Aber um bei Thema Auslastung zu bleiben. Ich gehe mal noch
einen Schritt weiter.
Hund begleitet uns im Idealfall für 12 – 14Jahre und somit
auch durch mehrere Lebensphasen hindurch. Es gibt Lebensphasen in denen habe
ich die Zeit, Motivation und Ambition mich intensiver mit meinem Hund zu
beschäftigen als in anderen. Mein Augenmerk liegt natürlich darauf, dass mein
Hund ein grundsätzlich zufriedener Hund ist der kein Leid aushalten muss. Aber
mein Leben wird sich niemals darum drehen, dass die Welt meines Hundes immer
gleich (perfekt) ist. Da mache ich mir auch nichts vor, das kann ich nicht 12 –
14Jahre lang leisten. Ich habe deswegen aber kein schlechtes Gewissen, denn das
nennt sich Leben und Hunde sind u.a. deswegen schon so lange die engsten, vierbeinigen
Begleiter des Menschen, weil sie anpassungsfähig sind.
Ich betrachte einen Hund immer als Individuum. Selbst
innerhalb einer Rasse gibt es eine große Spanne. Ich biete ein Grundpensum an
körperlicher und geistiger Auslastung und versuche nach besten Wissen und Gewissen
das schon vorab bei der Auswahl des geeigneten Hundes zu berücksichtigen.
Sollte sich der Hund nun aber vom Anspruch nach oben oder unten bewegen, muss
ich das Grundpensum entsprechend anpassen. Das bin ich dem Hund schuldig und
vor allem tue ich es zum Selbstzweck, denn keiner hat Spaß mit einem unausgelasteten
oder überforderten Hund.
Ich finde es aber schlichtweg Quark zu sagen (ich meine damit niemanden hier explizit), ein Hund der
keine echte Aufgabe/Job hat der sich am Besten betiteln lässt, ist unterfordert
oder unzufrieden. Man muss diesem Kind kein Namen geben und wenn doch, ist
Mitläuferhund eben ein durchaus geeigneter. Denn jeder Hundehalter, lebt ein
individuelles Leben mit seinem Hund, welches sehr anspruchsvoll sein kann für
diesen, auch wenn er am Ende kein „Schutzhund, Blindenführhund, Rettungshund,
Fährtenhund, what ever“ ist – oder mei, nicht einmal rassespezifisch.
Wen man den Anspruch hat Jagdhunde nur jagdlich zu führen,
Hütehunde nur am Schaf/Vieh, Gebrauchshunde nur im aktiven IPO, etc. dann
könnten wir getrost auf 70% der existierenden Rassen verzichten und bei den
verbleibenden, die Würfe um einen enormen Anteil verringern. Wäre vielleicht
gar nicht schlecht.
Mein eigenes Dauermemo an mich selbst > Immer schön
realistisch bleiben.