NicoSchnuffel
Zitat
aber ich checke die ganzen Kehrtwendungen nicht... kann mir das jemand erklären... hilfe.....
ich drehe mich irgendwie immer in die falsche Richtung.
DU drehst Dich IMMER nach links. Die Frage ist eher, was macht dein Hund:
- die "deutsche Kehrtwendung", bei der der Hund dann quasi über die rechte Seite hinter Dir rumkommt
oder
- die "internationale Kehrtwendung", bei der der Hund an deiner linken Seite bleibt.
Wie die "deutsche" funktioniert, hat Trine ja schon beschrieben.
Bei der "internationalen" bleibt dein Hund auf deiner linken Seite und macht eine Wendung mit der Hinterhand um die Vorhand. Also die Vorderbeine bleiben sozusagen "stehen" bzw. laufen auf der Stelle und die Hinterbeine laufen in einem Halbkreis um die Vorderbeine rum. Ich persönlich finde letztere Kehrtwendung angenehmer und leichter zu lernen für Mensch und Hund. Aber auf den meisten Hundeplätzen in D wird immer noch die "deutsche" Variante trainiert.
Trine
Eine Frage habe ich vergessen zu stellen - WIE habt ihr das Fuß überhaupt aufgebaut?
Zitat
Der Freilauf: die ersten 6-7 Schritte läuft er schön, danach lässt er sich zurück fallen und drifted nach Rechts ab.
Was machst Du, wenn er die ersten Schritte schön läuft und dann zurückfällt? Ehrlich gesagt, wenn ich so was lese, dann klingeln bei mir die Alarmglocken. Für mich liest sich das wie antrainiertes Verhalten. HF hat viel zu lange mit Leine trainiert (warum erst seit einem Monat ohne?), jetzt kurz vor der Prüfung macht man die Leine weg, weil man muss ja auch Freifolge trainieren. Ist natürlich dann angespannt. V.a. wenn Hund wohl sowieso vorher schon dazu neigte, stiften zu gehen (warum eigentlich? Hund sollte freudig mitarbeiten, das kann man bei UO genauso wie beim THS, ist idR eine Sache des HF, nicht des Hundes). So, Hund läuft vielleicht ein paar Schritte gut mit, dann wirkt die Anspannung/Unsicherheit des HF doch zu stark auf ihn ein - Hund wird langsamer, fängt an nachzuhängen ....... und HF fängt an, den Hund zu sich vor zu locken. Bingo! Damit bestätigt HF den Hund für's Nachhängen und die Sache ist gelaufen.
Das ist idR das, was meiner bisherigen Erfahrung nach zu dem von Dir beschriebenen Verhalten führt.
Wenn das bisher so gelaufen ist, kannst Du das nur dadurch unterbrechen, dass Du die nächsten Wochen erst mal viel nur 2-5 Schritte trainierst. Und dann ganz langsam die Schrittzahlen wieder steigerst. Betonung auf LANGSAM. Dann könnte es allerdings sein, dass Dir das bis zum 4. April nicht reicht. Wäre auch so schon knapp gewesen, wenn Du das vor einem Monat so angefangen hättest.
Ehrlich gesagt verstehe ich auch nicht, warum dein Hund "stiften" geht. Das sollte das Erste sein, was man mit einem jungen Hund trainiert, dass er Spass daran hat, mit Mensch zu arbeiten - und zwar OHNE Leine. Solange das nicht funzt, braucht man sich an Sachen wie "Fuß", "Sitz adB" usw. gar nicht aufhalten. Denn dann stimmt schon die Basis für's Training nicht.
Und was sollte die "Ins Auto packen"-Aktio bewirken?
Genauso stellt sich mir die Frage, was dein Hund dadurch
Zitat
Entweder ich zeige ihm die Seite mit den Armen oder ich drehe mich in ihn rein, so dass er wieder links ist.
lernen soll? Was bezweckst Du damit?
Entweder dein Hund ist in der Lage, die Position selbständig zu finden, dann brauchst Du dich nicht in ihn reinzudrehen, so dass er wieder links neben Dir ist. Du gibst ihm einfach das Signal für'S "ins Fuß kommen".
Oder dein Hund ist nicht in der Lage, die Position selbständig zu finden, was durch denEinsatz deiner Arme zum Führen auf die richtige Seite angedeutet wird. Dann wäre das vielleicht ein Ansatzpunkt für zukünftiges Training - dem Hund beizubringen, die Position selbständig zu finden und im weiteren Verlauf auch zu halten.
BTW wenn dein Hund die UO "öde" findet, dann solltest Du Dir vielleicht mal euer Training durchdenken. Ich habe ja nun drei ziemlich agi-verrückte Hunde. Selbst meine Älteste kann, wenn sie mal wieder etwas just for fun trainieren darf, nur mit sanfter Gewalt wieder aus dem Parcours entfernt werden *gggg*. Trotzdem kann ich mit allen dreien Obedience (Fuß, etc.) direkt neben oder zwischen Agi-Parcours laufen, selbst während in den Parcours andere Hunde laufen. Sie finden UO bzw. Obedience genauso "spannend" und alles andere als öde. Ist meiner Meinung nach eine Sache der inneren Einstellung und des Trainings.
Dann stellt sich mir die Frage, warum Du ein Problem mit dem Futterbeutel hast? Und wie Du dann zwischendurch bestätigst, wenn Du den Futterbeutel erst nach der UO rausholen kannst? Mal abgesehen davon braucht man Futter etc. auch gar nicht bei sich zu haben. Für viele Hunde ist es eine tolle Bestätigung, wenn man zwischendurch mal schnell zum Futter rennt und dort ne Belohnung gibt. Allein schon das gemeinsame Hinrennen ist für viele Hunde schon megabestätigend.
