Beiträge von SavoirVivre

    @stefanie
    ok, für dich macht es also gar keinen unterschied ob die bezugspersonen für den hund familienmitglieder sind (z.b. dein partner) oder aber weitgehend fremde personen (z.b. hundesitter / hundepension) ?

    für mich macht es einen riesenunterschied, ob mein hund zu meinem lebensgefährten eine engere beziehung hat als zu mir (im worse case zu mir keine aufbaut) oder zu einem hundesitter/hundepension.

    du magst da keinen unterschied sehen, ich sehe da für mich einen riesigen. man nenne es auch befindlichkeiten ;)

    desweiteren, wo habe ich geschrieben dass ich davon ausgehe dass du dir unter diesen umständen einen hund holen würdest? du kannst die entscheidungen für einen hund unter diesen umständen lediglich besser nachvollziehen und stehst dem wohlwollender gegenüber als ich. ich halte es nämlich für puren egoismus und habe da wenig bis gar kein verständnis für.

    ich kenne wirklich genug Beispiele von Leuten, die das so machen und dann noch vor der Arbeit und abends spazieren gehen und mit dem Hund Sport machen. Erfordert natürlich Management und viel Energie, die nicht jeder aufbringen kann und will. Und Wochenende ist dann "Quality time" pur.Ob man das selber so will, ist die Frage.
    Das der Hund keine Bindung aufbauen kann, glaube ich auch nicht. Dann dürfte er ja zum arbeitenden Menschen in einer Familie z.B., wenn einer mit ihm zuhause ist, auch keine aufbauen können.

    wir werden auf keinen gemeinsamen nenner kommen. ist ja auch nicht schlimm. ich würde mir unter diesen umständen halt keinen hund holen, weil ich mich zerreissen müsste um meinen ansprüchen an die hundehaltung gerecht zu werden.

    im familienkreis sehe ich das nochmal anders. da ist es meist ja auch so vorgesehen, dass der hund mehrere bezugspersonen hat.

    einen hund zu sich zu holen bei einer 50-60std/woche ist für mich purer egoismus. selbst bei einer 40std/woche sähe das schon wieder anders aus. 10-20std/woche mehr, das ist in der woche ein halbes leben.

    Vertrauen und Bindung baut der Hund doch auf zu Menschen auf, die er seltener sieht, wenn er die entsprechenden Erfahrungen machen durfte. Man kann doch eine gute Beziehung nicht an der Häufigkeit des Zusammentreffens ausmachen

    nein, aber durchaus an der qualität der zeit die er diesen menschen sieht.

    wenn ich 9-10std/tag arbeiten würde, dann noch eine fahrzeit von 30min habe, auf dem rückweg noch einkäufe besorge, zuhause auch mal für ordnung sorgen muss, auch anderen menschen gegenüber eine verantwortung trage im sinne von quality-time, etc. habe ich in der woche keine energie mehr mich meinem hund so zu widmen, dass ich es als qualitativ wertvolle zeit deklarieren kann.

    ich glaube wir werfen gerade mehrere Aussagen in einen Topf.

    1. dem Hund kann es trotz überwiegender Fremdbetreuung gut gehen
    Die meisten hier sehen es durchaus so, ich auch, dass ein Hund so ein zufriedenes Leben leben kann. Es geht ihm gut und er ist zumindest körperlich ausgelastet wenn er abends nach Hause kommt. Satt ist er ebenfalls, und wenn es eine gute Hundepension/-sitter ist, hat er auch seine Streicheleinheiten, Zuneigung und ein wenig Kopfarbeit erhalten. Da geht es unendlich vielen Hunden deutlich schlechter.

    2. der Hund hat trotzdem eine gute Bindung zum HH
    Das bezweifele ich. Klar bestätigen Ausnahmen die Regel. Ich glaube aber schlicht und einfach nicht daran, dass ein Hund der von Anfang an in Fremdbetreuung gegeben wird, während der Halter 50-60Std/Woche arbeitet (also noch bevor überhaupt irgendeine Bindung aufgebaut werden konnte) plus die Zeit um seinen Alltag zu organisieren (Fahrzeiten, Einkäufe, Arztbesuche, etc.), eine enge Bindung zum Halter entwickelt.
    Für einen solchen Hund wird der Hundehalter eher einer von einigen/mehreren Menschen sein die gut zu ihm sind, und er wird sich bei Nichtanwesenheit anderer "Bezugspersonen" an ihn halten. Ähnlich einem kleinen Kind das sich, wenn keiner aus seiner Familie anwesend ist, sich am Nachbarn orientiert weil dieser ihm eben bekannter ist als gänzlich fremde Menschen.
    Wenn das dies der Anspruch an Bindung ist, ok - dann hat der Hund auch eine Bindung zu einem solchen HH. Für mich wäre das jedoch keine Bindung wie ich sie mir vorstelle.
    Anders verhält es sich, wenn ein Hund trotz sorgfältiger Planung irgendwann in die Fremdbetreuung gegeben werden muss und zu dem Zeitpunkt bereits ein enges Verhältnis zum HH besteht.

