Beiträge von SavoirVivre

    Um mal zum Thema zurück zu kommen.

    Ich denke ja, ein (nicht auf Leistung gezüchteter Spezialist) Hund kann absolut ein zufriedenes Leben führen als "Mitläuferhund".

    Am Ende ist nur wichtig, dass der Hundehalter seinen Hintern hochkriegt, sollte er feststellen dass das Pensum (egal ob wir es jetzt körperliche, geistige oder rassespezifische Auslastung nennen) das er seinen Hund bietet nicht ausreicht. Oder der umgekehrte Fall, einen Gang zurückschaltet, wenn der Hund überfordert ist.

    Ist eigentlich schon ein anderes Thema, aber "triebig" ist in der Tat eine sehr subjektive Wahrnehmung.

    Ich hatte noch nie einen wirklich triebigen Hund. Sehen andere die meine bisherigen Hunde so kannte (egal ob eigener oder Sharinghund) sicherlich auch anders.

    Mit allen konnte ich gut arbeiten, in Phasen in denen ich konnte und wollte, weil sie gut motivierbar waren. Dabei und glücklich über die Interaktivität mit mir. Teilweise übermotiviert. Aber als erwähnenswert triebig würde ich jetzt keinen von denen bezeichnen.

    RafiLe1985

    Was ist Deine Definition von triebig? So generell und anhand von Newton würde mich das auch ehrlich interessieren. Ich hab in der Familie ja eine Labbi-Hündin aus Arbeitslinie die aktiv und ambitioniert gearbeitet wird und selbst seit einigen Monaten eine 16Monate alte Labbi-Hündin aus Showlinie als Sharinghund. Keiner der beiden kommt für mich auch nur in die Richtung von triebig, aber das ist halt nur meine Wahrnehmung. Wie sieht Deine aus? Lieber Gruß

    wohlstandskoeter

    Ich liebe DSH, aber ich halte diese wundervolle Rasse (HZ) inzwischen leider für zu krank um sie guten Gewissens „empfehlen“ zu können, egal für welchen Einsatz.

    Den DSH den Du beschreibst habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Zumindest kommen auf einen vollumfänglich gesunden zu viele gesundheitlich eingeschränkte. Aber da kann @Helfstyna deutlich mehr zu erzählen.

    Mit LZ habe ich keinerlei Erfahrung.

    Ich kannte zwei Dalmatiner Hündinnen und einen Rüden. Leider sehr lange her. Über 15Jahre. Seit Jahren habe ich live keinen Dalmatiner mehr gesehen.

    Die drei Dalmis kannte ich allesamt aus Reitställen. Drei verschiedene Halter. 1a mit Sternchen Begleit- und Reitbegleithunde. Sehr moderater Jagdtrieb. Sauberer Abruf. Kurze Reaktionszeiten auf Kommandos. Beeindruckend halterorientiert.

    Hatte damals meine erste DSHündin die zuverlässig im Gehorsam stand, aber gegen die drei Streber hat sie echt abgestunken :ugly:.

    Seitdem werde ich positiv hellhörig bei der Kombi Reitställe und Dalmis. Kann natürlich reiner Zufall sein, aber Trefferquote von 100% finde ich schon gut. Und ohne Frage eine Sache von konsequenter, kontinuierlicher Erziehung. Hier sagt aber auch keiner etwas anderes. Man bekommt in der Regel den Hund den man sich verdient hat.

    Aber um bei Thema Auslastung zu bleiben. Ich gehe mal noch einen Schritt weiter.

    Hund begleitet uns im Idealfall für 12 – 14Jahre und somit auch durch mehrere Lebensphasen hindurch. Es gibt Lebensphasen in denen habe ich die Zeit, Motivation und Ambition mich intensiver mit meinem Hund zu beschäftigen als in anderen. Mein Augenmerk liegt natürlich darauf, dass mein Hund ein grundsätzlich zufriedener Hund ist der kein Leid aushalten muss. Aber mein Leben wird sich niemals darum drehen, dass die Welt meines Hundes immer gleich (perfekt) ist. Da mache ich mir auch nichts vor, das kann ich nicht 12 – 14Jahre lang leisten. Ich habe deswegen aber kein schlechtes Gewissen, denn das nennt sich Leben und Hunde sind u.a. deswegen schon so lange die engsten, vierbeinigen Begleiter des Menschen, weil sie anpassungsfähig sind.

    Ich betrachte einen Hund immer als Individuum. Selbst innerhalb einer Rasse gibt es eine große Spanne. Ich biete ein Grundpensum an körperlicher und geistiger Auslastung und versuche nach besten Wissen und Gewissen das schon vorab bei der Auswahl des geeigneten Hundes zu berücksichtigen. Sollte sich der Hund nun aber vom Anspruch nach oben oder unten bewegen, muss ich das Grundpensum entsprechend anpassen. Das bin ich dem Hund schuldig und vor allem tue ich es zum Selbstzweck, denn keiner hat Spaß mit einem unausgelasteten oder überforderten Hund.

