Beiträge von LilithmitBullys

    Ich hab keinerlei Erfahrung mit solchen Hunden.

    Was muss passieren dass der Hund sowas macht? Der wird ja nicht einfach entscheiden seinen Besitzer zu töten? Oder?

    Ist der Besitzer vermutlich gestürzt und hat sich damit in eine andere Position gebracht?

    Leider neigen American XL Bullies durch zu engen Genpool, Inzucht und Inzestzucht sowie Farben wie blue und merle zu Verhaltensauffälligkeiten.

    Da braucht es keinen Grund.

    Oder eben ein Grund, der für uns nicht nachvollziehbar ist, da absolut alltäglich.

    Also. Beispiel: Hund und Besitzer stehen an der Ampel, wie jeden Tag. Es passiert wirklich gar nichts ungewöhnliches.

    Und der Hund tötet plötzlich seinen Besitzer?

    Was muss da genetisch bitte falsch laufen?? Da müssen Hirnstrukturen wirklich heftig kaputt sein.


    Versteht mich nicht falsch. Ich möchte nur versuchen es zu verstehen.

    Gibt es sicher auch, der Hund einer Freundin hatte einen Hirntumor und sie dadurch ausgelöst attackiert.

    Ich meinte allerdings, dass es einen Auslöser gab, Jogger, Auto, Radfahrer, Halter ist gestolpert, Halter hat den Hund korrigiert etc. was zu einer entgleisten Verarbeitungskette geführt hat.

    Ich bin immer zurückhaltend bei der Einschätzung solcher Situation. Einmal, weil ich kein erklärter Hundeverhaltensexperte bin und zum anderen, weil es super schwer ist aus einem Endbestand den exakten Vorgang zu rekonstruieren. Ich glaube, dass in vielen Fällen bei denen es zu schweren Beißvorfällen kommt, vorher einige Signale übersehen oder falsch eingeschätzt wurden. Es gibt für mich nachvollziehbares hündisches Verhalten, dass zu Schäden führen kann. Sowas kann bis zu einem gewissen Ausmaß in fachkundigen Händen korrigiert oder so gehändelt werden, dass keine Gefahr im Alltag von dem Hund ausgeht.

    Es gibt allerdings auch Fälle, die so gravierend sind, da sehe ich keinen Spielraum mehr. In diesem Fall wäre das für mich der Vorfall in Kombination mit der Grundausstattung des Hundes (die ich ihm aufgrund der Rassezugehörigkeit unterstelle), die ihn verhaltenstechnisch nicht einschätzbar macht

    Letzteres ist für mich per se die Definition eines gefährlichen Hundes. Das ist auch nicht korrigierbar, meiner Meinung nach.

    Ich hab keinerlei Erfahrung mit solchen Hunden.

    Was muss passieren dass der Hund sowas macht? Der wird ja nicht einfach entscheiden seinen Besitzer zu töten? Oder?

    Ist der Besitzer vermutlich gestürzt und hat sich damit in eine andere Position gebracht?

    Ohne Zeugen lässt sich das nicht rekonstruieren. Auch falls das möglich wäre, muss es nichts sein, was für uns logisch oder schlüssig ist. Es könnte Frustration oder, wie schon beschrieben, fehlgeleitetes Beutefangverhalten, getriggert durch einen Sturz, äußeren Reiz oder auch Schmerzen gewesen sein. Vielleicht eine ganz alltägliche Situationen, die es zu Hauf auf Gassirunde gibt. Aufgrund der speziellen genetischen Grundlagen kann das plötzlich zu einer bisher völlig anderen Reaktion geführt haben. Das hat für den Hund in dem Moment "Sinn" gemacht, ist für uns ist es aber schwerer nachvollziehbar.

    Ja, ich finde es einfach in keinster Weise unterstützenswert, daß der Staat plötzlich entscheiden kann, diese Mischung/Rasse ist zu gefährlich, wir ziehen nun alle ein, verwahren sie oder bringen sie um. Und dann seh ich mir Chilly an (denn so eine Staatsmacht endet ja nicht automatisch bei dem "gewünschten" Ziel), stelle mir vor, daß die Polizei meine Türe aufbricht, meinen Hund mitnimmt und ich bin machtlos. So etwas kann man doch nicht unterstützen.

    Ich bin da zwiegespalten. Ich finde die Vorstellung auch furchtbar.

    Ich wäre auf jeden Fall für ein Zucht-, Verbringungs- und Rasseverbot. Sehe aber auch das Problem der Abgrenzung, da der Rassebegriff hier schwierig ist.

