Beiträge von Miks

    l'eau : Bitte schließ von Deinem Hund nicht auf andere!

    Das war GANZ sicher kein Stress-, sondern Protestpinkeln, weil Hund seit ca. 2 Std. nicht machen konnte, was er wollte und sich deshalb langweilte. Dazu kommt, dass dieser ehemalige Straßenhund von der 1. Minute an 100% stubenrein war. Er hat in den gut 6 Jahren, die ich mein Leben mit ihm teilen durfte, bis auf dieses eine Mal NIE irgendwo drinnen gemacht, nicht einmal bei intakten Rüden oder läufigen Hündinnen zuhause markiert. Bis auf dieses eine Mal hatte er auch NIE aus Protest gepinkelt. Und ich hatte die ganze Zeit ein Auge darauf, dass er nicht ausgerechnet dort mit dem Markieren in Innenräumen anfängt. Als wir die Treppe zur Fundgrube verließen, war er dann so schnell am nächsten Möbelstück und hatte das Bein oben, dass ich gar nicht reagieren konnte, bevor es lief.

    Und wie ich schon oben schrieb: Heute würde ich anders reagieren in so einer Situation.

    Lenti : Danke. Die beiden "Malheure" mit Aiko passierten vor rund 15 Jahren zu Beginn meiner Hundehalterkarriere, als ich noch fest davon überzeugt war, dass ein Hund, der NIE und/oder IMMER ..., NIEMALS ... Heute würde ich in beiden Situationen anders reagieren. Es passiert auch nur noch sehr selten, dass ich nicht mindestens einen Beutel und ein Taschentuch in der Hosentasche habe.

    In diesem Fall führt der Rundweg, den sehr viele Hundehalter nutzen (manche kommen extra aus Hamburg oder Lübeck), mitten durch den Spielplatz, der im halben Wald verteilt ist. Weil Wildtiere naturgemäß keine Kotbeutel mitschleppen, gibt es dort weder Spielsand noch sonstige Flecken, die zum auf den Boden setzen verführen könnten. Dafür Tische und Bänke.

    Einen Dorf-/Siedlungsspielplatz würde ich nie mit Hund betreten. Ich finde es schon schlimm genug, wenn Katzen die Sandkiste als Klo benutzen (einer der Gründe, warum ich gegen Freigängerkatzen bin). Ich würde mit Hund auch nicht mitten über einen Bolzplatz latschen, sondern am Rand lang.

    Die nächstgelegene Rettungshundestaffel habe ich mittlerweile 2x angeschrieben, aber keine Antwort erhalten. Bevor ich in Hamburg anfrage, wollte ich sehen, ob die Fahrt sich lohnen könnte oder ich mich dort nur zum Affen machen würde.

    Außerdem ist das vermutlich ein KINDER- und kein HUNDE-Spielplatz...

    Find ich ja unmöglich, sowas. Dass die Hunde dort erlaubt sind, bezieht sich ja vermutlich auf das Gelände an sich und nicht auf die Geräte...Von der Verletzungsgefahr für die Hunde mal ganz abgesehen.

