Beiträge von SavoirVivre

    Unsere erste DSH Dame wurde von meinen Eltern durchaus als Einbrecher abschreckende Maßnahme miteinkalkuliert. Sozialer Brennpunkt, viele Einbrücke, merkwürdige Gestalten, etc. "Damals" hatten Hunde aber gefühlt auch noch einen anderen Stellenwert bzw. Job als heute.

    Heute würde ich viele Hebel in Bewegung setzen um Herrn Hund vor Einbrechern zu schützen. Da er massiv verteidigen würde, wenn wir involviert wären, wäre meine grösste Sorge dass er verletzt wird. Scheiss auf die Einbrecher. Im Ernst. Mir doch egal ob sie durch Bisse verletzt werden oder nicht. Deren "Berufsrisiko". Ich möchte es nur niemals soweit kommen lassen um meinen Hund zu schützen.

    Herr Hund bellt sehr wenig. Habe ich ihm abtrainiert. Unsere Nachbarn sagen immer, wenn sie nicht wüssten dass bei uns ein Hund lebt, würden sie es nicht wissen. Wenn jemand klingelt wufft er 1-2x leise und knurrt um zu melden. Eben weil wir ihn nicht als "Wachhund" betrachten oder einzusetzen gedenken soll/braucht er auch keinen Lärm machen.

    Ich bin aber in einigen Situationen froh gewesen dass er da war. Zum Bespiel wenn wirklich dubiose Gestalten unter irgendeinem Vorwand klingeln. Einmal hat sich ein junger Mann im gebrochenen Deutsch als Nachbar ausgegeben, der ein Paket bei mir abholen soll. Als ich meinte ich habe kein Paket angenommen, und kenne ihn auch nicht, hat er mich der Lüge bezichtigt und wollte sich in die Wohnung drängen "um selbst nachzuschauen". Herr Hund verhält sich ja sehr ruhig an der Tür wenn ich mit jemanden spreche, da ich es nicht mag wenn er dabei aufdringlich ist/mich stört. In solchen Momenten ist er aber dann schlagartig sehr sehr präsent - und es ist nicht witzig auf einmal 37kg tobenden Hund gegenüber zu stehen.

    Ich mag nicht mehr. Bekomme auch die Wärme nicht mehr aus der Wohnung. Was wochenlang mit bekannten Tricks funktioniert hat, greift nicht mehr. Die Hitze ist all-einnehmend.

    Ich liege meist nur noch mit Tiefkühlschrank-gekühlten Bettlaken auf dem Sofa im abgedunkelten Wohnzimmer und warte auf den Abend um zu lüften.

    Heute gehts einigermaßen. „Nur“ 30C in Hamburg

    Für mich gehen die Grenzen der Interpretation von Formulierungen fließend ineinander über. In nur wenigen Situationen könnte ich klar zwischen Kontrolle und Führung differenzieren. Also den Finger drauf legen und sagen DAS ist Kontrolle und DAS ist Führung.

    Ich kann für uns nur verallgemeinert sagen, je zuverlässiger mein Hund im Gehorsam steht, des so freier ist er, weil des so freizügiger und weiträumiger stecke ich die Grenzen. Ich erwartete dass er sich klar innerhalb der von mir gesteckten Grenzen bewegt, diese nicht übertritt, dafür hat er innerhalb dieser Grenzen aber viel Freiheit. Versteht das jemand ?

    Und manchmal ist ein Nein einfach ein Nein, selbst wenn es in der Sache inkonsequent ist. Einfach weil ich es jetzt nicht will. Z.B. Herr Hund darf in der Regel aufs Sofa wenn er anfragt. Wenn er aber gerade nass ist, dreckig, mir zu heiss, what ever... dann gibts ein Nein und er darf nicht. Punkt

    Herr Hund darf anfragen (z.B. aufs Sofa, gekuschelt werden, Spielaufforderung, etc.) und auch einfordern (z.B. Möglichkeit sich zu lösen, betteln). Ich betrachte jede Interaktion mit ihm als Kommunikation und fände es schlimm wenn diese (überwiegend) einseitig erfolgt (von mir ausgehend). Mir ist nur wichtig, dass er jederzeit ein nein akzeptiert und nicht DANN die grosse Diskussion mit mir losgeht. Daher.. "fragen" ist erlaubt, die Antwort wird aber nicht diskutiert.

    Wenn Forderungen von ihm mit einem nein von mir aufgelöst werden, dann wird diese Forderung in der Regel nicht mehr wiederholt. Bzw. zumindest habe ich dann eine ganze Zeitlang Ruhe diesbezüglich.

    Da ich ihn recht eng führe, da er mit den meisten eigenen Entscheidungen überfordert ist und auch zu Übersprungshandlungen neigt, bekomme ich von vielen fremden Hundehaltern - und auch Nicht-Hundehaltern - auch signalisiert dass ich übertrieben streng bin. Es hat seine Zeit gebraucht um da drüber zu stehen.

    Lasst euch unbedingt von einem Trainer helfen, der sich mit Gebrauchsundrassen auskennt. Aber bitte einen der nicht von der "alten Schule" ist und meint mit harter Hand, Dominanz, etc. die besten Resultate zu erzielen. Das gilt auch für die entsprechende Vereine. Gerade bei Gebrauchshundvereinen und auch -trainern sollte auf moderne Ansätze (u.a. das Eingehen auf Individualität anstatt Schema F) geachtet werden.

    Hm.. wirklich interessant was alles so eingefordert wird. Ich war schon mehrmals krankgeschrieben wegen Sturz vom Pferd oder Unfälle im Stall und es gab noch nie Diskussionsbedarf mit unserer Perso. Dabei ist die Konstellation ähnlich. Arbeitsausfall durch „dritte Partei“ bzw nicht eigenes Tier.

    Ich frage gleich mal unsere Perso und Zentralperso. Interessiert mich.

    Äh ich frag übrigens doch nicht. Nicht dass ich die lieben Kolleginnen überhaupt erst auf solche Gedanken bringe :D

    Meine Idealvorstellung bei eurer Konstallation wäre einen lieben Menschen (Rentner/Frührentner) in der direkten Nachbarschaft zu finden, der den Hund mittags zum lösen rauslässt (beim 11jährigen, grossen Hund müssen ja keine großen Runden mehr gedreht werden) und ihn anschliessend für 2-3Stündchen mit zu sich nach Hause nimmt.

    Wenn es ein Renter/Frührenter ist, freut sich dieser vielleicht auch obendrein über bissl Hundegesellschaft, nebst dem kleinen Zubrot.

    Für zwei Monate Übergangszeit würde es aber auch reichen wenn der Hund mittags zum lösen rausgelassen wird, sich ein bissl die Beine vertreten kann und dann weiter ruht. Ist ja auch nicht mehr der Jüngste, so dass körperliche Auslastung da eine eher untergeordnete Rolle spielt.

    Eine Hundestagesstätte wäre vielleicht zu viel Unruhe für einen Hund der das gar nicht kennt und schon 11 ist, da dieser Überbrückungszeitraum ja auch direkt nach einer eh schon grossen Lebensumstandsumstellung kommt.