Beiträge von SavoirVivre

    Akzeptiere ich, sehe es aber völlig anders als Du und finde die Reaktion auch ein wenig dramatisch.Letztendlich kommt es aber nicht darauf an, wie ich werte, sondern wie der Gesetzgeber wertet. Und der hat ja eine sehr klare Haltung zu diesem Thema.

    Damit kann ich leben ;)

    Und nein, selbst der Gesetzgeber verlässt sich auf die Beurteilung von Sachverständigen und diese betrachten es durchaus situativ und im Kontext. Da gibt es hoffentlich eher selten die reine schwarz/weiss Betrachtung "Hund hat gebissen, Grund/Ursache/Vorgang vollkommen egal, Hund ist gefährlich".

    Dieser Hund hat garantiert vorgewarnt. Nur sieht der Mensch aus der Vogelperspektive, nicht die Mimik eines Hundes. Wäre man auf Augenhöhe mit so einem Tier, könnte man ganz sicher in seinem Gesicht etwas lesen.

    Mich würde nur mal interessieren, ob der Hund schon öfter geschnappt hat.
    Wenn ja, wäre es eigentlich die Aufgabe der Halterin dafür zu sorgen, daß niemand ihren Hund anfaßt.


    Ich möchte diesen betroffenen Rotti ganz bestimmt nicht rosarot und plüschig reden, aber aufgrund explizit dieser Situation sehe ich da keine Auflagen wie Juno sie sieht (MK, Leine & hohe finanzielle Mehrbelastung).

    Wenn er aber jedoch mehrfach geschnappt hat (was aber keiner von uns weiss), dann hätte die Halterin auch ohne offizielle Auflagen stets ein MK drauf machen müssen. Und dann wären auch offizielle Auflagen vollkommen angebracht! Es geht mir ja nicht um die Unterstützung von Fahrlässigkeit oder Verantwortungslosigkeit von Hundehaltern, sondern um Verhältnismässigkeit und eine faire Betrachtung der jeweiligen Situation.

    Ich hatte mit meiner ersten Schäferhündin eine Situation bei der sie ebenfalls abgeschnappt/gebissen hat.

    Ich erinnere mich nicht mehr in Detail da über 20Jahre her - aber so ungefähr war es.
    Ich war mit ihr auf einer großen Hundewiese in einem Park. Sie liegt im Gras und kaut auf einem Stock (ja ja, heute gibts grundsätzlich keine Stöcke mehr zum kauen). Da kommt ein deutlich angetrunkener Mann der sie super findet und erklärt zunächst mir dass er Schäferhunde liebt und selbst 20Jahre Schäferhunde hatte. Er ist nett, trotz deutlicher Fahne. Dann dreht er sich zu meiner Hündin, beugt sich über sie und will ihr den Stock wegnehmen um ihn zu werfen. Ich halte ihn am Arm fest und sage zu ihm, dass sie sich von Fremden nicht den Stockwegnehmen lässt und dann BEISST. Er sagt, er kennt sich mit Hunden aus und kein Hund würde ihn beissen. Ich sag ihm, meine schon bitte nicht Stock wegnehmen und nicht anfassen. Er befreit seinen Arm, beugt sich stehend über meine Hündin und versucht ihr mit beiden Händen den Fang zu öffnen, während ich an seiner Jacke ziehe (heute würde ich es auch anders machen aber damals mit unter 20 fehlte mir einfach die Erfahrung mit solchen Situationen umzugehen). Resultat, meine Hündin knurrt, fletscht und als auch das ignoriert wurde hat sie zugepackt. Er reisst seine betroffene Hand weg und blutet. Ich konnte mir die Wunden nicht ansehen, keine Daten austauschen und nichts, weil er sich daraufhin umgedreht und wortlos weg gegangen ist. Es hatte daher auch keinerlei Folgen. Ich war damals auch nicht sonderlich schockiert, weil ich fest davon überzeugt war, dass er selbst schuld ist.

    @Juno2013 Wenn ich Dich richtig verstanden habe (korrigiere mich bitte wenn ich falsch liege).. Bei Deiner diesbezüglichen (ich weiss ja dass wir bei anderen Themen auch wieder durchaus einer Meinung sind) schwarz/weiss Haltung hätte meine Schäferhündin jetzt Auflagen wie MK und Leine bekommen müssen, samt aller daraus resultierenden Konsequezen, weil sie gebissen hat. Aufgrund der unerträglichen Dummheit anderer Menschen (inkl. meiner damaligen eigenen), obwohl sie niemals von sich aus aktiv zum ihn hingelaufen wäre um ihn zu beissen und vorher sauber gewarnt hat.

