Bei meinen Hunden (alles Gebrauchshunde, aber keine LZ) haben sich die Bedürfnisse und passende Beschäftigung stark mit dem Alter gewandelt.
0-3Jahre waren die Hauptaufgaben > Ruhe reinbringen, runterfahren, Frusttoleranz erhöhen, an Bindung und Gehorsam arbeiten, mit gleichzeitiger körperliche Auslastung die nicht pusht. Im Schnitt sind wir da auf 1Std. - 2Std. ausser Haus Aktivitäten gekommen. An schlechten Tagen waren wir nur 4x 10min. draussen.
Z.B.
ein Besuch im Wildpark war mit dem Typen in meinem Avatarbild als 2,5jähriger nicht denkbar, bzw. ist denkbar schief gelaufen. Nach 30min. wäre sein Kopf fast explodiert und ich hatte alle 15m einen tobenden 38kg Hund an der Leine der alles kaputt machen will was sich bewegt, egal ob Tier oder Mensch. Als 4jähriger ist er 3Std. entspannt mit mir durch den selben Wildpark durchgebummelt.
Weiteres Beispiel. St. Peter Ording. Endlose Weite.. Leere.. Strand.. Watt soweit das Auge reicht. Als 2,5jähriger ist er hohlgedreht. Diese Weite hat ihn fertig gemacht, völlig überfordert. Er hat sich verhalten wie ein Irrer, wollte auf alles was sich bewegt losgehen, hat in die Leine gebissen und dran gerissen und das erste und einzige Mal Tendenzen gezeigt seinen Frust an mir auszulassen (vorher noch nicht erlebt bei ihm).
Als 4jähriger ist er neugierig, aufgeregt aber nicht angespannt oder überfordert an meiner Seite stundenlang im Watt Bernsteine suchen gegangen.
Zwischen diesen 1,5Jahren lagen Ruhe reinbringen, runterfahren, Frusttoleranz erhöhen, an der Bindung und Gehorsam arbeiten, mit viel Gelassenheit und Pragmatismus an neue Situationen heranführen.
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Das vierte Lebensjahr kenne ich als schönes Übergangsjahr. Ein Jahr wo ich vieles (Leistung, Aufgaben, äussere Reize durch anspruchsvolle Umfelder, etc.) signifikant steigern konnte und meine Hunde es gut verarbeitet haben. Einfach weil die Vorarbeit, die Basis, da war. Es war alles wunderbar abrufbar, wurde aber nicht aktiv eingefordert.
Ab dem 5ten Lebensjahr wurde alles einfacher. Der Gehorsam war so zuverlässig, dass alle kritischen Situationen problemlos managebar waren. Es war egal ob wir 4x15min. oder 5Std. unterwegs waren, natürlich immer darauf bedacht meine Hunde zu "lesen", führen und aus Situationen rauszuholen die sie stressen. Und weiterhin keine pushenden körperlichen Tätigkeiten. Kein Renn- und Jagdspiel mit anderen Hunden, Ball werfen 2-3x zur Belohnung nach UO ok darüber hinaus nicht.
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Ich muss hinzufügen, dass ich nur meine erste DSHündin von Welpenalter an hatte. Alle anderen kamen von Tierschutzorganisationen zu mir als sie schon 1 - 3,5Jahre alt waren. Die Anfänge waren aber alle gleich. Die ersten 1-2 Jahre ging es stets darum >
Ruhe reinbringen, runterfahren, Frusttoleranz erhöhen, an Bindung und Gehorsam arbeiten, mit gleichzeitiger körperliche Auslastung die nicht pusht.
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Mein Fazit: es ist nicht nur eine Frage des Indiviuums & Rasse, sondern auch eine Frage des Alters wie man die Auslastung, geistig als auch körperlich, gestaltet.