Beiträge von SavoirVivre

    Das war ein Beispiel. Einfach weil Rücksichtnahme für den einen was anderes beduetet als für den anderen.Noch ein Beispiel: Hier im Wald herrscht Leinenzwang. Die Jungs sind am gelben, bzw pinken Geschirr, also damit schon gut zu sehen. Dazu ne Neon-Flexi. Der Weg den wir gehen ist breit, sicher 4 Meter.
    Wir gehen an der rechten Seite, von oben kommt ein Pärchen mit kleinerem Hund, sie gehen ganz links, also wirklich genug Entfernung. Die Frau klammert sich schon an ihren Mann und hyperventiliert fast, der Hund pöbelt was das Zeug hält. Seine Flexi wird immer länger, während ich schon fast im Graben stehe und die Jungs dicht bei mir habe.
    Hamilton kläfft, die Frau schreit panisch auf.
    Daraufhin explodiert der Mann, was ich denn für eine Asoziale wäre, ob ich nicht wüßte was Rücksichtnahme ist.
    Ich steh also fast 4 Meter entfernt, ganz am Rand, mit den Hunden an festgestellter, ganz kurzer Flexi und bin die Böse, weil einer meiner Hunde auf die andauernde Pöbelei des anderen geantwortet hat.

    Ebenso wurde schon von mir erwartet das ich umdrehe, oder zurückgehe und mich in eine Einfahrt stelle, nur weil ich mit 2 Hunden da existiere wo jemand langwill.
    Die 15 Meter sind nicht von mir ausgedacht, das hab ich so schon gehört.

    in beiden situation war die asoziale person ganz bestimmt nicht du ;)

    @SophieCat
    Dass eine Bitte eigentlich eine Handlungsanweisung ist, bekommst du auch erst zu spüren, wenn du nein sagst...

    ich habe seit über 25jahren große hunde und musste in all diesen jahren vielleicht ein dutzend mal nein sagen. das war dann meistens die antwort auf die "bitte" von fräulein chichi-tütü die sich von der bloßen existenz meiner wenigkeit + hund belästigt gefühlt hat und gerne hätte dass wir uns in luft auflösen, sowie weitere konsorten dieses schlages.

    ich bin ziemlich gut in nein sagen, wenn ich es für angebracht halte und lasse mir dann auch nicht die butter vom brot nehmen. nur dass es in konstallation mit hund sehr selten vorkommt, da ich eine freundlich höfliches miteinander bevorzuge. obwohl ich somit also fast immer "handlungsanweisungen" folge, komme ich sehr gut damit klar und fühle mich weder eingeschränkt noch belästigt. grundsätzlich kommt nämlich immer ein herzliches dankeschön zurück, oder eben ein konfliktfreies passieren.

    ich wäge ab. sage ich nein, weil ich das gefühl habe hinter einer bitte verbirgt sich immer eine handlungsanweisung und erhöhe somit das potenzial eines konfliktes, oder folge ich der bitte aka handlungsanweisung und hab genau null komma null stress, entscheide ich mich in der regel für den weg des geringsten widerstandes.

    das nenne ich dann pflege meines seelenfriedens, sowie optimierung meiner zeit :D

    Diese Leute sollen einfach ihre Probleme nicht auf alle ablegen.Als Beispiel: Wenn dein Hund ein Problemhund ist, warum muss das alle anderen kümmern? Klar ist Rücksichtnahme nett, aber für den einen ist es Rücksichtnahme das ihr Hund nicht zu euch läuft, während du es lieber hättest wenn der andere Hund angeleint wird und die am besten in nem Bogen von 15 Metern an euch vorbeigehen und alles andere ist für dich keine Rücksichtnahme.

    Und wenn jemand aus Angst will das die Hunde am besten schon 50 Meter vorher angeleint werden und man am besten ins Feld ausweichen sollte, damit er keine Angst haben muss... Dann ist das sein Problem.

    da du dich explizit auf mich beziehst. nochmal - ich für meinen teil erwarte von niemandem dass er seinen hund anleint. hatte ich in diesem thread im übrigen bereits zweimal geschrieben. ich erwarte lediglich dass er nicht zum guten tag sagen an meinen hund ran kommt. wie sein halter dies macht ist mir wumpe. wenn sein hund auf kommando bei ihm bleibt oder meinen hund ignoriert bin ich da völlig fein mit. das muss mein hund aushalten, wäre ja noch schöner wenn mein hund meint andere hunde hätten keine daseinsberechtigung nur weil er existiert.

    es hilft der diskussion übrigens auch nicht zu übertreiben. ich denke keiner hier hat die erwartungshaltung dass der andere hundehalter seinen hund anleint und sich mit ihm 50m ins unterholz (wenn überhaupt welches vorhanden) verpiselt. auch von 15m spricht hier keiner. einfach mal die kirche im dorf lassen hilft einem meinungsaustausch sehr.

