Beiträge von Sunshinelady

    Ich habe einen Hund, der "alles" in Maßen verträgt, aber bei der Veränderung des Hauptfutters trotzdem Probleme bekommt.

    Hatte das schon mehrfach, dass ich auf ein neues Trofu umstellen wollte, bis ca 1/4 der Ration alles gut war, aber wir es nie auf mehr geschafft haben, weil er dann bei jedem Versuch Matschehäufchen bekommen hat.

    Eine sinnige Erklärung habe ich nicht. Wir haben dann einfach das Futter nicht gewechselt und er bekommt weiterhin "alles" nebenher.

    Ich fürchte das Problem ist der Gedankengang, dass es eine "Belastung" ist. Nicht: Eine Herausforderung, eine Aufgabe, eine Chance auf Wachstum, ein gemeinsamer Weg.

    Ich weiß wie blöd das klingen kann, weil ich selbst in einem Job arbeite, in dem bei all den gigantischen Problemen nicht von "Belastung" sondern von einem "individuellen Belastungsempfinden" gesprochen wird. Da möchte man manchmal :face_vomiting:

    Aber vielleicht schaffst du es trotzdem einen anderen Blickwinkel einzunehmen.

    Das klingt tatsächlich sehr normal und 3 Wochen sind keine Zeit.

    Bei meinem "Neuzugang" (7-8 Monate hier) kommt es weiterhin vor, dass sie Familienmitglieder verbellt, anknurrt oder abschnappt - wohlgemerkt in Situationen, die schon Wochen problemlos liefen. Besuch würde sie weiterhin beißen, wenn sie die Option hätte. Da hilft wirklich nur eine endlos positive Einstellung und Überzeugung.

    Mich persönlich tangiert das (fast) gar nicht, es läuft alles super, es ist normal, dass nicht alles sofort perfekt klappt. Sie macht Fortschritte und nur das zählt. Meine Familienmitglieder musste ich anfangs sehr bei Laune halten, damit sie bei plötzlichen Rückschritten nicht verzagen.

    Thema spielen: Das hat Monate gedauert und ausgelassen mit mir spielen kann sie nur in sehr kurzen, von ihr angeregten Sequenzen. Auch die Aufnahmebereitschaft für Training hat ewig gedauert und es sind weiterhin nicht mehr als ca. 45 Sekunden möglich.

    Meine Einstellung war ab Tag 1: Sie ist ein wundervoller Hund und wir bekommen das hin. Und ab da dann ein Fokus auf alle Fortschritte.

    Thema Trainer: Ich würde nur einen Trainer mit Erfahrungen und positiver Einstellung (damit meine ich nicht verklärt!) zu Auslandshunden holen. Ich hatte jetzt beim Neuzugang 2 Trainer da, weil ich doch mal einen Blick von außen auf ein bestimmtes Verhalten brauchte, das ich nicht sicher zuordnen konnte. Das eine war meine alte Trainerin, da klang das alles sehr nach Weltuntergang. Das andere war eine Trainerin, die regelmäßig selbst in Shelter fährt. Das hat mir sehr viel mehr weitergeholfen und mich wieder auf den Boden geholt.

    Uff. Ich liebe (meine) Auslandshunde, aber das Thema Verein bedeutet jedes Mal Dramen. Und die juristische Entscheidung hier ist bitter, ich bin gespannt, ob sich da was ändert.

    Meine Hunde kommen von privaten Tierschützern. Privatleute mit mehr Herz als Verstand. Als meine eine Hündin 6 Monate nach Ankunft krank wurde und sehr hohe TA Kosten (trotzdem viel weniger) verursachte, wurde ich gefragt, ob ich das stemmen kann oder ob ich Unterstützung brauche.

    Hinzu kommt, dass ich 2 Freundinnen habe, die von ausschließlich Auslandshunden auf "Ich kaufe mir endlich einen Welpen meiner Traumrasse vom Züchter" umgestiegen sind und es in beiden Fällen dann deutlich anspruchsvoller und stressiger war.

    Bei sowas ist natürlich immer die Frage, was die "Traumrasse" ist.

    Man kann sich ja bei der Rassewahl auch gehörig ein Bein stellen.

    Ja, spielt mit rein, bei der einen war die Rasse sicher nicht hilfreich, aber ich denke das Kernproblem ist, einem Welpen nicht gerecht werden zu können.

    Bei der anderen war die Rassewahl sehr wohlüberlegt und sie hat intensive Erfahrungen im Bereich Hundetraining - da ist wirklich die Komponente "Welpe" das Problem. Dabei hat sie sich sehr viel Zeit genommen und hat generell viele Ressourcen zur Verfügung. Gleiche Rasse ein Jahr aufwärts wäre top, aber die Rasse ist extrem selten, sowas wäre nicht zu bekommen.

    Und da weiß ich halt auch nicht wie es bei mir aussieht - kann ich Welpen oder bin ich wie meine Freundin nur gut mit erwachsenen Hunden? Ich habe schon oft mit Welpen trainiert, das hatte sie aber auch. Es geht eher um die Gestaltung im Alltag.

