Beiträge von BigJoy

    Ich bin in die Hundeschule gegangen...
    - damit aus meinem Hund ein Hund wird.
    Unsere erste Gruppe war die sg Kuschelgruppe. Da lernten Hund und Mensch sich gegenseitig angstfrei zu begegnen. (Mein Umfeld scherzte, ich ginge mit dem Hund in eine Waldorfschule für Hunde ;) )
    - damit ich lerne, einen Angsthund richtig zu lesen und zu behandeln
    - damit mein Hund Angst vor andern Hunden verliert
    -um alles Mögliche auszuprobieren, wie man diesen Hund aus der Reserve locken, ihr mehr Lebensfreude "verpassen" kann

    (Eigentlich wollte ich auch den Hundeführerschein machen, aber das blieb irgendwann wg beruflicher Eingespanntheit leider auf der Strecke. Aber geschafft hätten wir das sicher! :D )

    Ich glaube, dass Vertrautheit und Berechenbarkeit auch wichtige Bindungsfaktoren sind. Beides braucht Zeit.

    Selbst wenn wir uns in den Augen des Hundes falsch oder unverständlich verhalten - wenn wir dies regelmäßig tun, wird er einzuschätzen wissen, uns einfach ein Stück weit "kennen" und dieses sich-kennen macht Bindung in meinen Augen entscheidend aus.

    Bei diesem Bindungsförderungsfragen hab ich manchmal den Eindruck, die Leute wollen die Zeit überspringen. Sich-auf-einander-einlassen und Kennenlernen ist doch ein Prozess, zudem ein interaktiver, der im Dialog zwischen Hund und Mensch abläuft.

    Vielleicht wäre es manchmal besser, sich mehr dem Ausdrucks- und Kommunikationsverhaltens des Hundes zu widmen, als Handfütterung & Co. Um im Kontakt mit dem Hund zu erkennen, was er gerade empfindet, wie aufmerksam er ist, wann er verunsichert ist, gerne Hilfestellung/Führung hätte oder seine Ruhe usw.

    Steckt in den Bindungsfragen nicht oft auch Frust, dass sich der Hund anders verhält, als man es möchte?

    Und wie bindungsfähig ist man selbst? Wie sehr ist man im Kontakt mit dem Hund, dem man neben sich hat - und nicht mit dem Wunschbild eines Hundes und seines Verhaltens, das man in Kopf und Herzen trägt....?

    Ich würde auf jeden Fall abwarten und den 1. Hund erst einmal bei dir ankommen lassen.
    (Nach frühestem einem halben Jahr, denke ich, kannst du sagen, ob er lieber einen Zweithund dazu hätte oder nicht. Dann überblickst du auch besser, wie es sich in deinen Tagesablauf fügen würde.)
    Husky hin oder her, es gibt Hunde, die sind lieber oder besser Einzelhunde! Und du kennst den Hund bislang nicht, weißt auch nicht, wie er mit der Verletzung klar kommt und ob/wie das evt sein Verhalten in Bezug auf andere Hunde beeinflusst.

    Viel Freude mit dem neuen Familienmitglied!
    Schön, dass du dich für ein Notfell entschieden hast!

    Bist du schon mit Superduperleckerli ausgestattet? Da musst du deinem Hund schon was bieten, was attraktiver ist als der Spielkamerad...

    Und: ich würde den Anruf unbedingt schon im Spiel üben ! Sie mehrfach aus dem Spiel rausrufen, Superduperleckerli, und wieder ins Spiel entlassen. Damit sie den Rückruf nicht automatisch mit Spielende und Frust verbindet!!

    Und wenn ihr weitergegangen seid, ohne Spielkamerad, würde ich die nach der Belohnung auch noch eine Zeit bschäftigen, so dass sie mit dir im Kontakt ist (und du damit auch spannend bist).