    Ich war beide Male zu einer Zeit da, in der Kinder normalerweise in der Schule oder im Kindergarten sind. Normalerweise benutze ich keine Kinderspielgeräte, weder mit noch ohne Hund. Aber ich habe Interesse daran, mit meinem Neuen in eine Rettungshundestaffel einzutreten (am liebsten als Trümmersuchhund) und wollte deshalb insbesondere austesten, wie er auf ungewöhnliche Herausforderungen und Untergründe reagiert und wie bereitwillig er mir durch schwieriges Gelände folgt. Die Geräte auf dem nächstgelegenen Hundetrainingsplatz haben den Nachteil, dass sie nicht stabil und/oder groß genug sind, dass ein 110kg-Mensch vorweggehen könnte. Es war mir aber SEHR wichtig, dass der Hund von mir abgucken kann. Es war nie beabsichtig, dass auch der "Große" (knapp 10kg) alleine und ungesichert rutscht. Der Kleine springt locker von der 95cm hohen Fensterbank (auf die er natürlich nicht darf) auf glatten Laminatboden. Selbst bei einem Sprung ganz oben von der Rutsche auf weichen, dick mit Laub bedeckten Waldboden wäre das Verletzungsrisiko sehr gering gewesen. Ich hatte mich beim 2. Mal so hingestellt, dass der kürzeste Weg zu mir über die Rutsche führte, um das Risiko, dass er von oben runterspringt, um schnellstmöglich bei mir zu sein, so gering wie möglich zu halten. Ich schätzte ihn so ein, dass er eher die Rampe benutz als zu springen, wenn er sich nicht über die Rutsche traut, sich am ehesten aber hinlegt und darauf wartet, dass ich ihn aus der Situation befreie. Ich habe auf den Kleinen weder Zwang ausgeübt noch ihn mit Leckerlies gelockt und ihn erst recht nicht an der Schleppleine zu mir gezogen. Eine andere Möglichkeit, den Hund derart auf die Probe zu stellen, war mir nicht eingefallen. Kinderschuhe sind auch nicht sauberer als Hundepfoten. Zusammengefasst verstehe ich Deine Aufregung nicht.

    Vor 2 Monaten kam mein Zweithund zu mir (knapp 6kg und jetzt gut 12,5 Monate). Ungefähr eine Woche später fuhr ich mit beiden zum Waldspielplatz, auf dem Hunde mit Leine erlaubt sind, um den Kleinen auszutesten. Zuerst ging es zu der ca. 1,5m hohen Rutsche, die über eine laaange Rampe zu erreichen ist. Ich rutschte mit dem Ersthund (knapp 10kg und 10 J.) auf dem Schoß hinunter (der Große kannte Rutschen auch nicht und fands unheimlich) und der Kleine folgte so schnell, dass wir quasi gleichzeitig ankamen. Ungefähr 1/2 Std. später waren wir wieder bei der Rutsche. Diesmal zögerte der Kleine und schien unsicher, ob er da wirklich runter soll, knickte dann aber doch die Hinterbeine an und kam angerutscht.

    Rund 8 Wochen später waren wir das nächste Mal auf dem Spielplatz. Ich rechnete damit, dass der Kleine die Rutsche verweigern würde. Aber noch bevor ich mich setzen konnte, stand der Kleine am Rutschenrand, knickte die Hinterbeine ein, bis sein Po fast die Rutsche berührte, rutschte runter und schnellte am Ende wie ein Skispringer mit einem Satz runter, als hätte er nie etwas anderes gemacht. Ich war total baff und stolz auf den Kleinen. :smiling_face_with_hearts: Aus den Augenwinkeln hatte ich gesehen, dass der Große den Kleinen interessiert beobachtet hatte. Dennoch kriegte ich den Mund nicht zu, als der Große flink an den Rutschenrand trat, die Hinterbeine einknickte, wie er es beim Kleinen gesehen hatte, und ihm wie selbstverständlich hinterherrutschte. :smiling_face_with_heart_eyes::smiling_face_with_heart_eyes::smiling_face_with_heart_eyes:

    Die beiden sind SOOO toll!! (Wenn ich sie nicht gerade an die Wand klatschen könnte)

    Auch höchst peinliches erlebte ich mit Aiko. Für's Große ging er IMMER ganz an den Rand oder unter einen Busch. Und wenn er morgens seine Wurst gelegt hatte, kam erst abends die zweite. Als ich zum Shoppen in die Stadt fuhr, war ich deshalb froh, dass ich den Hundebeutel zu Hause lassen konnte, da er während der Morgenrunde brav alles erledigt hatte.

