Beiträge von BigJoy

    Meine Hündin erkennt die Wohnungstüre meines besten Freundes, bei dem sie mehrfach die Woche ist, nicht.
    Sie steuert die richtige Tür an (die rechte von dreien) - aber auf jeder Etage. Bis wir bei ihm in der 3. angekommen sind.
    Sie bleibt an jeder "rechten" Türe stehen und ist in freudiger Erwartung, gleich den Freund zu sehen, wenn er die Türe öffnet.

    Und dann noch kurioser: Geht endlich die richtige Türe auf, rennt der Hund durch, am Freund vorbei!
    Sie rennt hektisch durch die Wohnung, als würde sie ihn suchen!!

    Ich versteh das auch nicht.

    Ich komme mal aus einer ganz anderen Ecke, eine Art Fachfrage:
    Wäre es möglich, dass dein Hund den Fremdhund "wegtreibt"? Also so wie er ein einzelnes Schaf aus der Herde isolieren kann?

    Wäre das vielleicht eine Möglichkeit, dass du die Herde schützt, ohne dass du dich auf den evt unfähigen oder desinteressierten HH verlassen musst und ohne dass Blut fließt?

    (Ist keine rethorische Frage! Ich hab nur leider keine Ahnung vom Schafehüten.)

    Mein Hund (37 cm, 8 kg) hat anfangs das gleiche Fluchtverhalten gezeigt wie du es von deinem beschreibst.
    Das Problem ist: Dein Hund kann sich durch Flucht der für ihn offensichtlich unangenehmen Hundebegegnung entziehen - und wird deshalb vermutlich immer wieder dieses Verhalten wählen. Damit er ein anderes Verhalten einüben kann, musst du ihn am Fliehen hindern. Mein Vorschlag deshalb: Schleppleine dran.

    Das Problem ist, dass sehr viele Hunde das Wegrennen deines Hundes als Jagdspiel verstehen werden. Ich habe meinen (Schleppleinen-gesicherten) Hund deshalb beigebracht, stehen zu bleiben, wenn ein anderer Hund auf ihn zurast. Anfangs hab ich dafür meinen Hund vor dem anderen Hund abgeschirmt.
    Noch heute bleibe ich bei heranrasenden Hunden manchmal stehen, um Ruhe in die Situation zu bringen. Ich bleibe stehen, mein Hund bleibt stehen - meist stoppt der andere Hund dann auf meiner Höhe. Und ein stehender Hund ist längst nicht so bedrohlich für meinen Hund wie ein heranrasender.
    Es hat gedauert, aber irgendwann hat mein Hund begriffen, dass stehenbleiben stressfreier ist als wegrennen! (Er bringt sich durch das Wegrennen leider selbst in Gefahr, sowohl gegenüber dem Hund als auch wg der Verkehrssituation usw).

    Der nächste Schritt war, dass mein Hund Erfahrungen sammeln musste, dass ihn nicht jeder Hund Böses will.
    Das gelingt aber nur, wenn der Hund in der Situation bleibt und ihr nicht entflieht!

    Und als letzter Schritt, musste mein Hund die Erfahrung machen, dass er einem anderen Hund nicht hilflos ausgeliefert ist, sondern ihm zeigen kann, dass er in Ruhe gelassen werden will.
    Mein Hund hat das anfangs mit hektischen Schnappen in die Lefzen gezeigt. Das war eine wichtige "Übergangserfahrung" - sowohl für den Hund als auch für mich!! Nachdem mein kleiner Hund das 1. Mal erfolgreich einen riesen Landser per Lefzenschnapp auf Abstand gehalten hat, wusste ich: Sie kann es! Sie kann hündisch, sie kann sich mit dem anderen Hund verständigen!
    Aber ohne Schleppleinentraining, hätte sie sich weiter solchen Situationen entzogen und nie die Erfahrung gemacht, dass andere Hunde nicht auf der Welt sind, um sie zu fressen.

    Noch ein "Nebeneffekt" des Schleppleinentrainings: Der Hund bleibt bei dir und bekommt mit, dass er auf dich bauen kann (zB indem du den anderen Hund abschirmst oder schlichtweg ruhig bleibst). Das stärkt eure Bindung! So kann der Hund, wenn ihn selbst der Mut verlässt, sich deines Mutes bedienen, bei dir Schutz suchen und finden. - Diese Erfahrung macht er nicht, wenn er wegläuft! Im Gegenteil, mit jedem Weglaufen "untergräbt" er eure Bindung - denn er löst die Situation für sich alleine, ohne dich (er lässt dich ja stehen/zurück).