    Oder um es deutlich zu sagen: Wir mögen dieses Babyhafte nicht. Ich weiß nur noch nicht für mich selbst, ob die Hormone es dann richten. Bei ihr war das nicht der Fall. Ich vermute bei mir würden es die Hormone richten, ich habe schon andere Tierkinder versorgt... Aber sicher weiß ich es nicht.

    Ich glaube ich habe einfach viel zu viele Leute gesehen, die ihren Hund von Welpe an hatten und schlechter dastehen als ich mit meinen Multimixen von der Straße und schiebe deshalb völlig unnötig Panik, obwohl ich gleichzeitig sehe, was da schief läuft.

    Im Endeffekt werde ich es irgendwann erleben.

    Wie gesagt, ich denke nicht, dass es noch Jahrzehnte Tierschutzhunde in dieser Masse geben wird, dass man wirklich wählen kann, was zu einem passt. Wir decken ja jetzt schon unseren Bedarf aus dem Ausland und holen selbst da längst nicht mehr nur die gut vermittelbaren Hunde.

    Ich denke Hunde und Menschen werden nur glücklich wenn es passt. Nichts finde ich trauriger, egal ob TS oder Züchter, wenn es einfach nicht passt und man zusammen nicht zufrieden wird.

    Sunshinelady Und die Mittel erleichtern die Situation für den Hund ? Ich möchte nämlich nicht, dass die Lebensqualität verloren geht, deshalb bin ich für jeden Tipp dankbar !

    Ja, mit den beiden Mitteln geht es der Hündin spürbar besser. Bei ihr wurden die Augen entfernt. Allerdings ist sie wirklich schon immer ordentlich verhaltensauffällig und gestresst, was jetzt im Alter mit nachlassenden Sinnen eskaliert ist.

    Die Besitzer waren in mehreren Kliniken, haben wirklich viel getan. Aber so richtig gut ist es auch damit nicht. Nur eben besser. Sie kann wieder schlafen, wird nicht mehr nachts panisch.

    Im Endeffekt muss ja aber deine Klinik eure Behandlung entscheiden.

    In meiner Hundesportgruppe ist auch eine Hündin, die nicht mit ihrer Erblindung klar kommt. Sie war immer schon schwierig und nervlich angekratzt. Frauchen tut sehr viel, hat sehr viel versucht, führt auch die Auslastung weiter... Aber gut ist es nicht. Was hilft ist eine Mischung aus der doppelten Dosis Zyklene und Gabapentin.

    Ich bin da ja echt idiotisch. Ich hatte und habe immer Auslandshunde und habe da auch einige Erfahrungen gesammelt, selbst in so einem TH gearbeitet, habe ein paar enge Kontakte, usw... Mich stresst der Gedanke irgendwann einen Rassewelpen zu kaufen. Ich komme mit erwachsenen Hunden "meines Typs" super klar, aber Welpen und Welpenthemen sind echt nicht so mein Ding (bilde ich mir ein) und machen mir Angst. Auch Angst, was zu verbocken.

    Hinzu kommt, dass ich 2 Freundinnen habe, die von ausschließlich Auslandshunden auf "Ich kaufe mir endlich einen Welpen meiner Traumrasse vom Züchter" umgestiegen sind und es in beiden Fällen dann deutlich anspruchsvoller und stressiger war. Eine Freundin durchläuft da gerade echt eine todunglückliche Phase und die geht definitiv zu lange um das als Welpenblues abtun zu können - wohlgemerkt nach ewiger Planung, Rasse & Züchter vorab kennenlernen etc... Die andere ist halt einfach genervt, dass Dinge nicht mehr so einfach sind.

    Auf der anderen Seite sehe ich es so: Irgendwann muss ich. Den Typ Hund, den ich mag, wird es sicher nicht ewig aus dem Tierschutz geben (zum Glück). Es wird nicht leichter werden TS Hunde zu finden, deren Köfferchen nicht zu schwer für mich ist. Und vielleicht wird das ganze Thema auch irgendwann stärker reglementiert. Mir ist bewusst, dass Direktimporte so allgemein eine sau dumme Idee sind - auch wenn sie für mich immer wundervoll ausgegangen sind (die liefen aber nie über einen Verein, das würde ich mich auch nie trauen).

    Am Ende ist mein Gedanke einfach zu schauen, was das Leben bringt. Wovon ich persönlich Abstand halte sind junge Vermittlungshunde aus dem Inland. Da hat die Abgabe dann ja doch meist gut verheimlichte Gründe, die nicht nur den Umständen geschuldet sind.

    Es gibt deutlich mehr Medikamente als nur Schmerzmittel und Karsivan, die man in so Fällen geben kann. Ich würde nochmal einen US und ein Blutbild machen lassen und dann angstlösende und/oder beruhigende Medikamente starten.

    Egal wie du es löst, der Hund ist ja von Grund auf gestresst aktuell, da braucht es Unterstützung.

    Und dann muss man auf die Lebensqualität achten. Eine Freundin (selbst TÄ) hatte einen dementen Hund und ehrlich - auch mit Medikamenten bis zum Anschlag und 0 alleine bleiben müssen war das für mich am Ende sehr lange keine vertretbare Lebensqualität mehr und heute im Nachgang sieht sie das auch... Es tat ihr halt sehr weh, der Hund war körperlich sonst wirklich fit.