Beiträge von SavoirVivre

    wie hier schon mehfach gesagt wurde, muss das jeder für sich selbst entscheiden. ich finde es auch nicht gut wenn DK ablehner DK besucher kritisieren - und umgekehrt!
    aber fakt ist, dass die gesetzesgrundlage in DK für mich ausreichend sind um es als urlaubsland mit hund gänzlich abzulehnen. ich trage verantwortung für meine tiere und dieser muss ich nachkommen. dazu gehört auch eventualitäten zu sehen und abzuwägen. DK mit hund - nein danke!

    Ich drücke es mal anders auch. Ja, Rasselisten sind überall daneben und unfair. Aber ich kenne kein Land das die Handhabung der Rasseliste und "Fehlverhalten" von Hunden rechtlich so auslegt wie DK es tut.

    Oder kennt ihr ein Land das gut per Autoreise erreichbar ist, in dem man dieselben Ängste haben müsste als Halter eines Hundes der listenhundartig anmutet?

    Mit meinen Schäferhunden war ich in DK - und gerade meine Hündin war um Welten "griffiger" als Bambi. Mit der heutigen Gesetzeslage dort würde ich aber nicht mal mehr dort Urlaub machen wenn ich als Nächstes einen Golden Retriever hätte. Was aber um Gottes Willen nicht bedeutet dass ich die Ewartungshaltung habe, dass alle Hundehalter es so handhaben oder so sehen müssen.

    Ich glaube, wäre ich selbst nie betroffen gewesen, hätte ich auch weiterhin mit meinen Hunden in DK Urlaub gemacht. Dieses Unrechtsgefühl habe ich ehrlicherweise auch erst seit Bambi.

    Ich für meinen Teil lehne DK aufgrund seiner Hundegesetze als Urlaubsland gänzlich ab.

    Ich bin nämlich betroffen - und das meines Erachtens zu Unrecht. Mein Hund sieht im Sommer (durch das viele Hecheln das ihm eine ganz andere Optik verschafft) durchaus aus wie ein Listenhundmix, und er ist kein allgemeingültig freundlicher Hund. ABER, wir/ich führen ihn mit Erfahrung und Bedacht.

    Er ist weder hundeunverträglich, sondern in einem völlig normalen Rahmen Geschlechtsgenossen-Teil-Unverträglich. Es gibt Menschen die findet er unheimlich und bedrohlich, und diese hält er sich wenn er dürfte mit viel Getöse auf Abstand, aber auch dies lässt sich im Ansatz unterbrechen und gut regulieren. Und zu guter Letzt wird er aus Verantwortungsbewusstsein überwiegend an der 2m Leine geführt und bei Bedarf natürlich mit MK. Auch Schleppleine oder Freilauf sind kein Problem, da er sich sauber abrufen lässt - auch aus Reizsituationen heraus. Er kann in großen fremden Hundegruppen mitlaufen und auf engsten Raum durch Menschenmengen. Aber weil er aussieht wie er aussieht, muss ich Angst um ihn haben, selbst wenn er sich nur hundegerecht verhält - und das an der kurzen Leine.

    Und trotzdem wage ich mich ihm nicht nach DK, weil ich schlicht und einfach Angst um ihn habe. Und ja, das ist verdammt unfair. Ich sehe das absolut wie @Rikah und ich teile exakt die selben Gedankengänge wie sie. Rikah, was für einen Hund hast Du nochmal?

    es gibt bellen und bellen. ich finde es ist ein unterschied, ob ein hund menschen "nur" anbellt (also dabei lockere leine) oder sein ganzes gebaren wie attacken wirkt das nur durch die leine aufgehalten wird.

    zweiteres trifft/traff leider auf meinen zu.

    er hat kein grundsätzliches problem mit menschen. 95% aller menschen (egal ob fussgänger, radfahrer, jogger, kickboardfahrer, etc.) sind ihm schnurz. aber es sind diese restlichen 5% die er als unheimlich oder gar bedrohlich empfindet. die, die ihn ansprechen weil sie kontakt zu ihm aufnehmen wollen. die, die ihn unwissenderweise in die augen starren. die, die sich in der dunkelheit in seinen augen merkwürdig bewegen. die, die auf einmal auftauchen (z.b. aus dem gebüsch springen weil sie gerade dort gepinkelt haben) und ihn/uns dabei erschrecken. inzwischen lässt er sich schon in den ansätzen abbrechen, aber zu einem tiefes grollen mit fixieren des "gefährlichen menschen" kommt es leider immer noch.

    aus hundesicht mag seine verteidigungsmodus erstmal richtig/normal sein, aber aus menschensicht ist ein solches verhalten einfach nur schxxx. wie gesagt, wenn er in diesen wenigen momenten "nur" empört bellen würde wäre das schon eine gute sache. nur fährt er gleich das ganze waffenarsenal hoch.

    hi cereza, dir bleibt - wenn du auf nummer sicher gehen willst, was ich dir dringend raten würde - nichts anderes übrig als dafür sorge zu tragen, dass dein hund nicht bis an den gartenzaun heran kommt wenn er nach fremden händen die drüber- oder durchgreifen schnappen würde. unwissende menschen gibt es immer und ein freundlich wirkender, hübscher, knuddelig erscheinender hund verlockt nunmal zum streicheln.

    es ist es egal aus welchem grund dein hund zuschnappt, der hund und seine halter - ihr - seid im regelfall diejenigen die den kürzeren dabei ziehen. mindestens jedoch, werdet ihr diverse behördengänge und ärger haben um euren hund und euch frei von schuld zu waschen und auflagenfrei zu bleiben. und selbst dies ist nicht gewährleistet wenn der hund geschnappt hat.