    PS Ich glaube, diese "meine" Methode funktioniert nur, wenn man als HH das Gefühl hat, dass tatsächlich die wenigsten Hunden einen anderen Hund ernsthaft verletzen wollen. Das braucht es, glaube ich, als Basis.

    Das Anliegen des Doggenbesitzers war, dass er seine Hunde so vor dem Fressen von Giftködern abbringen wollte.
    Er hat das auch beinhart im Haus durchgezogen. ZB als die Dogge einen Keks vom Tisch geklaut hat: "Bringt's her!", Dogge kam herangetrabt, spuckte ihm den Keks vor die Füße - um dann die Hälfte davon abzukriegen.
    (Ich fand's gleichermaßen kurios wie interessant, dieses Vorgehen.)

    Ablauf: Hund findet etwas Fressbares - bringt es zu dir - bekommt etwas ab bzw ein anderes Leckerli.

    Feinschliff: Gilt nur für Sachen, die der Hund bereits im Maul hat (sonst fängt er nachher an, extra nach was Fressbarem zu suchen, das wäre ja nicht Sinn der Sache ;) )

    Zitat


    Hundeschule sind wir. Ich wollte nur mal weitere Meinungen hören. An der Leine laufen und gehorchen ohne Ablenkung funktionieren ja auch wunderbar, einzig eben wenn er von der Leine gelassen wird, dann muss man fangen mit ihm spielen ;-)

    Übt ihr das denn nicht in der Hundeschule? ZB Abruf auf dem Freispiel, also unter Ablenkung?

    Ansonsten würde ich auch zur Schleppleine raten. Die Länge kannst du davon abhängig machen, wie nah der Hund dich heranlässt. Es ist wichtig, dass du deinen Rückruf auch umgesetzt bekommst - deshalb die Schleppleine.

    Evt verknüpft dein Hund das Zurückkommen auch mit dem (langweiligen) Angeleintwerden und Spiel-/Freilaufschluss. Um das rauszukriegen, rufst du ihn zwischendurch, Belohnung (verbal oder Leckerli) und wieder laufen lassen.

    Hier eine Praxismethode (also nicht aus'm Buch, sondern von einem Doggenhalter, der es seit Jahren erfolgreich so praktiziert): Wenn seine Hunde etwas Fressbares finden und es ins Maul nehmen, ruft er sie heran, lässt es sich geben und gibt ihnen dann, wenn's okay ist, ein Stück zum Fressen davon. Wenn es Mist ist, bekommen sie ein anderes Leckerli.
    Sie bringen ihm also das Fressbare, um es nach seinem Check haben zu können.

    (Das gefundene Fressen selbst als Motivation und Verstärkung einzusetzen, hat auch einen Fachnamen... auf den komm ich aber gerade nicht... Gab hier auch einen Thread dazu...)

    Ich hab die Situation noch nicht verstanden. Wie groß ist der Auslauf und wie viele Hunde wuseln da rum?

    ich würde die Hoffnung noch nicht aufgeben und mich mit dem Hund zwischen die Welpen setzen. Wenn er zu wild wird: Raus aus dem Gehege oder ihn ins Platz legen. Ihn loben, wenn er ruhig mit den Welpen umgeht und ihn ablegen lassen oder rausnehmen, wenn er zu wild wird.
    Eine Politik der kleinen Schritte.
    Evt auch nur mit 1 Welpen, nicht mit mehreren auf einmal.
    In der Hoffnung, dass der Hund merkt: Spielen geht nur achtsam - denn er will ja spielen. Das würde ich als Motivator einsetzen.

    Bei großen Hunden, die den Umgang mit kleinen Hunden gewöhnt sind, erlebe ich oft, dass sie sich hinlegen und dann "mit ihrem Kopf" das Spiel beginnen und erst danach vorsichtig die Pfoten hinzunehmen oder aufstehen. Dieses Bild hätte ich beim Üben vor Augen, so als Ziel-/Wunschbild. Aber vielleicht hast du auch andere Wunschbilder ;)

    Wichtig ist natürlich, dass du selbst ruhig bleibst. Wenn du Angst hast, dein Hund könnte einen der Welpen durch seine Ungestümtheit verletzen , wird das deinen Hund zusätzlich hochpushen und weniger gut ansprechbar für dich machen.