    Nun stellt euch die belebte Haupteinkaufsstraße einer Kleinstadt vor, Ihr bummelt frohen Mutes auf das kleine Kaufhaus zu, um Klamotten zu kaufen. Erst als es an der Leine ruckt merkt ihr, dass der Hund stehen geblieben ist. Ihr dreht euch gerade noch rechtzeitig um, um zu sehen wie euer Hund MITTEN auf den Gehweg kackt. Ihr seht euch verzweifelt um, entdeckt ca. 50 m entfernt einen Plastikbecher auf dem Gehweg ... Bis ihr wieder beim weichen Haufen seid, um den wenigstens in den Rinnstein zu schieben, ist der Erste schon mitten reingetreten ... Erde tue dich auf!

    An einem anderen Tag in einer anderen Stadt: Ein mehrstöckiges Möbelkaufhaus (ihr ahnt schon Böses?) lockte zu einem ausgiebigen Bummel. Herr Hund immer brav an der lockeren Leine. Vor dem Eingang hatte er noch einen Poller gegossen, Groß macht er nur draußen und lange anhalten können Hunde sowieso. Als wir nach drei abgearbeiteten Stockwerken wieder im EG waren und ich der Kellertreppe zustrebte, fing Herr Hund an zu bocken. "Na komm! Nur noch die Fundgrube ..." Widerstrebend folgte mir der Hund nach unten. Kaum waren wir von der Treppe, strebte er das erste Ausstellungsstück an ... "ER WIRD DOCH NICHT ...??? Doch, er wollte und tat. Es war höchstens ein halbes Wasserglas voll, aber unübersehbar eine gelbe Pfütze, die sich am Rand des Möbelstücks bildete. Sein trotziger Blick sagte mir das Gleiche wie die Menge: Er war genervt vom Möbelgucken und wollte raus. Aus erzieherischen Gründen mussten wir noch ein bisschen bleiben. Mann hatte aber kein Taschentuch dabei und schämte sich viel zu sehr, um oben an der Info um etwas zum Aufwischen zu bitten. So bummelte er mit SEHR schlechtem Gewissen und hochrotem Gesicht also weiter durch die menschenleere Fundgrube, guckte scheinbar interessiert nach den Möbeln und bereitete sich innerlich darauf vor, von einem Angestellten angesprochen zu werden, ehe er unerkannt das Weite suchte. Ja, war feige und nicht die feine englische Art. Es tut mir heute noch Leid, dass ich nicht zur Tat meines Hundes stehen konnte.

    Ein großartiger Thread. Ich habe noch lange nicht alles gelesen, bin aber jetzt schon froh, dass ich doch nicht der Einzige bin, der seine(n) Hund(e) manchmal an die Wand klatschen möchte, um sie/ihn dann abzukratzen und noch einmal ...

    Wie gut kenne ich es doch, dass man nach dem Einkaufen gleich noch mal los darf, weil Hund in der Zwischenzeit Brot, Butter, Margarine, Müsli, Käse ... gefressen hat. Oder dass der Hund den gelben Sack in der ganzen Wohnung verstreut, im Biomüll nach Fressbarem gesucht hat, zum Himmel stinkend strahlend angerannt kommt, wenn man ihn ruft oder einen unpassenden Platz für sein Geschäft aussucht.

    Dank meinem Sternenhund Aiko durfte ich gleich zweimal erleben wie es ist, wenn man im Auto trotz allseits voll geöffneter Fenster und offenem Faltdach bei jedem Atemzug nur sehr knapp dem Kotzen entkommt, weil der Hund mit Verwesungsflüssigkeit und "Leichenschleim" getränkt ist. Beim ersten Mal landete dann auch noch ungefähr 1 Pfund fast flüssig gegammelten, madenwimmelnden Huhns als Kotzbrocken auf dem Wohnzimmerteppich. Mein Mageninhalt landete im gleichen Eimer wie der Breihaufen und ich muss heute noch würgen, wenn ich daran denke. Das zweite war ein großer Fisch vom Angelteich neben dem Baggersee. Der landete zum Glück "nur" als Flüssigkeit und Schleim im Fell des Hundes (und auf der Hundedecke im Auto).