Hallo Foris, 
mich treibt dieses Thema um und ich würde gerne meinen Horizont erweitern.... freue mich also auf eine konstruktive Diskussion!
Was versteht Ihr unter "lebenswertem Leben" bezüglich der Gesundheit Eures Hundes?
Unter lebenswertes Leben verstehe ich, das der Hund frei von Schmerzen ein recht selbstständiges Leben führen kann. Wenn er laufen kann, sich lösen kann und nicht ständig auf menschliche Hilfe angewiesen ist. Handicap Hunde, die zb. mit einem Rollstuhl laufen gelernt haben, zähle ich auch unter lebenswert.
Bis zu welchem Punkt würdet Ihr lebenserhaltende Massnahmen ergreifen? Oder nur dann, wenn sie lebensverbessernd sind?
Solange es lebenserhaltende Maßnahmen sind die lebensverbessernd sind, würde ich es machen, solange der Hund weitestgehend frei von Schmerzen ist. Schmerzmittel ja, aber nicht für den Rest des Hundelebens.
Würdet Ihr OP's riskieren, wenn es eine geringe oder kurzzeitige Besserungschance gäbe? Würdet Ihr operieren, wenn danach eine beträchtliche Nebenwirkung einkalkuliert werden müsste? (z.B. 3 Beine, Arthrose=Schmerzen, lebenslange Medikamentengabe, Gefahr von Ulcus etc.....bzw. wo ist diese Grenze?)
Für mich würde es hier auf das Alter und den Allgemeinzustand des Hundes ankommen. Wenn ich operieren lasse und der Hund danach nur noch ein paar weitere Monate zu leben hätte, würde ich es nicht machen, sondern seine letzten Tage so schön wie möglich gestalten. Wenn die OP eine geringe Chance hätte zur Besserung, würde ich danach entscheiden wie hoch diese Chance ist.
Würdet Ihr einen "Pflegefall" erlösen oder leben lassen? Was wäre für Euch ein Pflegefall?
Wenn ein Hund nicht mehr selbstständig aufstehen kann und nur noch auf Hilfe angewiesen ist, das wäre für mich ein Pflegefall, und ja, diesen würde ich erlösen
Unterscheidet Ihr zwischen jungem und alten Hund? Wenn ja, wie?
Bei einem alten Hund würde ich wohl auch wegen den Risiken einer OP keine OP machen lassen
Seht Ihr es als Gnade oder eher als No-Go, aktive Sterbehilfe zu betreiben? Wann würdet Ihr bei Eurem Hund die Entscheidung des Einschläferns treffen?
Gnade. Wir haben ja JayJay letztes Jahr Einschläfern lassen. An dem Punkt, an dem er uns gezeigt hat, das es jetzt nicht mehr geht. Er konnte nicht mehr alleine aufstehen und hatte offensichtliche, starke Schmerzen.
Welche Rolle spielt Euer eigenes Loslassen bei Eurer Entscheidung? In der Theorie oder habt Ihr solche Entscheidungen schon treffen müssen?
Loslassen ist wohl immer schwierig. Man will ja auch manchmal den Zustand seines Hundes nicht wahr haben. Als wir diese Entscheidung letztes Jahr treffen mussten, wurde sie von vier Personen (Familie) getroffen und die Entscheidung war einstimmig. Das hat schon eine große Rolle gespielt, das wir alle der gleichen Meinung waren