Beiträge von yane

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    Ich kenne übrigens keinen einzigen jagdlich geführten hund, der ein Fuß läuft, wie man es aus den ganzen UO kennt. Das haben sie nie gelernt.

    wozu auch? Macht doch keinen Sinn.

    BTW vor 30-50 Jahren sollte ein Schutzhund auch nicht seinen HF angeiern beim Fußgehen. Mit der gleichen Begründung. Hund soll aufmerksam auf seinen HF sein, aber gleichzeitig auch aufmerksam der Umgebung gegenüber. "Laternenpfahlhunde" waren damals nicht gewollt.

    Und zwischen VPG und Obedience besteht auch ein gewaltiger Unterschied. Was im VPG häufig als "triebig", "aufmerksam" und "motiviert" beschrieben wird, gilt im Obedience als "unruhig", "hibbelig", "unsauber".

    Anders ausgedrückt, je "sportlastiger" eine Ausbildung ist, desto mehr geht es in Richtung "Showeffekt" ohne praktischen Nutzen. Wobei der "Showeffekt" abhängig von der Sportart mehr in die eine oder mehr in die andere Richtung tendiert.

    Meine Hunde bsp. laufen ausserhalb eines Hundeplatzes kein Fuß. Wozu? Brauche ich nicht, ist absoluter Unfug und sinnlos. Sprich, sie laufen eher so eine Art "Retriever-Fuß". Bei mir, Aufmerksamkeit durchaus auch bei mir, aber auch auf die Umgebung gerichtet.

    Problem ist halt, irgendwann hat mal einer mit dem "Hochgeiern" und Anschauen angefangen und das sah dann eben besonders "aufmerksam" aus. Dass das letztendlich rein antrainiertes Verhalten ist und mit echter Aufmerksamkeit überhaupt nichts zu tun hat, begreifen leider die wenigsten. Ist wie beim Autofahren. Auch da kann man im "Stand-By-Modus" durch die Gegend fahren, weil man das irgendwann so verinnerlicht hat, dass man einfach fährt. Kritisch wird es dann bei unvorhergesehenen Situationen.

    Und wie das halt so ist, einer macht es vor, andere machen es nach. Und irgendwann ist das Status quo und normal. Und alles, was dann von der Norm abweicht, gilt dann als "unnormal" bzw. "nicht korrekt".

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    Ich vermute, dass seine ruppige und bollerige Art daher kommt, dass er zu wenig Hundekontakte hatte bzw. hat. Vielleicht legt sich seine wilde Art mit Mali, wenn wir weiterhin zusammen Gassigehen.

    nicht unbedingt - was viele Leute nicht wissen, junge Berner Sennen können die reinsten Triebbolzen sein. Dazu kommt, dass sie dann idR auch eher tapsig, grobmotorisch sind. Und Bingo hat man ein 40 kg Temperamentsbündel mit der Verspieltheit eines Katzenbabies und der "Durchschlagkraft" einer Dampfwalze *ichliebejungeBernerSennen* (ernst gemeint).

    Ich würde an deiner Stelle dieses jugendliche Ungetüm einfach abblocken (ok, ist einfacher gesagt als getan). Ggf. findet ihr einen ähnlich gelagerten jungen Temperamentsbolzen (Berner, Rotti oder dergleichen) mit dem das jugendliche Rammbock-Tierchen mal etwas spielen kann und auch mal kräftemässig was entgegengesetzt bekommt.

    Seitwärts ist recht einfach - Du machst einfach einen Schritt zur Seite und lässt sie mitkommen. Wird am Anfang noch etwas holprig sein, sprich eher ein in die Grundstellung mit Bogen nachkommen, aber mit der Zeit formst Du das einfach so aus, dass sie immer besser mitkommt. Soll heissen, mit zunehmender Sicherheit ihrerseits bestätigst Du nur noch die besseren Varianten.

    Rückwärts wäre ideal, wenn sie generell schon rückwärts gehen kann. Und zwar möglichst unabhängig von Dir. Viele Hunde "können" ja rückwärtsgehen, wenn HF auf sie zu läuft. Für die Rückwärtsschritte im Fuß ist das allerdings nicht so ideal.

    Wenn deine Kleine also nur rückwärts gehen kann, wenn Du auf sie zugehst, fang erst mal an zu trainieren, dass sie auch rückwärts geht, wenn Du erst mal nur seitlich von ihr bist. Und dann mit zunehmendem Training drehst Du dich immer mehr in Richtung Fußposition zu ihr ein.

    Wenn sie bereits unabhängig von Dir rückwärtsgehen kann, stell Dich erst mal neben sie und gib ihr das Signal zum rückwärtsgehen. Klappt das, fang gezielt an, ihr das Signal zum Rückwärtsgehen zu geben und dann selbst auch etwas rückwärts zu gehen. Zunächst mal nur einen Schritt, und das dann weiter ausformen.

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    ist es in der BH generell nicht erlaubt, Handzeichen zu geben oder ist es (in Verbindung mit Kommandos) erlaubt / toleriert?

    es ist generell nicht erlaubt. Zumindest nicht im VDH.

    BTW, es ist absolut NICHTS Neues, dass Hunde deutlich stärker auf Körpersignale reagieren als auf Hörzeichen. Und hat auch nichts damit zu tun, dass dein Hund ein Hütehund ist.

    Hunde "sprechen" untereinander v.a. mit Körpersignalen. Laute sind nur zur Unterstützung der Körpersignale da.

