Die Naivität von einigen Menschen (oder auch vielen) die sich einen Hund holen, ist einfach erschreckend.
Ich hatte mit Gustaf als er 1,5Jahre alt war einige Gruppenstunden in einer Hundeschule besucht, während wir auf einen Platz im Hundesportverein meiner Wahl gewartet haben. Der Kurs umfasste 8 Std. und wir waren 4 oder 5 Std. da.
Unter anderem wegen einer weiteren Teilnehmerin, die einen schwarzen "Labrador" hatte. einen 1,5jährigen Rüden, der optisch nach Labrador-Mix schrie. Dieser Hund, ca. 45kg, hat seine Halterin ab dem Moment wo er aus dem Auto kam, hinterhergeschliffen (teilweise auf dem Bauch) wohin er wollte. Bei jeder Stunde, knallte er in einen anderen teilnehmenden Hund rein (aufdringlich freundlich, bis mobbend, je nach Hund), seine Halterin an der Leine im Schlepptau. NULL KOMMA NIX KONTROLLE. Der Hund war ihr körperlich einfach weit überlegen, wusste das und sowas wie Gehorsam war schlichtweg nicht vorhanden. Die junge, unerfahrene Trainerin war in solchen Situationen keine Hilfe, muss man leider einfach so sagen. Es kann nur deswegen nicht zur Klopperei, weil die zwei weiteren intakten, jungen Rüden der Stunde (meiner und ein Aussie) sehr sorgfältig abgeschirmt wurden von den jeweiligen Haltern (u.a. also ich).
Ich habe der Halterin im Beisein der Trainerin und allen anderen Mitgliedern auch ziemlich klar angekündigt, wenn ihr Hund auch nur in unsere Nähe kommt, erlebt er sein blaues Wunder. Nein, ich war nicht nett, aber ich hatte schlichtweg Angst um meinen Hund. Sie stand also immer am weitesten von uns weg, und auch der Trainerin habe ich gesagt, kommt der an uns ran und es knallt, mache ich sie mitverantwortlich. Die beiden wurden dann immer so positioniert, das sie neben einer einbetonierten Stange standen, wo die Halterin die Leine als zusätzlichen Schutz umwickeln konnte. Aber im Ernst, der Hund hatte ein Halsband für einen nicht ziehenden 25kg Hund an, und eine stinknormale Leine bei der ich darauf wetten würde das der Karabiner Zinkguss ist.
Nach der vierten oder fünften Stunde habe ich den Kurs aber abgebrochen. Es war mir einfach zu "heiss". Ich hatte mich aber vorab auch schon bei der Hundeschulleitung "beschwert" bzw. angegeben warum. Es gab natürlich kein Entgegenkommen, aber das war mir nicht wichtig. Ich wollte nicht mehr hin. Better safe than sorry.
Und das eigentlich Interessante. Der "Labrador" war ein Labrador-CaneCorso Mix. Die Halterin hat ihn aus eBay Kleinanzeigen weil Corona war, sie Zeit hatte und einen lieben, freundlichen, schwarzen Labrador wollte. In der Anzeige war der passende Wurf und ausgeschrieben als Labrador x Cane Corso Welpen. Sie wusste nicht das Cane Corso eine Hunderasse ist und dachte das "x Cane Corso" ist der Züchtername
. Sie hat aber beim abholen (es gab kein kennenlernen, sie sind hin, haben einen Welpen bezahlt und mitgenommen) auch nicht gefragt weil die Mutter war ein Labrador (aha) und die Welpen sahen nach Labradorwelpen aus. Das Cane Corso eine Rasse ist und "etwas anders" ist als Labrador, das habe ICH ihr auf dem Parkplatz erzählt. Sie war völlig geschockt! Ich habe ihr den Rat gegeben Einzelstunden zu nehmen, bevor ihr Hund eine echte Gefährdung wird.
Noch Fragen? Nach dieser Begegnung war mir klar, warum so viel schief läuft bei Rassen/Rassenmixe die körperlich nunmal ein gewisses Potenzial mitbringen.