Beiträge von BigJoy

    Ich finde ein Hund, der im Rahmen einer Therapie eingesetzt wird, sollte
    a) einen außerordentlich guten Grundgehorsam haben, um gut kontrollierbar und lenkbar zu sein
    b) ein trainiertes "Nervenkostüm" haben, damit ihn nichts aus der Ruhe bringt (weder Geräusche wie Kreischen, noch merkwürdige Verhaltensweise wie Zappeln, Kneifen)

    Beispiel: Wenn ich mir vorstelle, wie viele Hunde vor einem schwankenden Besoffenen zurückschrecken oder ihn verbellen - das sollte einem Therapiehund, der womöglich mit Spastikern arbeitet, kalt lassen.

    c) Spezialaufgaben drauf haben (als Blindenhund, Behindertenbegleithund usw) und so im Training stehen, dass dieses Repertoire gut aufstockbar ist


    Ich persönlich mag es nicht, wenn mit dem Begriff Therapiehund inflationär umgegangen wird. Was weniger an der Endung Hund liegt, sondern mehr am ersten Wort: Therapie ;)

    Zitat

    , da HH mit sehr unverträglichen Hunden hier vermutlich gar nicht herkommen.
    Viele Grüße
    tombenmax


    jiep, das vermute ich auch.
    Dennoch: Wer einen hundeängstlichen Hund hat oder selbst Hundeangst, kann ich dort keinen Aufenthalt empfehlen.

    Wie ich es mache:
    Mein Hund läuft frei. Sie entscheidet selbst, ob sie zu einem Hund geht oder nicht. Zeigt sie sich interessiert, bleibe ich meistens stehen. Fühlt sie sich offensichtlich nicht wohl mit dem Hund, geh ich weiter.
    Bei Radfahrer/Joggern/Reiter guck ich, dass mein Hund nicht aus Versehen im Weg ist und ruf sie ggf ran (sie selbst jagt da niemanden hinterher, will auch nicht schnüffeln gehen)

    Zitat


    Komische Hundehalter. Ich finds eigentlich grad gut, dass wir dort auch Joggern und Radfahrern begegnen, weil ihn die dort aufgrund der vielen Hunde wirklich null interessieren, was sich auch auf weniger frequentierte Gebiete auswirkt.


    Klasse!

    Die Jogger/Radfahrer, die hier so was entgegen geworfen bekommen, sind allerdings die, die gerade von einem Hund angegangen wurden sind und sich darüber beschweren :hust:

    So wie Björn es beschreibt, scheint mir die softe Ausdrucksweise für das, was ich krass schildere.
    Wer Angst vor Hunden oder Hundebegegnungen hat, der geht bzw. verirrt sich da nur einmal hin... :hust:

    Ja, das ist in unserem Hundewald auch so.
    Wer da hin geht, muss mit den Hunden rechnen, lautet das Motto. Dieses Waldstück ist fest in Hunde- bzw HH-Hand. Wer sich als Nicht-HH, Jogger, Radfahrer oder Reiter dahin verirrt, hat selbst schuld. Der kriegt auch schon mal ein "Fahr/geh doch woanders, hier ist Hundefreilaufgebiet!" hinterher gerufen.

    Mein Eindruck ist zudem, dass diese rauen Sitten sich auch daraus ergeben, dass sich just HH mit schlecht erzogenen Hunden dort aufhalten. Weil sie die Hunde wenigstens dort laufen lassen können, ohne dass sie hören müssen - ist ja Hundeauslaufzone :headbash:

    (Im Grunde ein Wunder, dass nicht mehr passiert...)

    Ich bin in die Hundeschule gegangen...
    - damit aus meinem Hund ein Hund wird.
    Unsere erste Gruppe war die sg Kuschelgruppe. Da lernten Hund und Mensch sich gegenseitig angstfrei zu begegnen. (Mein Umfeld scherzte, ich ginge mit dem Hund in eine Waldorfschule für Hunde ;) )
    - damit ich lerne, einen Angsthund richtig zu lesen und zu behandeln
    - damit mein Hund Angst vor andern Hunden verliert
    -um alles Mögliche auszuprobieren, wie man diesen Hund aus der Reserve locken, ihr mehr Lebensfreude "verpassen" kann

    (Eigentlich wollte ich auch den Hundeführerschein machen, aber das blieb irgendwann wg beruflicher Eingespanntheit leider auf der Strecke. Aber geschafft hätten wir das sicher! :D )

    Ich glaube, dass Vertrautheit und Berechenbarkeit auch wichtige Bindungsfaktoren sind. Beides braucht Zeit.

    Selbst wenn wir uns in den Augen des Hundes falsch oder unverständlich verhalten - wenn wir dies regelmäßig tun, wird er einzuschätzen wissen, uns einfach ein Stück weit "kennen" und dieses sich-kennen macht Bindung in meinen Augen entscheidend aus.

    Bei diesem Bindungsförderungsfragen hab ich manchmal den Eindruck, die Leute wollen die Zeit überspringen. Sich-auf-einander-einlassen und Kennenlernen ist doch ein Prozess, zudem ein interaktiver, der im Dialog zwischen Hund und Mensch abläuft.

    Vielleicht wäre es manchmal besser, sich mehr dem Ausdrucks- und Kommunikationsverhaltens des Hundes zu widmen, als Handfütterung & Co. Um im Kontakt mit dem Hund zu erkennen, was er gerade empfindet, wie aufmerksam er ist, wann er verunsichert ist, gerne Hilfestellung/Führung hätte oder seine Ruhe usw.

    Steckt in den Bindungsfragen nicht oft auch Frust, dass sich der Hund anders verhält, als man es möchte?

    Und wie bindungsfähig ist man selbst? Wie sehr ist man im Kontakt mit dem Hund, dem man neben sich hat - und nicht mit dem Wunschbild eines Hundes und seines Verhaltens, das man in Kopf und Herzen trägt....?