ich glaube wir werfen gerade mehrere Aussagen in einen Topf.
1. dem Hund kann es trotz überwiegender Fremdbetreuung gut gehen
Die meisten hier sehen es durchaus so, ich auch, dass ein Hund so ein zufriedenes Leben leben kann. Es geht ihm gut und er ist zumindest körperlich ausgelastet wenn er abends nach Hause kommt. Satt ist er ebenfalls, und wenn es eine gute Hundepension/-sitter ist, hat er auch seine Streicheleinheiten, Zuneigung und ein wenig Kopfarbeit erhalten. Da geht es unendlich vielen Hunden deutlich schlechter.
2. der Hund hat trotzdem eine gute Bindung zum HH
Das bezweifele ich. Klar bestätigen Ausnahmen die Regel. Ich glaube aber schlicht und einfach nicht daran, dass ein Hund der von Anfang an in Fremdbetreuung gegeben wird, während der Halter 50-60Std/Woche arbeitet (also noch bevor überhaupt irgendeine Bindung aufgebaut werden konnte) plus die Zeit um seinen Alltag zu organisieren (Fahrzeiten, Einkäufe, Arztbesuche, etc.), eine enge Bindung zum Halter entwickelt.
Für einen solchen Hund wird der Hundehalter eher einer von einigen/mehreren Menschen sein die gut zu ihm sind, und er wird sich bei Nichtanwesenheit anderer "Bezugspersonen" an ihn halten. Ähnlich einem kleinen Kind das sich, wenn keiner aus seiner Familie anwesend ist, sich am Nachbarn orientiert weil dieser ihm eben bekannter ist als gänzlich fremde Menschen.
Wenn das dies der Anspruch an Bindung ist, ok - dann hat der Hund auch eine Bindung zu einem solchen HH. Für mich wäre das jedoch keine Bindung wie ich sie mir vorstelle.
Anders verhält es sich, wenn ein Hund trotz sorgfältiger Planung irgendwann in die Fremdbetreuung gegeben werden muss und zu dem Zeitpunkt bereits ein enges Verhältnis zum HH besteht.
3. Ist meine persönliche Fragestellung zu dieser Thematik eine gänzlich andere.
Im Prinzip stellen sich fast alle hier diese Frage. Die da wäre: Warum ein Hund unter diesen Umständen?