Ich hatte mit meiner ersten Schäferhündin eine Situation bei der sie ebenfalls abgeschnappt/gebissen hat.
Ich erinnere mich nicht mehr in Detail da über 20Jahre her - aber so ungefähr war es.
Ich war mit ihr auf einer großen Hundewiese in einem Park. Sie liegt im Gras und kaut auf einem Stock (ja ja, heute gibts grundsätzlich keine Stöcke mehr zum kauen). Da kommt ein deutlich angetrunkener Mann der sie super findet und erklärt zunächst mir dass er Schäferhunde liebt und selbst 20Jahre Schäferhunde hatte. Er ist nett, trotz deutlicher Fahne. Dann dreht er sich zu meiner Hündin, beugt sich über sie und will ihr den Stock wegnehmen um ihn zu werfen. Ich halte ihn am Arm fest und sage zu ihm, dass sie sich von Fremden nicht den Stockwegnehmen lässt und dann BEISST. Er sagt, er kennt sich mit Hunden aus und kein Hund würde ihn beissen. Ich sag ihm, meine schon bitte nicht Stock wegnehmen und nicht anfassen. Er befreit seinen Arm, beugt sich stehend über meine Hündin und versucht ihr mit beiden Händen den Fang zu öffnen, während ich an seiner Jacke ziehe (heute würde ich es auch anders machen aber damals mit unter 20 fehlte mir einfach die Erfahrung mit solchen Situationen umzugehen). Resultat, meine Hündin knurrt, fletscht und als auch das ignoriert wurde hat sie zugepackt. Er reisst seine betroffene Hand weg und blutet. Ich konnte mir die Wunden nicht ansehen, keine Daten austauschen und nichts, weil er sich daraufhin umgedreht und wortlos weg gegangen ist. Es hatte daher auch keinerlei Folgen. Ich war damals auch nicht sonderlich schockiert, weil ich fest davon überzeugt war, dass er selbst schuld ist.
@Juno2013 Wenn ich Dich richtig verstanden habe (korrigiere mich bitte wenn ich falsch liege).. Bei Deiner diesbezüglichen (ich weiss ja dass wir bei anderen Themen auch wieder durchaus einer Meinung sind) schwarz/weiss Haltung hätte meine Schäferhündin jetzt Auflagen wie MK und Leine bekommen müssen, samt aller daraus resultierenden Konsequezen, weil sie gebissen hat. Aufgrund der unerträglichen Dummheit anderer Menschen (inkl. meiner damaligen eigenen), obwohl sie niemals von sich aus aktiv zum ihn hingelaufen wäre um ihn zu beissen und vorher sauber gewarnt hat.
Für mich war meine Schäferhündin nie ein Hund vor dem andere Menschen aktiv geschützt werden müssen - auch rückblickend und dem Wissen von heute nicht. Für Dich schon.
Für Dich wäre auch mein 8kg Spitz ein Kanditat für dauerhaft MK und Leine, weil er jede fremde Hand tackern würde die ihn anfässt, wenn vorab kein bestimmtes Ritual vorausgegangen ist (Gespräch mit mir, ihn nicht angucken nur Hand hinhalten damit er Kontakt auf nehmen kann, erst streicheln wenn Freigabe durch mich). Für mich ist es unvorstellbar dass er es verdient hat nur mit MK und Leine geführt zu werden, nur weil er nicht von fremden Menschen angefasst werden will.
Da gehen unsere Meinungen halt einfach sehr sehr weit auseinander. Ich möchte gar nicht darüber urteilen wer von uns beiden Recht oder Unrecht hat. Ich versuche lediglich mich als Hundehalter zu fragen, was verhältnismässig ist.