In der nächsten Kleinstadt gibt es einen kleinen, ehemaligen(?) Feuerlöschteich. An einer Seite führt die Haupteinkaufsstraße entlang, im 90° Winkel begrenzt eine schmale, zumeist einseitig zugeparkte, relativ stark befahrene Kopfsteinpflasterstraße den Teich. Ich bog gestern in diese Nebenstraße und sah sofort einen Erpel mitten auf meiner Fahrspur stehen. Erfahrung sagt: Tiere gehen beiseite, wenn Auto oder Mensch kommt. Also fuhr ich langsam weiter. Erpel schaute auch mal in meine Richtung, stand aber wie angewachsen. Ausweichen nicht möglich, weil andere Straßenseite zugeparkt. Direkt hinter mir bereits das nächste Auto. Ein weiteres Auto könnte nicht mehr in die Straße einbiegen und würde entsprechend die Hauptsraße blockieren mit sehr schnellem Rückstau zur ca. 50m entfernten Ampelkreuzung. Anhalten und Aussteigen könnte also schnell ein Verkehrschaos verursachen.
Ich fuhr noch langsamer, bis der Erpel durch die Motorhaube verdeckt war. Das Biest wollte immer noch nicht weichen! Also entschied ich: Augen zu und durch! Und rollte quasi zentimeterweise immer weiter, bis der Erpel im Rückspiel wieder auftauchte. Er stand immer noch an derselben Stelle, guckte ziemlich verdattert und flog erst auf und zum am Teichrand stehenden Weibchen, als der nachfolgende Fahrer, der meine extreme Schleicherei geduldig ausgehalten hatte, sich anschickte, es mir nachzumachen und den Erpel mit der Stoßstange bereits am Hals zu berühren schien.
(Aus Erfahrung mit Tieren, die sich freiwillig unter mein Auto begeben hatten, wusste ich, dass der Erpel bequem unter das Auto passen würde. Sonst hätte ich das nicht gemacht. Und ich fuhr wirklich so langsam wie möglich, um das Verletzungsrisiko gegen 0 zu senken.)