Somit sind die Hauptrisiken eines Vermieters ausbleibende Mietzahlungen und Schäden am Mietobjekt.
Das ist ja schön dass Du es so siehst. Ist ja auch Dein gutes Recht.
Selbst als Nicht-Vermieter, sondern Mieter, teile ich diese Ansicht nicht. Wie Du schon sagtest, man kann eine Menge versichern und sich gegen eine Menge absichern. Dazu gehören auch ausbleibende Mietzahlungen und Schäden am Mietobjekt. Was aber absolut schützenswert ist, nebst finanziellen Aspekten, sind Nerven und Zeit.
Ich habe als Mieter (immer schon, war noch nie Eigentümer/Vermieter und hab es auch nicht vor) leider schon erschreckend oft mitbekommen, wie Hunde das Zusammenleben in der Nachbarschaft stören können. Ich glaube gerne und bereitwillig, dass wir Hundehalter die ich explizit meine nicht hier im DF finden werden. Nichts des so trotz ist meine persönliche Erfahrung, dass engagierte, Rücksicht nehmende und verantwortungsbewusste Hundehalter leider noch immer nicht die Mehrzahl darstellen.
Es geht schon bei Kleinigkeiten los. Gemeinschaftsgärten, die von HH aus der Nachbarschaft als Kackwiese benutzt werden. Natürlich im Dunkeln, wenn es keiner mitbekommt. Lärmbelästigung durch anhaltendes Kläffen und Bellen (und ja, ich kenne die gesetzlichen Regelungen hierzu + besitze eine hohe Toleranz gegenüber Geräusche die ein Hund so von sich geben kann). Leinenloses führen von Hunden die nicht zuverlässig im Gehorsam stehen und Nachbarn verschrecken. Anpinkeln und Kotabsatz in liebevoll gepflegte Beete. Markieren von Privatbesitz. Intensiver Hundegeruch der bis ins Treppenhaus zieht, etc. Die Liste ist leider endlos.
Das alles sind nervenaufreibenden Dinge für Nachbarn und am Ende des Tages für den Vermieter. Jedes für sich betrachtet nur eine Kleinigkeit, aber gesammelt ein Eimer voller Ärger. Dann geht es los mit, erlaubst Du einen Hund im Haus, hast Du als Vermieter potenziellen Ärger wenn weitere Hunde einziehen und diese nicht miteinander können. Beispiel aus der letzen Nachbarschaft:
Eine Hündin ist läufig, die zwei Rüden im Haus und Nachbarhaus drehen am Rad. Wer schlichtet wenn sich diese drei Hundehalter den Kopf einschlagen, weil wiederrum andere Nachbarn sich beschweren, weil alle drei über Wochen hinweg Lärm machen? Die Rüdenhalter sagen, die Hündin muss kastriert werden. Die Hündinhalter sagen die Rüden müssen erzogen werden. Keine Einigung > diverse Beschwerden anderer Nachbarn an die drei Vermieter > diese schlagen sich bei der Eigentümerversammlung die Köpfe ein > das Ganze ist seit langem vor Gericht > etc. etc..
Das sind am Ende des Tages Probleme für den einzelnen Vermieter, einfach weil er sich mit den Beschwerden herumschlagen darf und die Lösungen dafür finden muss.
Nö - als Vermieter will ich die Bude vermieten und reduziere potenzielle Problemauslöser im Vorfeld auf ein Minimum. Das sind für die einen Vermieter Hunde, für die anderen Kinder. Nicht schön, aber nachvollziehbar. Ich vermiete eine Wohnung als Kapitalanlage und mit dem Ziel möglichst wenig Aufwand/Arbeit damit zu haben. Sorry wenn meine Herzensgüte nicht weit genug reichen würde, um mir bei drei Interessenten die von den Unterlagen her absolut gleich rangieren und gleich sympathisch sind, den Interessent mit dem Hund zu nehmen.
Wohnungssuche mit Hund ist und bleibt schwierig und ein Abenteuer. Gerade in Ballungsgebieten und Metropolen nervenaufreibend und zermürbend. Einfach nur doof für alle Hundehalter und unfair gegenüber vielen Hundehaltern. Aber die Schuld für die negative Grundeinstellung liegt nicht beim Vermieter, sondern bei den vielen Hundehaltern, die nicht hier im DF sind 