    Auch Hamburg hat sich gestern bei strahlenden Sonnenschein von seiner besten Seite präsentiert. Die Wege um die Hamburger Aussenalster verwandeln sich bei solch guten Wetter in eine Menschenautobahn und diese Gelegenheit haben wir genutzt, um mit dem zarten Reh ein bissl zu üben. Also Leine dran und unaufgeregt unter die Menschenmenge gemischt.

    Er hat es toll gemacht. Ja, er war gestresst (Stresshecheln und speicheln), aber dagegen hilft halt nur Übung und Ausbau der Frusttoleranz. Viele angeleinte Hunde die er 1a passiert hat und Menschen, Menschen, Menschen. Jogger die im ZickZack durch die Menschenmenge laufen, Kinder auf Laufrädern, Horden an Spaziergängern, etc. - und mein zartes Reh hat alles neutral bis ignorant hingenommen. Stotisches neben mir her trotten, obwohl er diesen Spaziergang sichtlich doof und stressig fand.

    Nach 30min. habe ich dann gemerkt dass es jetzt reicht, da sein Stressfaktor zunimmt. Also die Hauptalsterwege verlassen und über ruhige Nebenwege zurück nach Hause. Einfach nur prima hat er das gemacht!

    Einen kurzen blöden Zwischenfall gab es wegen einer freilaufenden Hündin. Ich muss anmerken, an der Aussenalster müssen Hunde angeleint werden. Erst recht wenn es so(!) voll ist. Daran haben sich auch 95% aller Hundehalter gehalten. Es wurde aufeinander geachtet und darauf, dass die angeleinten Hunde zügig ohne Kontaktaufnahme einander passieren.
    Diese freilaufende Hündin lief mit Frauchen und deren Freundin irgendwann etwas weiter hinter uns, holte dann auf und ging dann direkt hinter uns (Frauchen ca. 8m Abstand, freilaufender Hund ca. 3m Abstand). Dabei wechselte die Hündin immer wieder grosszügig die Seite. Lief also im zickzack hinter uns hin und her. Als das Frauchen dann zum überholen angesetzt hat, ist die Hündin mit sehr geringen Abstand (ca. 1m) an uns vorbei und hat direkt vor unserer Nase nochmal gekreuzt. Das war zuviel fürs Bambi und er hing kurzweilig (ca. 2-3sek) pöbelnd in der Leine. Das Frauchen hat uns dann angemacht und hat keifend, Tempo aufnehmend, Abstand nach vorne zu uns eingelegt. Dabei empört vor sich hin schimpfend und sich bei der Freundin auslassend.
    Das war so ein Moment an dem ich dachte wie selbstgerecht einige Menschen/Hundehalter sind. Mit unangeleinten Hund in unmittelbarer Nähe an einem angeleinten heran, und wenn der eigene freilaufende Hund dann angepöbelt wird, weil er zu nahe an den angeleinten herankommt auf die blöden Hundehalter mit dem angeleinten Hund schimpfen.

    Ich für meinen Teil empfand den Freilauf dieser Hündin an sich gar nicht als schlimm. Sie war eindeutig desinteressiert an uns. Es war absolut ok, weil auch sowas muss mein Bambi tolerieren lernen. Dass er nur sehr kurzweilig gepöbelt hat und sich dann sofort abbrechen lies, war ein absoluter Erfolg für uns. Nur dass das Frauchen daraufhin meinte uns anmachen zu müssen, das fand ich daneben. Schliesslich lief mein Hund ununterbrochen bei Fuss an der kurzen Leine. Zudem ist der Freilauf, wie gesagt an der Aussenalster verboten.

    Achtung, gefährliche Ferndiagnose.

    Für mich liest sich das, als ob Dein Hund in solchen Momenten gestresst ist und auch ein stückweit Angst hat/sich bedrängt fühlt. Der Moment des aufstehens und sich von Dir entfernens, ist für ihn der heikelste Moment - daher das staksen, langsame bewegen und die defensive Körperhaltung. Das sind alles Beschwichtigungssignale. Dazu das.. ich nenne es mal Angstknurren.
    Wenn er dann angekommen ist an seinem Platz, ist er "erleichtert" aus der Situation zu sein und entspannt sich.

    Ich würde vorerst nicht mehr aktiv auf Deinen Hund zugehen zum kuscheln/streicheln, sondern ihn zu Dir kommen lassen.

    Und ich würde ihn mal gründlich auf Schmerzen durchchecken lassen.