    Das finde ich nicht ganz so verwunderlich, da das Zuchtziel, oder wie immer man das nennen mag, diese Eigenschaften nicht inkludiert hat. Im Prinzip nichts, was in Richtung Arbeit, Stabilität etc. geht.

    Ich hatte eigentlich nicht vor, mir einen Zweithund zu holen. Nebst dem Mehraufwand ist das ja auch eine finanzielle Frage. Ausserdem habe ich noch eine Partnerin, die auch ein Wörtchen mitzureden hat. Den kleinen Balu hat sie zwar bereits in ihr Herz geschlossen. Interessanterweise verhält er sich auch ein bisschen ruhiger, wenn sie da ist (kann ich mir nicht so ganz erklären).

    Ein weiterer Punkt: Balu kommt ja erst noch in die Pubertät und mein Ersthund ist unkastriert. Evtl entstehen da dann auch noch Konflikte. Ich weiss, dass bald Klarheit herrschen sollte, aber ich will auch keine Entscheidung überstürzen.

    Ich finde es gut, dass du dir Zeit gibst und nichts übereilt entscheidest. Es hört sich für mich so an, als hättest du das, was die Übernahme von Balu mit sich bringen würde gut im Blick.

    So wirklich bekomme ich das auch nicht zusammen. Fehlgeleitetes Beutefangverhalten, ja - das konnte man in einem Video aus GB gut sehen. (ich geh mal davon aus, dass das ein Bully XL war). Der war auf Jagd, Menschenjagd. Aber wie kommt das dann zustande, dass so ein Hund den eigenen Halter attackiert? Ist der dann für den einfach leichte Beute?
    Rückwärts gerichtete Aggression würde da ja eigentlich nicht rein passen - das wäre ja Teil der Kommunikation. Das sind doch eigentlich zwei Paar Schuhe?
    Und wurden da eigentlich Gentests gemacht, weiß das jemand? Bei "Kimbo" und den Fällen in GB kann man ja nur noch von einer starken genetischen Komponente ausgehen. Wurden da Proben entnommen? Das wäre zum Abgleich mit dem aktuellen Fall vielleicht ziemlich interessant? (ich hab nur was zum Malinois gefunden - das ist aller Wahrscheinlichkeit nach nicht übertragbar,
    ich verlinke es trotzdem mal: https://www.genomia.cz/de/test/aggression/ )
    (Vielleicht braucht's eigentlich Gen-Listen? Aber da ist die Forschung vermutlich noch gar nicht soweit?)

    Zum genetischen Aspekt: Ich sehe hier den hohen Inzuchtskoeffizienten, der häufig bei 15-20% liegt bei den öffentlich einsehbaren Pedigrees, als starken Treiber. Inzucht reduziert die genetische Vielfalt und auch ungünstige genetische Grundlagen können gedoppelt werden. Ich denke, dass Beißvorfälle oftmals aufgrund schlechter Selbstregulation, Frustration oder Schmerz passieren. Das sind mitunter Eigenschaften, die genetische dispositioniert sind (Schmerz in diesem Sinne aufgrund körperlicher Baustellen). Nachweislich kann Inzucht auch negativen Einfluss auf die Neutransmitterregulation haben, Stress- und Impulskontrolle senken und Warnverhalten vermindern. Das mag je nach Umgebung bei dem einen Hund nicht problematisch sein, bei einem anderen Hund in einer reizstärkeren Umgebung wiederum zu Problemen führen. Wobei ich es im Fall der XL Bullys wie Terri-Lis-07 sehe, bei dem genetischen-Müll weiß man nicht, wann oder auf was das Programm anspringt. Ich würde es daher gar nicht auf ein Allel determinieren, ich sehe hier vielmehr einen genetisch bunten Blumenstrauß an Katastrophen, der dann schließlich zum Angriff führt.

    Weiß jemand, warum gerade XL Bullys so auffällig sind? Also manche Exemplare so extrem? Werden die ingezüchtet und das ist irgendeine genetische Fehlbildung? Zufall? Ich find's schon wirklich auffällig.

    Starke Inzucht aufgrund einer sehr engen Zuchtbasis, gepaart mit falschem Zuchtziel. Hier ging es wahrscheinlich mehr um Masse als Stabilität. Augenscheinlich wurde auch mit einem Rüden (Kimbo) extrem überzüchtet, ebenso mit dessen Nachkommen (Bruder-Schwester Verpaarung). Kombo selbst stammt wohl aus der umstrittenen Gottilinie ab. Vor allem die UK-XL Bully Linien gehen somit auf diese Linie bzw. Kimbo zurück.