    3. Ist meine persönliche Fragestellung zu dieser Thematik eine gänzlich andere.
    Im Prinzip stellen sich fast alle hier diese Frage. Die da wäre: Warum ein Hund unter diesen Umständen?

    Welche Kehrseite?

    Halter XY bekommt es einfach nicht richtig auf die Reihe.


    Dann stimmt die Bindung nicht.
    Wenn ich sehe wie Hunde abgehen, wenn sie auf bestimmte Menschen treffen die sie teilweise Wochen oder Monate nicht gesehen haben, dann frage ich mich, was machen andere falsch?

    Dann frag dich doch mal anders herum.Wie machen das zb. Brummifahrer, Geschäftsleute, usw. die ihre Hunde nur am wochenende sehen? Warum funktioniert es unter diesen umständen trotzdem, wenn die zsammen verbrachte Zeit der entscheidene faktor für eine gute bindung sein soll?

    Für mich ist es kein Zeichen von Bindung wenn ein Hund vor Freude durchdreht wenn er mich sieht. Das tun die Hunde meiner engen Freunde alle, trotzdem haben sie keine erwähnenswerte Bindung zu mir. Ich bin dann lediglich ein potenzielle, temopräre Bespasserin. Die große Freude und Anhänglichkeit hält wenige Minuten an und dann bin ich wieder uninteresssant.

    Du vergleichst Äpfel mit Birnen und schon allein das ist inhaltlich unqualifziert. Der/die TE hätte gerne einen Hund, um diesen von Anfang an intensiv in externe Betreuung geben.
    Ich würde darauf wetten, dass alle die besagten Brummifahrer und Geschäftsleute die Du meinst, dies nicht getan haben sondern irgendwann erst dazu übergehen mussten, weil sich ihr Leben dahingehend verändert hat.

    Ich kann jeden HH verstehen der keine 12 - 15Jahre seines Lebens im Voraus planen kann und deswegen irgendwann in die Situation kommt zu entscheiden: Hund abgeben oder externe Betreuung, und sich dann für zweiteres entscheidet. Bis dato dahin haben sie sich aber bereits eine (enge) Bindung zu ihrem Hund aufgebaut.

    Verstehe mich nicht falsch. Gute Hundepensionen und -sitter sind großartig und ich hätte keinen Hund wenn es keine gäbe. Aber ich denke bei einem Arbeitspensum von 50-60std/woche braucht man sich keinen Hund zu holen, um einen zu besitzen. Es wurde hier schon ganz richitg angemerkt, dass es nebst Arbeit auch noch andere Dinge des Lebens gibt zusätzlich Zeit kosten, bevor man sich seinem Hund widmen kann.

    Klar geht es, dem widerspricht auch keiner. Die Frage ist nur, warum? Wozu?

    Welche Kehrseite?

    Halter XY bekommt es einfach nicht richtig auf die Reihe.


    Dann stimmt die Bindung nicht.
    Wenn ich sehe wie Hunde abgehen, wenn sie auf bestimmte Menschen treffen die sie teilweise Wochen oder Monate nicht gesehen haben, dann frage ich mich, was machen andere falsch?

    äh, gibts ein rezept für bindung? ich koche sehr gerne und würde mich dran versuchen.

    ok, spass beiseite. ich finde diese aussage "da stimmt die bindung nicht" sehr leichtfertig dahergesagt und ein schlag ins gesicht für alle, die sich sehr bemühen eine gute bindung zu ihrem hund aufzubauen.

    wie viele threads haben wir hier im forum wo es allein darum geht, dass bei geringster ablenkung alles andere interessanter ist als der eigene halter? ganz aktuell haben wir threads in dem es explizit um die fragestellung geht "wie stärke ich die bindung zu meinem hund".

    ich brauche mir nur meine bisherigen hunde anzusehen um guten gewissens und gerne unterschreiben zu können, dass eine bindung nicht durch zauberhand entsteht, sondern durch invest, insbesondere zeitlichem invest.

    und am ende die finale frage, wie funktioniert der aufbau einer guten bindung wenn keine zeit vorhanden ist? plus dass der hund mehr (aktive wachzeit) zeit bei anderen menschen verbringt als bei einem selbst?

    ich glaube es ist einfach die unbedarftheit und unkenntnis wie der eigene hund tickt.

    so viele hundehalter glauben noch immer sie tun ihrem liebling was gutes, wenn sie ihn regelmässig mit anderen (fremd)hunden zusammenbringen. die gehen das an wie bei kindern und freuen sich für ihren hund über jede neue hundebekanntschaft den er macht. dabei übersehen sie konsequent alle stresssignale und glauben übersprungshandlungen drückt freude aus, und mobbendes jagen ist spiel :???: .

    der das nicht ab kann und etwas ausdrücklicher individualdistanz einfordert, ist in ihren augen gestört/aggressiv/schlecht erzogen :hilfe:

    mein proleten bambi wäre da die bestie. sorry, aber auf stempel habe ich so gar keine lust.