Erfahrungswerte. Aktuell habe ich wieder einen enorm dünnhäutigen Golden FTler im Training aber das ist auch bei den Labbis nun wirklich keine Seltenheit und szenebekannt. Oder wie es hier überspitzt aber kongruent zu meinen Erfahrungen beschrieben wird https://www.keinkoeter.de/darueber-will-…rador-retriever
Ja dass einige deutsche Linien nicht gerade stressresistent sind, ist bekannt. Deswegen suchen sich viele Züchter ja Deckrüden in GB oder Dänemark. Aber dass die "häufig" so drüber sind, dass sie als Familienhunde nicht mehr geeignet sind... Die allermeisten die ich kenne, sind wirklich coole Hunde. Wir sagen im Verein immer, dass wir uns in der Szene mal bewusst machen sollten, dass es ein Luxus ist, wenn das größte Problem der Sport ist. Weil die meisten im Alltag einfach unauffällig sind. Dass es die überdrehten gibt, dass ist mir auch bewusst, aber ich gehe nicht mit, dass das die meisten betrifft und vor allem nicht, dass die "grob gehemmt" werden müssen, um unauffällig zu sein.
Definitiv nur subjektive Eindrücke, aber in der nahen Nachbarschaft haben wir vier junge Labrador-Rüden in Gustafs Alter +/- 2 Monate. Labradore generell habe ich in einem Radius von 2km von unserer Haustür wohnend geschätzt 10-15 Labradore.
Aber zu den vier jungen Rüden, mit deren Halter ich mich in unregelmässigen Abständen gerne mal unterhalte.
Einen AL in foxred. Der Foxred ist meiner Vorstellung nach genau so ist wie ein Labrador sein sollte. Vom Wesen, Charakter, Eigenschaften und Verhalten ist er für mich der perfekte Labrador. Leichtführig, gut mit Futter zu motivieren, kein großes Interesse an anderen Hunden oder Menschen - dabei aber neutral und verträglich. WTP, WTW, toller Hund und dabei auch noch wunderschön. Hochbeinig, sehr schlank, tolles Exterieur.
Ein DP in braun. Läuft fast nur frei, orientiert sich zuverlässig an seiner Halterin, macht einen total positiven Eindruck wann immer ich die beiden sehe - wenn ich OHNE Gustaf unterwegs bin. Leider ist er nicht so richtig verträglich und der erste Hund der Gustaf direkt massiv angegangen ist (Frauchen hat ihn rechtzeitig gegriffen bekommen und Gustaf war eh angeleint). Sie musste sich auf ihn werfen, mit Armen und Beinen umklammern, so hat er getobt und sich gewunden um wieder auf Gustaf loszugehen. Er hat sich schwer beruhigen lassen, Komplettausfall. So stelle ich mir einen Anfall von "Cockerwut" vor. Interessant ist, das er mal gar nicht auf Gustaf reagiert und mal komplett austickt. Kommt er uns nochmal zu nahe im Freilauf, denn er läuft fast ausschliesslich frei, wäre das der erste Hund auf den ich körperlich massiv einwirken würde um zu verhindern das er Gustaf löchert. Aber es kommt halt auch vor das er einfach ignorant an Gustaf vorbei läuft
. Gustaf kann ihn nicht einschätzen und ist recht angespannt wenn er ihn sichtet, aber steht inzwischen zumindest so gut im Gehorsam das wir gut vorbeikommen, in dem ich ihn scharf weiterschicke wenn er das starren anfängt.
Zwei SL in schwarz & braun. Beide waren die die ersten 18Monate komplett out of order und die Halter regelmässig nahe an der Grenze zur Verzweiflung. Echte Bomber, null kooperativ und komplett in ihrer eigenen Hormonwelt versunken.
Inzwischen läuft es bei einem deutlich besser, die Halter haben da einen Fuss in die Tür bekommen (nach drei Trainerwechsel und inzwischer sehr enger, konsequenter und auch regelmässig aversiver Führung). Ich bin denen die letzten drei Tage täglich begegnet und bissl mit ihnen gequatscht. Jetzt wird es wohl kontinuierlich besser und sie sind zufrieden mit der Entwicklung.
Den anderen sehe ich nur noch von Weiten, weil der Halter sich bei jedem Sichtkontakt mit anderen Hunden in die hinterletzte Nische klemmt mit Hund, die er finden kann. Ob es nun parkende Autos, Mülleimer, Büsche, etc. sind. Von dort hört man den Labbi dann toben.
Also Labradore sind eh nicht meine Rasse, aber ich verstehe schon wie schwierig es ist, da die richtige "Zucht" zu finden.