Mein Hund (37 cm, 8 kg) hat anfangs das gleiche Fluchtverhalten gezeigt wie du es von deinem beschreibst.
Das Problem ist: Dein Hund kann sich durch Flucht der für ihn offensichtlich unangenehmen Hundebegegnung entziehen - und wird deshalb vermutlich immer wieder dieses Verhalten wählen. Damit er ein anderes Verhalten einüben kann, musst du ihn am Fliehen hindern. Mein Vorschlag deshalb: Schleppleine dran.
Das Problem ist, dass sehr viele Hunde das Wegrennen deines Hundes als Jagdspiel verstehen werden. Ich habe meinen (Schleppleinen-gesicherten) Hund deshalb beigebracht, stehen zu bleiben, wenn ein anderer Hund auf ihn zurast. Anfangs hab ich dafür meinen Hund vor dem anderen Hund abgeschirmt.
Noch heute bleibe ich bei heranrasenden Hunden manchmal stehen, um Ruhe in die Situation zu bringen. Ich bleibe stehen, mein Hund bleibt stehen - meist stoppt der andere Hund dann auf meiner Höhe. Und ein stehender Hund ist längst nicht so bedrohlich für meinen Hund wie ein heranrasender.
Es hat gedauert, aber irgendwann hat mein Hund begriffen, dass stehenbleiben stressfreier ist als wegrennen! (Er bringt sich durch das Wegrennen leider selbst in Gefahr, sowohl gegenüber dem Hund als auch wg der Verkehrssituation usw).
Der nächste Schritt war, dass mein Hund Erfahrungen sammeln musste, dass ihn nicht jeder Hund Böses will.
Das gelingt aber nur, wenn der Hund in der Situation bleibt und ihr nicht entflieht!
Und als letzter Schritt, musste mein Hund die Erfahrung machen, dass er einem anderen Hund nicht hilflos ausgeliefert ist, sondern ihm zeigen kann, dass er in Ruhe gelassen werden will.
Mein Hund hat das anfangs mit hektischen Schnappen in die Lefzen gezeigt. Das war eine wichtige "Übergangserfahrung" - sowohl für den Hund als auch für mich!! Nachdem mein kleiner Hund das 1. Mal erfolgreich einen riesen Landser per Lefzenschnapp auf Abstand gehalten hat, wusste ich: Sie kann es! Sie kann hündisch, sie kann sich mit dem anderen Hund verständigen!
Aber ohne Schleppleinentraining, hätte sie sich weiter solchen Situationen entzogen und nie die Erfahrung gemacht, dass andere Hunde nicht auf der Welt sind, um sie zu fressen.
Noch ein "Nebeneffekt" des Schleppleinentrainings: Der Hund bleibt bei dir und bekommt mit, dass er auf dich bauen kann (zB indem du den anderen Hund abschirmst oder schlichtweg ruhig bleibst). Das stärkt eure Bindung! So kann der Hund, wenn ihn selbst der Mut verlässt, sich deines Mutes bedienen, bei dir Schutz suchen und finden. - Diese Erfahrung macht er nicht, wenn er wegläuft! Im Gegenteil, mit jedem Weglaufen "untergräbt" er eure Bindung - denn er löst die Situation für sich alleine, ohne dich (er lässt dich ja stehen/zurück).
PS Ich glaube, diese "meine" Methode funktioniert nur, wenn man als HH das Gefühl hat, dass tatsächlich die wenigsten Hunden einen anderen Hund ernsthaft verletzen wollen. Das braucht es, glaube ich, als Basis.