Dass dein Hund "Sitz adB" mit Leine besser ausführt als ohne ist verständlich. Für ihn ist das eine völlig andere Übung. Dein Hund ist ja nicht blöd. Der bekommt das "Leine fallen lassen" mit. Der gesamte Kontext der Übung verändert sich dadurch. Deshalb sollte man das auch NIE mit Leine üben. Oder zumindest gleich von Anfang an auch ohne Leine. Ich würde sowieso das "Sitz adB" (gilt auch für das "Platz adB") zunächst mal nicht im Kontext "aus dem Fuß heraus" trainieren. Meine Hunde lernen das erst mal so aus der Bewegung, während sie locker ohne Leine irgendwo um mich herum mitlaufen. Und selbstverständlich erst, nachdem sie Sitz/Platz aus dem Stand sicher beherrschen. Wenn sie das so aus der BEwegung beherrschen, dann ist das aus dem Fuß heraus ne Sache von 2-3 mal üben. Hat den Vorteil, dass ich zu Anfang ganz dicht bei meinen Hunden sein kann und ggf. besser mit Hilfen unterstützen kann als wenn ich das Ganze immer stur nach Prüfungsordnung im Fuß trainiere. Die Hilfen werden nicht so extrem stark verknüpft, da ich ja immer wieder in einer völlig anderen Position zum Hund stehe, mal in Front zu dem Hund, mal mehr oder weniger seitlich links oder rechts vom Hund, mal mit Rücken zum Hund, mal hinter dem Hund.
Zum "Platz adB" - nun ja, Anfang April besteht durchaus die Chance, dass das Wetter halbwegs warm und der Boden trocken ist. Solltest Du dir halt überlegen, ob Du das Risiko eingehst und diese Übung auf dem Platz zur Zeit nicht trainierst.
Zum Schluß noch eine Anmerkung zu dem "will ja nur ein Bestanden".
So wie sich das jetzt gerade liest, würde es vermutlich nicht mal zu einem Bestanden reichen. "Platz adB" - ok, wenn Hund sich setzt, kann es noch eine Teilbewertung geben. Kommt darauf an, wie sich Hund setzt usw. Freifolge tendiert schon Richtung 0 Punkte nach dem, was Du geschrieben hast - macht schon mal 15 Punkte Abzug. Soll heissen, im augenblicklichen Zustand ist deine maximal erreichbare Punktzahl 45 Punkte - Vorausgesetzt alles geht glatt. Aber wie das in Prüfungen so ist, wenn dann HF erst mal so richtig angespannt ist ...... dann geht idR nochmal was schief und das war's dann. Wäre ich dein Trainer oder euer Prüfungsleiter würdest Du mit derart wackligen Voraussetzungen ganz sicher nicht zur Prüfung antreten. Aber das müssen euer Trainer und PL selbst wissen.
Natürlich gibt es immer Richter, die zwei Augen zudrücken, die selbst bei miserabelsten Leistungen noch ein "Bestanden" geben. NUR - darauf sollte man sich nicht verlassen.
Oh je, soviel wollte ich eigentlich gar nicht schreiben. Und ich hoffe, Du bist jetzt nicht völlig entsetzt, schockiert, .... . Es ist immer etwas schwierig, nur aus Geschriebenem heraus Überlegungen anzustellen. Wenn man das Team im Training sieht, ist es deutlich einfacher dazu was zu sagen. Zumal bei rein Geschriebenem immer noch viel zu viel Spielraum für Interpretationen bleibt.
Nur noch ein kleiner Hinweis - Du schreibst
Zitat
Dieser Hund bringt mich manchmal zum verzweifeln. Also mein Schäfi war nicht so schwer auszubilden!
Ein Dt. Pinscher ist kein DSH. Und auch zwei DSH sind nicht gleich. Ich habe aktuell drei Pudel, zwei Grosse, ein Zwerg. Und keine der drei Damen ist wie die andere was das Ausbilden betrifft. Meine Älteste ist der Typ Hund, den ich zum Ausbilden am liebsten habe - hoch motiviert, aber nicht überdreht, lerneifrig, lernwillig und rasend schnell lernend. 1-2 mal gezeigt, schon kann sie es. Dazu eine recht hohe Frustrationstoleranz.
Die zweite ist ein ein Hund, der extrem übermotiviert ist, sehr schnell hochdreht und dabei dann völlig durchknallt. Von ruhig neben einem stehend bis zum völligen Durchknallen reicht nur zu häufig ein Lidschlag. Andererseits hat sie eine extrem niedrige Frustrationstoleranz. Das kleinste bischen Stress, und wenn es nur minimale Anspannung meinerseits ist, bricht sie zusammmen und ist zu nichts mehr zu gebrauchen - sie neigt bei Stress zu noch mehr "Überreaktionen" - Ende vom Lied ist dann idR ein wild in der Gegend rumhüpfender, im Kreis rumspringender Hund, der sich nicht mehr beruhigt oder Dieser Hund bringt mich manchmal zum verzweifeln. Also mein Schäfi war nicht so schwer auszubilden!in Hund, der in sich zusammenfällt und gar nichts mehr macht - regelrecht einfriert. Mit ein Grund, warum ich vermutlich nie mit ihr eine Obi-Prüfung auf die Reihe bekommen werde. Ich bin bei Prüfungen ziemlich angespannt und nervös. Und da ich die "Probleme" mit dieser Hündin kenne, ist mir klar, dass ich gerade noch nervöser sein würde, würde ich mit ihr in eine Prüfung gehen.
Meine Jüngste ist ein "Mittelding". Zum einen so schnell aufgedreht und hibbelig wie die Mittlere. Zum anderen aber eine Frustrationstoleranz wie die Ältere und sogar noch eine bessere Stressresistenz.