Ich habe lange überlegt, wie ich das Thema als Überschrift elegant formuliere. 
Gemeint ist das Markier- und Pinkelverhalten eurer Rüden, oder auch Hundemädels, falls sie ähnliche Gewohnheiten haben.
Sam macht mich vor allem morgens und abends fast wahnsinnig. Tagsüber markiert und pinkelt er mit Hingabe an gefühlt jedem fünften Busch, Baum, Grasbüschel und was auch immer. Kein Problem. Darf er. Morgens beim ersten Gassi und abends beim letzten ist er so wählerisch, als wenn es um das Verteilen von flüssigem Gold geht. Auch wenn es saukalt ist, auch wenn es regnet oder schneit. Hund braucht den richtigen Platz, die richtige Stelle, die richtige Position, Ungestörtheit und den geeigneten Mond. Selbst wenn fast alles passt, ausgiebig geschnuppert wurde, Hund sich dreimal gedreht und umgedreht hat und schon dabei ist, fast sein Bein zu heben - nein. Es passt doch nicht.
Der Stein von gestern? Nein. Ungeeignet. Der Laternenpfahl, der eine Woche lang Pinkelpunkt war? Undenkbar, wird nicht mal angesteuert. Die Stelle an der Hecke? Nöh. Uninteressant. Sam muss aber, soviel ist klar. Also gehen wir weiter. Bis zur nächsten ihm nicht genehmen Stelle. Mir quillt schon fast der Dampf aus den Ohren, oder wahlweise friert mir im Winter fast alles ein - er sucht. Irgendwann hat er seine zwei obligatorischen Pinkelportionen verteilt und die liebe Seele (das bin ich) hat ihre Ruhe.
Machen eure Rüden (oder Hündinnen) das auch so? Sam ist auch beim grossen Geschäft sehr wählerisch. Weich muss es sein, bevorzugt Laub oder Moos bzw. Wiese, bevorzugt leicht erhöht oder unter grösseren Sträuchern, Blick gern versonnen ins Gebüsch. Regen und nasser Boden unerwünscht.
Manchmal denke ich, das ist eine exzentrische Diva in Rüdengestalt. Das Meiste davon nehme ich gottgegeben hin, aber diese "Ich suche den idealen Pinkelplatz"-Gassigänge morgens und abends machen mich verrückt.
Sagt mir bitte, dass ihr auch solche Hunde habt! Bitte! Dann bin ich wenigstens nicht allein mit meiner Rüdenhundediva.