Ich gehe gerne und regelmässig essen, bestell was beim Lieferservice oder zum abholen. So ca. 5-7x/Woche, wenn man Lunch mitzählt.
Und ja, ich gebe grundsätzlich Trinkgeld - auch weil ich selbst viele Jahre in der Gastronomie gejobbt habe. Allerdings glaube ich, habe ich inzwischen ein ganz gutes Gespür dafür entwickelt wieviel Trinkgeld in welcher Konstallation sich in in einem angemessenen Rahmen bewegt. Ich habe da keine fixe Prozentzahl für, aber es wird irgendwas zwischen 5-15% sein. Je größer die Rechnungssumme, deso kleiner der Prozentsatz. Bei einer 100€ Rechnung gebe ich keine 15€ Trinkgeld, eher 8-10€. Für Kaffee und Kuchen für 8€ hingegen, runde ich schon auf 10€ auf.
Allerdings sei gesagt, dass auch ich bei einer 76,40€ Rechnung auf 77€ aufrunde, wenn der Service unterirdisch war. Damit meine ich wirklich objektiv betrachtet unterirdisch, denn viele Servicekräfte können nichts für die derzeitige Unterbesetzung in der Gastronomie. Aber man kann als Servicekraft vieles(!) auffangen mit z.B. Freundlichkeit oder paar entschuldigende Worte für die Gesamtsituation. Wer dafür kein Verständnis hat, sollte meines Erachtens nicht essen gehen. ABER wenn eine Servicekraft schlicht und ergreifend scheisse ist (Unfreundlichkeit und spitze Bemerkungen liebe ich ganz besonders), und mir das Gefühl gibt zu nerven oder als zahlender Gast Bittsteller zu sein, lasse ich auch auf den Cent genau wieder herausgeben.
Trinkgeld ist in Deutschland eine freiwillige Gabe und ich gebe gerne - sofern der Service stimmt. Ich lasse mich jedoch von der Gesellschaft nicht zwingen Trinkgeld zu geben.