    Für mich war meine Schäferhündin nie ein Hund vor dem andere Menschen aktiv geschützt werden müssen - auch rückblickend und dem Wissen von heute nicht. Für Dich schon.

    Für Dich wäre auch mein 8kg Spitz ein Kanditat für dauerhaft MK und Leine, weil er jede fremde Hand tackern würde die ihn anfässt, wenn vorab kein bestimmtes Ritual vorausgegangen ist (Gespräch mit mir, ihn nicht angucken nur Hand hinhalten damit er Kontakt auf nehmen kann, erst streicheln wenn Freigabe durch mich). Für mich ist es unvorstellbar dass er es verdient hat nur mit MK und Leine geführt zu werden, nur weil er nicht von fremden Menschen angefasst werden will.

    Da gehen unsere Meinungen halt einfach sehr sehr weit auseinander. Ich möchte gar nicht darüber urteilen wer von uns beiden Recht oder Unrecht hat. Ich versuche lediglich mich als Hundehalter zu fragen, was verhältnismässig ist.

    Ich habe lange darüber auch nachgedacht und habe nichts dazu geschrieben, weil ich hin- und hergerissen war.Letztendlich denke ich aber, dass die Gesundheit und Sicherheit des Menschen an dieser Stelle dem Komfort des Hundes vorgehen. Der Fehler mag vielleicht bei Dir gelegen haben. Die Verantwortung, ihn zu verhindern, liegt aber mE beim Halter.

    Klar kann es sein, dass der Hund keine böse Absicht hatte. Das macht das Risiko, dass sich so ein Vorfall wiederholt, für mein Empfinden aber nicht gerade geringer. Mit Blick darauf, dass es immer mehr Hunde auf immer dichterem Raum gibt, finde ich in Fällen wie diesem hier eine behördliche Beurteilung der Gefährlichkeit angebracht.

    Ein Maulkorb ist, richtig auf trainiert, keine Strafe für einen Hund. Gleiches gilt für die Leinenpflicht. Die ist ja ohnehin für viele Hunde bereits Alltag, weil es in immer mehr Städten und Gemeinden flächendeckende Pflicht ist, Hunde an der Leine zu führen. Möglichkeiten, dem Hund beispielsweise auf einem abgesicherten Gelände regelmäßigen Freilauf zu verschaffen, gibt es ja trotzdem.

    Für mich ist der springende Punkt, dass die Halterin einem Kontakt zu ihrem Hund in der Vergangenheit sehr bewusst ausgewichen ist und es ja scheinbar lt. Auskunft der Familie schon Vorfälle gab, die ein Risiko angedeutet haben. An dieser Stelle erwarte ich einfach von einem Hundehalter, dass er frühzeitig Maßnahmen ergreift, um vorzubeugen und das Umfeld zu schützen. Dafür, dass der Hund dann ohne Sicherung einer Betreuung übergeben wird, die den Hund nicht gut kennt, habe ich kein Verständnis.
    Ich würde wohl noch einmal mit den Haltern sprechen und abklopfen, wie sie nun reagieren wollen. Wenn sie von selbst nicht auf den Trichter kommen, den Hund absofort zu sichern, würde ich der Einsicht wohl mit behördlicher Unterstützung nachhelfen.

    Ich finde das zu hart. Ein Vorfall der sowas von vermeidbar gewesen wäre von beiden Seiten und als Resultat der Ruf nach Maulkorb und Leinenpflicht. Klar ist ein gut konditionierter MK keine Einschränkung für den Hund, die Leine dann schon eher, aber auch gut lösbar. Es geht mir eher um die Verhältnismässigkeit.Ich sehe es auch so dass "gefährliche" Hunde gesichert werden müssen. Mit dem was hier an Hintergrundwissen aber vorliegt finde ich den Ruf nach einer solchen Absicherung bei diesem Hund einfach nur unverhältnismässig. Ich schrieb ja weiter oben bereits, dass das dann mind. 10% aller Hunde dauerhaft mit MK und Leine gesichert werden müssten, Gebrauchshundrassen tendziell noch öfter. Das soll die Lösung sein? Das ist das angestrebte gesellschaftliche MITeinander? Sorry, sehe ich anders.

    Wenn es danach ginge hätte mein 8KG Spitz dauerhaft MK und Leine dranhaben müssen. Der fand nach einem unschönen Vorfall bei dem er unvermittelt geschlagen wurde von einem fremden Menschen, der ihn wenige Sekunden vorher noch gestreichelt hat, anfassen durch Fremde extrem blöd und hat sofort abgeschnappt.