    Ich finde es aber schlichtweg Quark zu sagen (ich meine damit niemanden hier explizit), ein Hund der keine echte Aufgabe/Job hat der sich am Besten betiteln lässt, ist unterfordert oder unzufrieden. Man muss diesem Kind kein Namen geben und wenn doch, ist Mitläuferhund eben ein durchaus geeigneter. Denn jeder Hundehalter, lebt ein individuelles Leben mit seinem Hund, welches sehr anspruchsvoll sein kann für diesen, auch wenn er am Ende kein „Schutzhund, Blindenführhund, Rettungshund, Fährtenhund, what ever“ ist – oder mei, nicht einmal rassespezifisch.

    Wen man den Anspruch hat Jagdhunde nur jagdlich zu führen, Hütehunde nur am Schaf/Vieh, Gebrauchshunde nur im aktiven IPO, etc. dann könnten wir getrost auf 70% der existierenden Rassen verzichten und bei den verbleibenden, die Würfe um einen enormen Anteil verringern. Wäre vielleicht gar nicht schlecht.

    Mein eigenes Dauermemo an mich selbst > Immer schön realistisch bleiben.

    Öhm tja, so unterschiedlich sind die Wahrnehmungen. Der Eingangspost war so überspitzt formuliert, dass es für mich einfach glasklar (Selbst)Ironie war. Ich habe bei fast jeder Zeile geschmunzelt, mich oft wiedergefunden und habe schlichtweg gewusst dass Details folgen - einfach weil Fragen und Vorwürfe nicht ausbleiben werden. Hab sogar kurzweilig daran gedacht Popcorn zu holen ;)

    Nun ja, man muss ja nicht alles auf die Goldwaage legen ;). Nur weil mit dem Hund gejoggt und Rad gefahren werden soll, heisst das ja nicht dass dieser Hund nichts anderes tun darf oder sich nicht regelmässig in anderen, selbstgewählten Tempis bewegen darf.

    Joggen und Radfahren - entsprechend aufgebaut - ist ein durchaus effektives Mittel um einen Hund rein körperlich betrachtet auszulasten. Kontinuierliche Bewegungsabläufe die ihn nicht aufpushen, aber körperlich fordern. Aber das schliesst ja die geistige Auslastung nicht aus. Zumal selbst beim joggen oder radfahren ein geistiger Anspruch da ist. Gerüche ignorieren, zuverlässig im Gehorsam stehen, sich dem Tempo des Haltes anzupassen, andere Hunde ignorieren. Dafür muss man erstmal eine Frusttoleranz aufbauen, zuverlässiges "am Bein laufen" und einen zuverlässigen Abruf.

    Ich finde es schön dass Du, und viele andere Hundehalter, mit ihren Hunden zielorientiert "arbeiten". Ich halte es aber längst nicht für jeden Hund notwendig um ein sehr zufriedenes Leben zu führen. Ergo, ist es auch überhaupt gar nichts schlimmes wenn Hundehalter sagen, mein Hund ist mein persönlicher "Begleithund" ohne spezielle Aufgaben. Denn der Weg zum Begleithund in möglichst vielen Lebenlagen ist ein durchaus anspruchsvoller und niemals endener. Körperliche UND geistige Auslastung sind da ein Muss, sonst wird man keinen angenehmen Begleithund bekommen. Und nur weil sich diese körperliche und geistige Auslastung am Ende nicht betiteln lässt mit Rettungshund, Schutzhund, Fährtenhund, etc. ist sie nicht weniger ausreichend.

    Es ist halt alles individuell - und ich für meinen Teil lehne eine Pauschalierung generell ab. Aber klar, nachfragen muss hier erlaubt sein =)

    Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass ein Hund, der aus Husky, Pointer und Deutsch Kurzhaar hervorgegangen ist, so problemlos freiläuft.

    Und echtes DistanzTraining - lange Strecken, hohes Tempo - am Pferd an der Leine ist schon schwierig.

    erst kennenlernen dann urteilen.


    Die Hunde laufen zumeist frei an Pferd oder Rad.

    Es wurde nicht geurteilt, sondern einfach nachvollziehbare Zweifel artikuliert.

    Ich sagte ja, ich kann es mir nicht vorstellen. Nicht "ich weiß" oder "ich urteile"

    3 sehr stark jagdlich motivierte Rassen, und es kommt ein Hund raus, der nicht jagt? Wie geht das?

    Wenn man uns trifft, denkt jeder erstmal auch, mein Hund jagt nicht. Der läuft auch überwiegend frei, am Rad, am Pferd. ABER nicht immer, nicht überall. Ich muss halt schauen, wie er drauf ist, wo wir sind, wie ich drauf bin... Ich finde es immer schwierig, ganz allgemein zu sagen "jagt nicht".