    wenn sich aber menschen auf einem weg begegnen und freundlich gebeten wird anzuleinen bis man einander passiert hat, und daraus ein "ich höre generell nicht auf handlungsanweisungen fremder menschen" oder "ich ignoriere bitten grundsätzlich immer und mach mein ding" oder "wenn sie angst haben ist das ihr problem, arbeiten sie an sich" gemacht wird, muss man sich auch nicht wundern wenn man in der gedanklichen schublade "unsoziales arschloch landet". aber auch hier nochmal eine wiederholung meinerseits. wem das nicht stört - also in dieser schublade zu landen - soll halt so weitermachen.

    bin ich die einzige die es befremdlich findet dass hier einige so empfindlich, fast schon aggressiv auf eine bitte reagieren?
    meine güte, die menschheit ist nicht grundsätzlich böse und ja - eine bitte ist oftmals eine freundliche, höfliche umschreibung einer aufforderung. es ist nichts schlechtes daran andere menschen zu etwas aufzufordern, hier auch handlungsanweisung betitelt - was ich persönlich überzogen finde, wenn dahinter der grundgedanke ist einen konflikt zu vermeiden.

    der grundgedanken dahinter ist ja nicht "leinen sie bitte ihren hund an damit mein hund ihren in aller ruhe belästigen kann", oder "bitte leinen sie ihren hund an weil mir die farbe ihres hundes nicht gefällt und ihre nase auch nicht", oder "bitte leinen sie ihren hund an einfach weil ich hier das sagen habe".

    ich finde es völlig legitim eine aufforderung höflich in eine bitte zu verpacken um eine kurze begegnung für beide seiten so konfliktfrei wie möglich zu gestalten. eine bitte ist vielmehr ein hilferuf. bitte helfen sie mir diese kurze begegnung so konfliktfrei wie möglich zu halten, auch wenn das problem bei meinem hund liegt.
    eine bitte jedoch gleich als handlungsanweisung zu verstehen finde ich unverhältnismässig.

    natürlich steht es jedem frei dies zu verneinen, oder gar gänzlich zu ignorieren, aber dann muss man sich nicht wundern wenn man in der schublade "unsoziales egoistisches arschloch" landet. wem das nicht stört der soll sein verhalten halt beibehalten.

    @Boomerang
    und was machen die hundehalter die einen hund haben den sie eben nur mit mühe kontrollieren können (gründe sind ja vorerst egal), für die jede begegnung mit freilaufenden hund horrorszenario ist und die einfach dankbar sind wenn ihnen durch rücksichtsnahme geholfen wird?

    die sollen sich wegbeamen oder haben keine existenzberechtigung? oder haben die deiner meinung nach schlichtweg pech wenn sie ihren hund nicht kontrollieren können, dann sollen sie halt zuhause bleiben und den hund auf den balkon schicken?

    was ist mit menschen ohne hund die einfach ANGST haben vor einem freilaufenden grossen hund und deswegen darum bitten dass er kurz festgehalten wird bis sie vorbei sind? die haben selbst schuld und sollen gefälligst auf die couch anstatt dich zu belangen?

    immer wieder interessant deine weltanschauung

    viele entscheidungen als HH sind keine grundsatzentscheidungen, sondern werden situationsbedingt getroffen.
    ich entscheide z.B. doch nicht grundsätzlich ob ich meinen hund (mit dem jetzigen kommt es eh nicht in frage) immer unangeleint in einer ecke des biergartens ablege, oder angeleint, sondern entscheide das in dem moment unter berücksichtigung von den begebenheiten vor ort. ebenso wie ich situtationsbezogen entscheide ob ich einer "aufforderung" des anleinens nachkomme.

    ich denke ein teil der hier entstandenen diskussionen sind zum leben erwacht, weil viel mit begrifflichkeiten wie "immer" hantiert wird. klar gibts grundsatzentscheidungen, aber gerade als hundehalter wird nun mal zwangsläufig viel intuitiv in dem moment des geschehens entschieden.

    ich verstehe jeden der sagt, der ton macht die musik und wenn mir jemand doof kommt bin ich taub auf dem ohr. ich leine auch nicht an weil sich madame tütü sich von der bloßen existenz meines hundes in ihrer freien geistigen und körperlichen entfaltung gestört fühlt. ich finde jedoch die geisteshaltung "ich leine grundsätzlich nicht an wenn andere mich darum bitten/auffordern, weil ich da keinen bock drauf habe" unsozial und unangemessen. wer so selbsteingeschränkt durchs leben geht, tut mir einfach nur leid.

    ich stehe auch nicht per se als als prügelknabe zur verfügung, nur weil ich einen hund mit mir führe. ich mag als asiatin klein und zierlich sein, aber wenn mir jemand blöd von der seite kommt erteile ich ihn gerne eine verbale lektion in "warum klischeedenken scheisse ist und asiatinnen auch anders können".
    trotzdem ist mir bewusst, dass meine meinung keine allgemeingültigkeit hat und das was ich für richtig halte nicht zwangsläufig das einzig richtige ist. vielleicht gerade deswegen, hadere ich immer zwischen verachtung, mitleid, belustigung und wut, wenn ich jemanden begegne der im der welt umherspaziert (egal ob mit oder ohne hund), der meint seine weltanschauung ist unantastbar.

    nicht zu sehr von sich auf andere schliessen würde so manch einem gut tun.