Beiträge von BigJoy

    Offensichtlich gibt es dieses Festhalte-Verhalten in einer Bandbreite von gesund-artgerecht bis krank-gestört.

    Aber es zeigt nicht jeder Hund bzw. es tritt nicht in jeder Konstellation von sich beißenden Hunden auf.
    ZB statusbewusste Hunde nutzen das Festhalten, auch ohne neurologischen oder anderen Defekt
    (wobei, klar, da auch Sozialisation, Erziehung bzw. Umgang und Lebensverhältnisse des Hundes reinspielen).

    Einer schrieb ja auch vom Hangover-Spiel, bei dem man den Hund am Spielzeug in die Luft heben kann - was ja zeigt, dass es mechanisch kein Problem ist für den Hund, das Maul so zuzulassen, auch unter Belastung und willentlich (wobei der Hundewille vom Menschenwille abweichen kann ;) )


    Zwischendurch hakelige, aber ingesamt gute Diskussion für mich hier, danke allen Postern :smile:


    Irgendwelche Studien oder Expertenquellen, ob bestimmte Wesensmerkmale oder Rasseeigenschaften vermehrt zum Festhalten führen, gibt es wohl nicht - oder?

    Und das mit dem Beschädigen sehe ich auch zwiespältig bzw. komplex:
    Ich denke, Verletzungen können sowohl beim Festhalten als auch beim "wilden Beißen" auftreten oder nicht auftreten. Dazu ist das Kampfgeschehen zu komplex, denke ich, um da Ableitungen zu machen. ZB können sich doch beim Festhalten die Zähne ins Fleisch bohren oder Quetschungen herbeiführen, oder wenn der andere Hund sich windet, gibt's Risswunden usw.
    Ich glaube nicht, dass man sagen kann, dass ein festhaltender Hund zB "sauberer" kämpft.
    Mich bestärkt das in der Ansicht, am besten Beißereien unter Hunden im Vorfeld abzubiegen und auf einen "kampffreudigen" Hund ein ganz besonderes Auge zu haben.

    Zitat

    (...) Aber das ineinander verbeißen finde ich jetzt nicht unnormal (aus Sicht des Hundes) und ich würde jetzt nicht von Hirntumor oder neurologischen Ausfällen sprechen.


    Wenn sich der Biss nicht anders löst/lösen lässt als mechanisch, also von außen, der Hund den Kiefer anscheinend gerade nicht mehr alleine aufkriegt (und nicht, weil er will, weiter festhält)?
    - Reden wir über das Gleiche?

    Wieso arbeitet ihr nicht an der Leinenaggression, statt das Allheilmittel im Offline-Kontakt zu sehen?
    (Ist euch zB die Motivation der Leinenaggression klar? - So was kann man auch mit einem Trainer ansehen.)


    Und der Hund wurde wg seiner Hundeunverträglichkeit* abgegeben - meinst du, das bezog sich nur auf Leinenpöbelei?


    Es ist eine Sache, auch einem solchen* Hund Sozialkontakt ermöglichen zu wollen (wie es evt. mit deinem und dem Hund deines Freundes möglich wäre, wenn man es entsprechend aufbaut/versucht). Aber eine andere Sache, dass sein Verhalten bezogen auf diesen Hund nichts für sein Verhalten gegenüber anderen Hunden heißt.
    Also egal, wie es mit den beiden Hunden abläuft - bei jedem anderen Hund bleibt es weiterhin "spannend".

    Regula, danke für den interessanten Beitrag!
    (Das sind fachlichen Diskussionen nach meinem Geschmack - leider viel zu selten geworden im DF.)

    Ich wollte nur noch mal sagen, dass das für mich zwei Paar Schuhe sind, in den Beiträgen aber etwas durcheinander geht:
    1. sich beißende Hunde
    2. Hunde, die zubeißen und nicht wieder loslassen, den Biss nicht mehr lösen (um die ging es der TS glaub ich)


    Bei 2. ginge es dann tatsächlich um das Aufhebbeln des Bisses/Kiefers, um die Hunde zu trennen.
    Das passiert aber ja wirklich nur sehr sehr selten!
    Und da wäre die Frage, warum es überhaupt passiert.

    Es scheinen mir aber zwei unterschiedliche "Zustände" zu sein, je nach Ansprechbarkeit. Normal soll das Festhalten doch im Jagdbetrieb auf Ansage auch wieder gelassen werden. Und das scheinen eben nicht alle Hunde zu können.

    Ich denke da an den Bio-Unterricht, "motororische Endplatte", "Reizweiterleitung" & Co - da scheint sich ein Eigenleben entwickeln zu können, was der Hund dann ggf. nicht mehr selbst steuern kann.

    Vielleicht auch so was wie beim astreinen Vorstehen, wo manche Hunde ja dermaßen versteifen, dass man sie wegtragen muss?

    Wenn das Festhalten nicht mehr von Hund und HH gesteuert werden kann, ist das sehr gefährlich.
    Ich würde bei einem solchen Verdacht zum TA und das versuchen zu checken, insbesondere neurologische Auffälligkeiten und Hirntumor oder andere Veränderungen im Hirn.
    Ich würde sehr genau schauen wollen, ob ein solcher Hund gesellschaftsfähig ist und wie es um seine Lebensqualität bestellt ist.


    (By the way: Für mich ist das auch ein Grund, für Arbeitsprüfungen bei Gebrauchshunderassen zu plädieren, um solche "Auswüchse" identifizieren und kontrollieren zu können. Ich denke, dass mit zunehmenden Spezialisierungsgrad und Extremisierung auch eher solche Schäden auftreten - wie ja auch zB im Skelettapparat.)

    Zitat


    Bringt nichts, wenn einer oder beide Hunde rot sehen.
    Erst kommt das "abchecken", dann die Attacke. Ein rechtzeitiges Handeln des Besitzers ist absolut unmöglich.(...)


    :???:
    Da haben wir unterschiedliche Erfahrungen. Und mit "absolut" kriegt man die auch nicht platt oder egalisiert ;)


    Es gab hier mal einen Thread über einen Rottweiler, der sich bei den Tierheimgassigängen in Holzstämme verbiss und nicht wieder losließ, ich meine, über Stunden. Das war wie ein Aussetzer im Hirn. Wenn ich das richtig in Erinnerung hab, wurde dieser Hund eingeschläfert.
    - Ich denke, das sind Extreme, die im Prinzip bei jedem Hund vorkommen können, aber durch zB Hirntumore begünstigt werden können. Und es gibt Rasseanlagen, wie beim Terrier, der keinen Rückwärtsgang kennt, wo man zum einen ein Exemplar erwischen kann, dass übers Ziel hinausschießt. Und zum anderen auch durch unsachgemäße Führung des Hundes solch ein Verhalten provozieren kann bzw. die Rasseanlage nicht gemanaged bekommt.

    Ich möchte einwerfen: Rechtzeitiges Eingreifen kann ein Sich-Verbeißen abwenden. Insbesondere das räumliche Distanzieren bringt meiner Erfahrung viel. Dass also die HH mit ihren Hunden in verschiedene Richtungen gehen, sich aus der Situation entfernen - und keinesfalls stehen bleiben und sich anschauen, was die Hunde da miteinander veranstalten.

    Zitat

    unser Terrier macht das entweder wenn er total gut drauf ist ODER wenn wir im Feld spazieren gehen, ein Auto/Fahrrad kommt und er Platz machen soll... dann liegt er hinter mir und kugelt und wälzt sich... Da fühl ich mich immer richtig ernst genommen :headbash:


    Er nutzt die Wartezeit halt produktiv :lol: