Ich kenne es, dass man bei einem Hund mit ca. 18 Monaten von einer 2. Unsicherheitsphase spricht - aber ist eigentlich egal, denn wenn der Hund so ein Meideverhalten zeigt, gewöhnt er sich das schnell an, egal in welchem Alter.
Ich würde sie nicht verkrochen sitzen lassen, denn du hast Recht, dann setzt sie sich nicht mit dem Regen auseinander, sondern bleibt in ihrer Angst stecken.
Was mir aber angeraten scheint, ist das Vorzeichen zu ändern. Also: Regen ist etwas Tolles! Oh wie toll, es regnet wieder, da können wir wieder üben!
Es geht darum, sie zu erwischen, dass sie noch nicht völlig in der Angst ist, sondern davor, sodass sie noch ansprechbar ist und damit lernfähig.
Ich habe zB meiner geräuschempfindliche Hündin eine ganze Zeit das Futter hingestellt, während ich gespült habe, sprich im Krach. - Heute sind ihr Spülgeräusche egal, mitunter auch weiterhin positiv (dann kommt sie beim Spülen in die Küche und schaut in ihren Napf
)
Du kannst versuchen, bei den ersten Regengeräuschen mit ihr etwas zu trainieren. Erst etwas Einfaches, was sie gut kann und dann: fette Belohnung, zB Fleischwurst. Und weiter trainieren oder auch spielen, während es regnet. So dass sich der negative, der Angst-Regenreiz ausdünnt.
Wenn das nicht gelingt, würde ich sie ignorieren, allerdings nicht zulassen, dass sie sich verkriecht. Ich würde sie ggf. in ihrem Körbchen anbinden oder auf dem Sofa, neben deinem Schreibtischstuhl oder wo auch immer sie sich normal entspannt aufhält.
Sie dabei ignorieren oder aufmunternd ansprechen: "Na, ist das was Tolles?!" und dann aber wieder deinen eigenen Sachen nachgehen. Dem Hund also praktisch Normalität "aufdrängen".
Wichtig ist, dass du den Hund erst dann wieder frei gibst, wenn sie wirklich ganz ruhig ist. Also nicht, dass du sie losmachst und sie sich gleich wieder verkriecht! Sie soll nicht in ihrer Panik ausharren, sondern die Panik überwinden.
- Dazu muss der Hund natürlich gesund sein, darf kein Herzproblem haben usw.
Noch mal ein persönliches Beispiel:
Mein Hund hat auf Schirme mit Panik reagiert. Also haben wir einige Tage mit aufgespannten Schirmen in der Wohnung gelebt - bis die normal waren und es bis heute sind.
Gleiches galt für Türen, da hat sie Panik geschoben, wenn die in einem bestimmten Winkel standen. Ich hab die Türen dann extra auf diesen Winkel gestellt und der Hund hat sich dran gewöhnt.
Wichtig ist wirklich, selbst der Fels in der Brandung zu sein oder auch der Spaßanimateur und sich nicht in die Angst des Hundes einzuklinken.