Beiträge von BigJoy

    Mein pragmatischer Vorschlag: Hol dir schleunigst einen guten Hundetrainer ins Haus, lass ihn den Hund und euren Umgang anschauen und einen Trainigsplan aufstellen. Dann kannst du beurteilen, ob du das leisten kannst, was es braucht, um ein harmonisches Miteinander von Hund und Menschen hinzukriegen.
    (Dauert ca 1 Woche, die würde ich investieren, selbst wenn deine Entscheidung danach für eine Abgabe ausfällt.)


    Noch etwas anderes: Magst du den Hund? Wie sehr magst du ihn?
    Es gibt mM nach Hunde, zu denen man eine enge Bindung aufbaut (manche nennen sie dann "Seelenhunde" oder "Herzhunde"). Mit einem solchen Hund ist man oft bereit mehr "mitzumachen" als mit anderen Hunden, die das eigene Herz weniger berühren.
    Ich würde mir den Hund in einer stillen Stunde heranholen und in mich hinein horchen, ob das "mein" Hund ist, er in mein Leben gehört oder nicht.
    (Klingt arg kitschig, aber ich hoffe, du weißt, was ich meine)

    Ich hab meine auch unbenannt (sie hieß wie die Tochter meiner Freundin =) ). War kein Problem. Ich habe direkt den neuen Namen benutzt, der alte wurde zur (schlechten) Vergangenheit.

    Meine Hundetrainerin meinte später, es könnte gut sein, einem misshandelten Hund einen neuen Namen zu geben. Dann verbindet er den positiv und man kann nicht aus Versehen beim Hund Assoziationen an frühere Misshandlungssituationen hervorrufen (zB indem man den - alten - Namen in ähnlichen Tonfall ausspricht wie der Misshandler damals).

    Eine andere Idee: Li... lassen und eine andere Silbe hintendran, nicht das -ssy von Cassy. (ZB Lisa)

    Du könntest auch einen kleinzackigen Flohkamm besorgen und damit das Fell kontrollieren: Der Flohkot bleibt drin hängen.

    (Ich will nichts heraufbeschwören, aber wenn du den Hund behandelst hast und Flöhe da sind, könnten sie nun euch beißen :hust: )

    Ein wichtiger Punkt beim Angstabbautraining: Der Hund muss einigermaßen entspannt aus der Situation rausgehen. Nur dann "hilft" dieser Hundekontakt und wird als positiv oder neutral abgespeichert. Bleibt der Hund beim Hundekontakt die ganze Zeit unverändert angespannt, zahlt das eher auf die negative Verknüpfung ein!

    Deshalb darauf achten, dass du in dem Moment weitergehst, wenn dein Hund sich entspannt (zB den Stress abschüttelt, Körperspannung nachlässt, Schwanz wieder oben ist usw).
    Das heißt, du musst ein wenig Zeit mitbringen. Ich bin so lange stehen geblieben, bis sich mein Hund in Anwesenheit des anderen Hundes entspannt hat und dann erst weiter gegangen.
    Wenn ich diese Zeit nicht hatte, habe ich keinen Hundekontakt zugelassen.


    Ich finde es übrigens okay, wenn mein Hund kein Interesse an einem anderen Hund hat. Er muss auch kein Beschnüffeln über sich ergehen lassen. Nur ist das etwas anderes, als wenn er mit Angst überreagiert. Dann muss man mM nach ein Angstabbautraining durchführen, damit der Hund nicht unnötig leidet.