann die Unverträgliche, Komische, die die Heile-Wuffi-Schnuffi-Hundewelt stört. Weil sind doch alle soo süß. "Ach, der freut sich immer so über andere Hunde!" - Nee, ist klar, deshalb bellt und knurrt der sie auch wie blöd an. Von den HH kommt dann auch gerne ein mattes "Ach, du bist immer so stürmisch..."
Ich wette, diese Art der Hundebegegnung sind für viele Flexileinenhunde tatsächlich die Highlights des Tages (da empfinde ich dann zwischen meiner Genervtheit auch Mitleid).
Eine andere, etwas seltenere aber doch sehr gängige Reaktion: Mein Hund soll die anderen Hunde erziehen: "Richtig, dem muss mal einer seine Grenzen zeigen!" Ach, und was machen die HH den lieben langen Tag?
(Vielleicht sollte ich anfangen, dafür Erziehungsgeld zu nehmen)
Schon von weitem fixieren diese Hunde meinen Hund, es gäbe also wirklich genug Zeit, einzuwirken. Aber die HH finden es süß, wie ihr Hund zu meiner zieht und geben dem nach.
Die Flexileine gibt ihnen so eine Pseudosicherheit, jederzeit auf ihren Hund einwirken zu können. Flexileine statt Erziehung und Bindung - na super.
Ich reagiere inzwischen auch allergisch auf diese Beschreibungen vom umkomplizierten, immer fröhlichen Kleinhund. Diese Beschreibungen klingen so, als müsste man diese Hunde nicht erziehen und nicht artgerecht halten. Ein Hund ist kein Meerschweinchen!