    Demzufolge ist es völlig logisch, dass Hund zuallererst mal auf Körpersignale beim Mensch reagiert. Dass Hörzeichen eine Form der Kommunikation darstellen, für uns Menschen sogar die Hauptform, das muss Hund erst mal lernen.

    Und deshalb kommt es immer wieder zu Situationen, in denen Mensch feststellen muss, dass Hund auf Hörzeichen nicht reagiert, wenn nicht gleichzeitig das Sichtzeichen/Körpersignal gegeben wird. Einfach weil das für den Hund wichtigere Körpersignal das Hörzeichen "überschattet".

    Was nun die Nasenleistung betrifft - ich habe bisher bei meinen Obi-Hunden festgestellt, dass bsp. Geruchsunterscheidung bei Hütehunden häufiger zu Problemen führt als bei Jagdhunden. Was mE ganz sicher NICHT darauf zurückzuführen ist, dass Hütehunde vermehrt auf Körpersignale achten. Sondern dass sie weniger darauf selektiert wurden, die Nasen einzusetzen und vielleicht deshalb unter den Hütehunden auch eher mal Hunde zu finden sind, die erst mal lernen müssen, dass sie ihre Nase auch gezielt auf Anweisung einsetzen können.

    Was NICHT heisst, dass es nicht auch Hütehunde gibt, die diese Übung schnell gelernt haben. Aber wenn es Probleme gab, war das bisher bei uns im Verein immer ein Hund aus dem Hütebereich (Border, Aussie, DSH, Belgier). Mit Hunden aus dem Jagdbereich dagegen hatten wir bisher noch nie Probleme. Die haben das Prinzip idR innerhalb von Minuten begriffen.

    Meine jüngste bsp. , ihres Zeichens Zwergpudel. Mal eben auf den Platz, vorher noch nie was in Richtung Geruchsunterscheidung gemacht. Als wir vom Platz wieder runtergingen, etwa 20 min später, 100% sicher in dieser Übung.

    Hi taffie,

    interessanter Beitrag.

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    da das Mega-MO in Form des Hüten-Dürfens (es ist nämlich NICHT die blosse Anwesenheit von Schafen) ja jederzeit als Belohnung zur Verfügung steht.

    aber ist es nicht so, dass die blosse Anwesenheit von Schafen für einen hüteerfahrenen Hund bereits die Möglichkeit des "Hüten dürfens" aufzeigt? Sprich, damit wäre ja die Anwesenheit von Schafen durchaus schon eine Form des MOs. Ähnlich wie das bei einem "Beutegeier" ist, der genau weiss, dass das MO "Beute" in HFs Jackentasche ist. Verstehst Du, was ich meine?

    Hi,

    meine Zwergin hat "Steh" über Ball werfen gelernt. Da sie aber einen recht langen "Bremsweg" hat(te), speziell wenn der Ball nicht gleich fliegt, bin ich nach der Armbewegung ihr noch entgegen gelaufen.

    Inzwischen stoppt sie zu 90% recht schnell. Und kommt dann aber auch recht schnell rein. Wobei ich sie viel auch durchlaufen lasse.

    Mein nächster Hund wird "Steh" aber wieder auf "Hörzeichen" lernen. Ist mir einfach lieber. Das dann erst mal getrennt vom Herankommen. Soll heissen, Hund geht/läuft irgendwie in der Gegend rum "Steh" und stehenbleiben.

    Das erst mal in langsamem Tempo und dann auch immer schneller. Und wenn das einzeln so klappt, wie ich es mir vorstelle, wird es ins Herankommen eingebaut.

    Hi,

    ich finde den "Voraus"-Aufbau von Nina Miodragovich sehr gelungen.

    Das Voraus wird bei ihr erst mal NUR ausserhalb des Hundeplatzes trainiert.

    Kleiner Futternapf mit Futter (Triebziel) wird an einen GeländeÜBERGANG gestellt. Und zwar IMMER. Geländeübergang heisst bsp. Wiese-Schotterweg. Zuerst mit einem kurzen Abstand. Mit zunehmender Sicherheit des Hundes dann immer grössere Abstände. Hund lernt dabei, so lange zu laufen, bis der Geländeübergang kommt. DORT gibt es dann sein Triebziel.

    Und erst wenn dieser Schritt wirklich "sitzt" - also durchaus erst nach mehreren Monaten Training - kommt dann auch mal ein Platz dazu rein.

    Je nach Hund dauert das halt seine Zeit. Ein Hund, der sich schlecht löst, braucht eben ein paar Monate länger und ein besseres Triebziel als ein Hund, der schon fast von sich aus Voraus geht.

    Bei der Ausbildung von Hunden muss man GEDULD haben.

    Hi Nicole

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    Und natürlich bleiben immer irgendwie Zweifel, wenn man sich anmaßen muß über Leben und Tod zu entscheiden.

    diese Zweifel hatte ich selbst bei meiner 13,5 jährigen Zwergpudeldame die nachgewiesen einen Hirntumor hatte, der sich hinterher als äusserst bösartiges Neurofibrosarkom herausstellte.

    Der Verstand sagt ganz klar "es ist besser so für den Hund und wer seinen Hund liebt, lässt ihn nicht leiden". Und objektiv betrachtet sieht man das bei Hunden anderer Leute auch genau so. Nur sobald man selbst emotional involviert ist, wird die Sache auf einmal ganz anders.

    Fühl Dich gedrückt und denk immer dran, für euren "Kleinen" war das ziemlich sicher die richtige Entscheidung.

    Viele Grüße
    Cindy