So lange sie panisch wegrennen kann, muss sie an die Leine, sonst gefährdet sie sich und andere.
Alternative ist die Schleppleine. Die hängt am Hund, schleift hinterher auf dem Boden und du kannst drauftreten, wenn der Hund durchstartet.
Das Blöde ist: Wenn sie durchstartet, hat sie sich der Situation erfolgreich mit Flucht entzogen. Sie lernt aber nur, wenn sie sich mit der Situation auseinander setzt, dass die Situation anders als durch Flucht zu überleben ist. Auch deshalb (nicht nur wegen der Gefährdung) ist das Weglaufen unbedingt zu verhindern.
Weiteres Problem: Der Hund lernt nur unterhalb der akuten Panikschwelle. Hat der Hund erst einmal Panik, ist das Kind in den Brunnen gefallen (Tunnelblick usw). Nur ist es bei den ganzen Umweltreizen nicht möglich, für eine kontrollierte Reizzufuhr zu sorgen, die unterhalb der individuelle und Tagesform abhängigen Panikschwelle deiner Hündin liegt.
So wie es klingt, fehlt deiner Hündin ganz gravierend etwas an Prägung und Entwicklung. Ich würde deshalb eine Hundeschule suchen, die sich mit Angsthunden und mit schlecht sozialisierten Hunden auskennt. Dort fallen viele Situationen an, in denen du Anleitung erfährst und durch diese Häufung können dein Hund und du vermutlich schneller weiter kommen als durch Einzelexperimente.
Du brauchst jetzt einen langen Atem - aber es lohnt sich.
Mir hat die Hundeschule sehr geholfen, erst einmal auf die Reihe zu bekommen, was es heißt, so einen Hund zu haben. ich habe einen Blick für den Hund und die Situationen entwickelt. Irgendwann hat man das drauf und kommt auch alleine klar. Aber die vielen kleinen Fehler, die man gerade aus Mitgefühl bei einem unsicheren Hund machen kann - ich würde lieber jemand drauf gucken lassen und mich (zumindest anfangs, bis "Grund drin ist") anleiten lassen.