    Das sind auch meine Erfahrungen. Man sieht einem fremden Hund nicht an ob er jagt. Ich kenne zwei Viszlas die laufen gefühlt ständig ohne Leine und Halsband und orientieren sich sehr an den Haltern. Aber eben nur weil die Halter ihnen einen strikten Radius antrainiert haben und die Einhaltung dessen sehr intensiv trainieren. Und gerade bei Mischlingen ergibt sich ein grösseres Überraschungspotenzial als bei "Rassehunden" mit einem definierten von-bis-Spektrum.

    Ich finde es eher bedenklich, dass hier im DF die Meinung immer häufiger in die Richtung geht "der Hund muss eine Aufgabe haben und gearbeitet werden", sonst ist er unglücklich und Du ein Doof-Hundehalter. Dieses schwarz/weiss ohne Zwischentöne und Farben.

    Ganz ehrlich, keiner meiner Hunde hatte eine "Aufgabe" und/oder wurde erwähnenswert "gearbeitet". Es waren alles Mitläuferhunde. Es hat mal sehr gut und mal mittelmässig gut geklappt, aber es hat immer geklappt und Hund als auch wir Menschen waren ganz gewiss nicht unglücklich miteinander. Körperliche Auslastung in verschiedensten Formen und Ausprägungen (wobei niemals in Richtung Leistung) und geistige Auslastung in verschiedensten Formen und Ausprägungen nach Intelligenz des Hundes. Zusammengefasst > gute und anspruchsvolle Erziehung, aber nix Ausbildung.

    Ich finde das Anforderungsprofil der TE total normal, humorvoll und selbstironisch geschrieben > like! Im positiven Sinne ist sie die komplett durchschnittliche Hundehalterin, zu der ich mich im Übrigen auch zähle. Zudem sucht sie sehr gezielt nach Hundrassen die eben nicht aufgrund ihrer Rasseeigenschaften Spezialisten für irgendwas sind und entsprechend gearbeitet werden müssen um zufrieden zu sein.

    Ich finde auch dass der Dalmatiner hier passend klingt, aber auch ein Mischling bekannter Herkunft ohne Rasseeigenschaften die rassespezifische Auslastung erfordert. Ich war auch wenige Jahre Distanzreiterin und viele Jahre Reiterin im Allgemeinen. Die Erziehung die notwendig ist, damit ein Hund im Stall, Wald und Flur überhaupt mitgeführt werden kann, ist auf ganz eigene Art und Weise anspruchsvoll und "auslastend".

    Ich sehe bei der Beschreibung übrigens auch den deutschen Schäferhund, würde diesen aufgrund seiner vielen Krankheiten aber nicht (mehr) "empfehlen".

    @LinouAlexandra

    ich mag eure Einstellung! Genau so ist es richtig :bindafür::bussi:

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    Wir haben unseren "Gustav" ja noch nicht so lange und haben bezüglich freistehen auch noch nichts "ausgereizt". Daher kann ich nur nur hochrechnen, wie lange wir tatsächlich autark oder pseudo-autark stehen könnten und wo unsere Grenzen liegen.

    - alle 2-3 Tage brauchen wir eine V+E, da wir keine Trenntoilette haben und diese auch nicht möchten, da es nicht unserem Reiseprofil entspricht. Ob das nun ein CP, WoMo SP oder freie V+E ist, ist wurscht. Vom Zeitaufwand sind das keine 15min. Wir könnten die 2-3Tage mit einer zweiten WC-Kassette verdoppeln, möchten wir aber nicht. Fände ich auch in der Tat ekelig :ugly:.

    - Wir haben einen 100l Wassertank, 10l Boiler und 90l Abwasser. Damit kämen wir ca. 5-7 Tage aus, ohne uns erwähnenswert einzuschränken.

    - Mit 100W Solar auf dem Dach + 100W Solartasche, Büttner MPPT Regler mit Controlpanel, zwei 90Ah Bordbatterien und eine Starterbatterie, sind wir von Frühjahr bis Herbst komplett autark und im Winter bräuchten wir im geringen Umfang zusätzlichen Landstrom

    Das ist für uns ok, denn wir sind Tourer, keine Verweiler. Länger als 2-3 Tage hält es uns selten irgendwo. Wenn wir tatsächlich mal länger bleiben sollten, wäre es auf jeden Fall ein CP oder WoMo SP, weil wir keine "echten" Freisteher sind.

    Als Vollzeit-Arbeitstätige haben wir nur die obligatorischen 6Wochen Urlaub im Jahr + nutzen fast jedes WE. Für dieses Reiseprofil ist Gustav perfekt ausgestattet.