    Total unverhältnismässig - aber das ist auch nur meine persönliche Sicht drauf.

    Ich kann da ja null aus eigener Erfahrung mitreden da noch nie wegen Hundebiss behandelt worden und auch keine Ärztin. Finde ich aber interessant.

    Ich glaube aber auch dass Unfallchirurgen so hartgesotten sind was Verletzungen angeht, und so dermaßen im Zeitdruck in der Notaufnahme, dass sie da etwas „speziell“ sind.

    PS zum Patienten würde er wahrscheinlich auch andere Worte wählen, aber ich bin ja gute Bekannte/Freundin :smile:

    So, Ich hab jetzt mal einen befreundeten Unfallchirurgen der regelmäßig in der Notaufnahme arbeitet angerufen und gefragt.

    Antwort im Zitat: Mich interessiert es nicht wessen Hund gebissen hat. Ich mache die Erstversorgung und muss dann zum geschredderten Autounfallopfer. Wenn es da Streitigkeiten gibt soll er/sie (ich nehme an er meint die gebissene Person) das mit dem Hundebesitzer ausmachen. Wenn der sich nicht verpisst hat (ja man hört raus das er Hundehalter nicht so prall findet - Ausnahmen bestätigen die Regel :roll: ).

    Aus dem ungefähren weiteren Wortlaut heraus: Er fragt, wenn er dran denkt, einmal nach dem Hundebesitzer wegen Papierkram. Und er meint vielleicht hat der Kollege (aus Schwabbelbackes Bericht) nochmal gefragt weil er vergessen hat das er bereits gefragt hat :headbash: .

    Was die Schwestern abfragen für organisatorischen Kram ist nicht sein Job. Er legt sich bestimmt mit keiner Schwester in der Notaufnahme an :D .

    So das war die Antwort eines Hamburger Unfallchirurgen aus der Notaufnahme eines Krankenhauses.

    Ha ha, im Leben würde ich da nicht vorbei :ugly:

    Hab 12Jahre lang Rinder in allen Altersklassen regelmäßig um mich herum gehabt (Pferdepension meines Pferdes und RBs war teilintigriert mit Kuhstall. Da war von Milchkuh, Kälbern, Jungbullen/Masttieren alles dabei), aber vor fremden Kühen hab ich riesigen Respekt *indieHosemach * :ops: . Und dass da Pferde mitlaufen macht’s nicht besser :fear: .

    Total peinlich ich weiß :headbash: , weil ich die damaligen Milchkühe und Kälber oft (durchs Gitter) geschmust habe. Deren Laufstall war in derselben Boxengasse wie unsere Box. Genau gegenüber. Ca. 3m bis zur nächsten Kuhzunge :D wenn sie nicht gerade auf der Weide waren.

    @FBLXC Nunja sie hat ja nun mehrmals geschrieben dass sie die Mitschuld bei sich sieht und hat nicht vor es der staatlichen Obrigkeit zu melden. Seitens Arzt wird da auch nichts gemeldet und die Krankenversicherung kann max. versuchen die Kosten weiterzureichen, was aber auch ausgesessen werden kann.


    Vorm Amt würde das je nach Zuständigkeit (hier in Berlin, bzw. gezielt hier im Berzirk) als Hundebiß gewertet werden.

    ich glaube auch dass ein abschnappen rechtlich als biss gewertet wird. in der daraus resultierenden betrachtung ob der hund deswegen gefährlich ist oder nicht, würde von einem sachverständigen (was ein jurist in der regel ja nicht ist) aber meines erachtens schon differenziert werden.

    ich würde mich wundern und es auch ziemlich ernüchternd finden wenn ein fachkundiger sachverständiger einen hund, der sich nicht von fremden menschen anfassen lässt und die hier erläuterte verletzung verursacht, als gefährlich einstufen würde. denn daraus resultierend würde der hund MK und leinenpflicht aufgebrummt bekommen, weil ein dem hund fremder mensch übergriffig war (nichts gegen dich @Manfred007 sondern allgemein gesprochen).

    ich glaube wenn es danach ginge, müssten bestimmt 10%-15% aller hunde dauerhaft mit MK und an der leine gesichert rumlaufen. von den gebrauchshundrassen wahrscheinlich prozentual noch mehr. man straft das tier für seine rasseeigenschaften, weil andere menschen sich nicht an einfachste höflichkeitsregeln halten.