Beiträge von yane

    Ich sehe das wie schnauzermädel. Wenn Du weisst, was Du tust, kannst Du schon sehr früh mit kurzen Trainingseinheiten anfangen. 1-2 min am Stück maximal.

    Aber in den meisten Vereinen läuft das Training einfach nicht so ab. Sondern Gruppentraining zwischen 30 und 60 min. Aber da spielen gerade diejenigen, für die das individuelle kurze Training ideal wäre, idR nicht mit. Wer mit seinem jungen Hund auf den Platz kommt, der will idR nicht in 10 min abgespeist werden. Wie sagte es mal jemand so "wegen 10 min Training lohnt es sich doch gar nicht, da bin ich ja dreimal so lange unterwegs wie ich trainieren kann".

    Deshalb, wenn Du die Möglichkeit hast, bei einem Verein kurze, individuelle Trainingseinheiten mitzumachen, dann kannst Du mit 5-6 Monaten schon anfangen. Aber nicht länger als ein paar Minuten. Sagen wir mal 5-10 min, bei denen mehr Spiel mit Dir dabei ist als "Übungen ausführen".

    Ansonsten, warte bis dein Hund etwas älter und geistig reifer ist.

    Das kommst mE darauf an, was Du unter "Begleithundeausbildung" verstehst?

    Allgemein Umwelttauglichkeit und Grundgehorsam oder die BH-Kunststückchen?

    Allgemeine Umwelttauglichkeit und Grundgehorsam sollte man vom ersten Tag an mit Welpi/Junghund trainieren.
    Dazu gehören solche Sachen wie "nicht an der Leine ziehen", "nicht anderen Menschen, Hunden, ..... nachjagen", "nicht an Menschen, ... hochspringen", ein Abrufsignal (bsp. "Hier"), ein Stopp/Bleib-Signal (bsp. "Platz"), ein Abbruchsignal (bsp. "Nein"), liegen und liegenbleiben

    Die BH-Kunststückchen wie prüfungsmässiges Fußgehen inkl. korrekter Winkel und Kehrtwendungen, Sitz/Platz aus der Bewegung, Vorsitzen haben noch Zeit.

    warum nicht? Wo ist für Dich der Unterschied?

    In der Grösse? Ich habe als eigene Hunde von 29cm/3,8 kg bis 64cm/50kg Hunde ausgebildet, als Trainer von Chi-Grösse bis zur Grösse eines Ungarischen Herdenschutzhundes von über 70 cm.
    Und sehe keine Notwendigkeit, meine Vorgehensweise grundlegend zu ändern, nur weil ein Hund etwas grösser oder etwas kleiner als das Mittelmaß ist.
    Die Variation in der Vorgehensweise bedingt der individuelle Hund, nicht die Grösse oder Gewichtsklasse des Hundes. Zumindest was den allgemeinen Grundgehorsam betrifft.

    Für die BH-Kunststückchen braucht es da keine nennenswerten Variationen. Wenn man natürlich meint, einen DSH mit Leinenruck und Haudrauf ausbilden zu müssen ...... klar, dann sieht die Sache schon anders aus.
    Allerdings kenne ich Ausbilder, die ihre LZ-DSH auf exakt die gleiche Weise ausbilden wie ich bsp. meinen Gartenzwerg ... und da hat Hund dann erst ne Leine dran, wenn Hund bsp. schon perfekt Fuß ohne Leine kann. Also müssen weder der LZ-DSH noch der Gartenzwerg fliegen lernen.

    @idefixchen

    ich habe Dich jetzt nicht speziell gemeint, das war allgemein gesehen. Es gibt nun mal HF, da schafft es der beste Trainer nicht, diese egal in welcher Zeit zur BH-Reife zu bringen. Aus welchem Grund auch immer.

    Und wenn es nur die Nerven des HF sind oder die innere Einstellung.

    Alexandra

    bodyguard hat es doch ein paar Postings weiter oben beschrieben - einfach lesen.

    Tja, nicht immer ist der Trainer das Problem. Leider ist in vielen Fällen der HF die Wurzel allen Übels.
    Was das mit Minihund oder nicht zu tun haben soll, entzieht sich mir. Minihunde sind auch nicht anders auszubilden als grosse Hunde.

    Zitat

    Wie trainiert man bei Polizeihunden(!) "Zivilschärfe"? Würdet ihr denn grundsätzlich sagen, dass diese gefährlicher sind als VPG-Hunde?

    Ganz klares Ja und Nein.

    Diensthunde sind ein völlig anderes Kaliber. Bzw. das ist eine völlig andere Ausbildung.

    Beim VPG lernt der Hund nicht, Menschen zu beissen, allen Vorurteilen zum Trotz. Gerade vor kurzem hat ein Verein bei uns in der Nähe Jubiläum gefeiert mit Vorführungen sämtlicher Sportarten etc.
    Darunter auch VPG - eine sehr schöne Vorführung, die ganz klar gezeigt hat, dass der Hund NUR am Beissarm interessiert ist. Sobald der Beissarm weg war, zeigte der Hund ein völlig "freundlich-verspieltes" Verhalten gegenüber dem Helfer.
    BTW - was die "Stockschläge" betrifft - man konnte genau sehen, dass der Helfer am Hund "vorbeischlug". Was nicht heisst, dass der Hund nicht doch mal getroffen wurde. Nun denn, ich bin im Agi auch schon mit meinem Hund zusammengerempelt, was ganz sicher schmerzhaft für den Hund war (mir hat's auf jeden Fall wehgetan). Und wenn ich mir vorstelle, wie oft im Agi ein Hund nen Ausleger mitnimmt oder ähnliches - das ist sicher auch nicht schmerzfrei.
    Der Helfer hatte im Anschluss daran den Stock an die Zuschauer weitergegeben - mit dem Hinweis, sie dürften gern mal anfassen und auch bei sich selbst, bsp. am Oberschenkel, ausprobieren, wie sich so ein Schlag anfühlt, wenn er denn doch mal trifft.

    Diensthunde werden "zivil" ausgebildet. Nicht wie VPG-Hunde auf ein sichtbares "Objekt" "konditioniert". Logischerweise haben die Helfer bei der Ausbildung von Diensthunden auch Schutzanzüge an. Der Verschleiss an Helfern wäre sonst doch etwas zu gross.
    Aber diese Schutzanzüge sind verdeckt von ziviler Kleidung. Der Hund lernt tatsächlich, auf den Menschen zu gehen.
    Diese Art Ausbildung ist Privatpersonen verboten. Das dürfen nur Diensthundeführer in den entsprechenden Ausbildungszentren.

    Diese Hunde sind prinzipiell nicht gefährlicher - im normalen Leben. Was allerdings auch damit zusammenhängt, dass ihre HF auch Ahnung haben.

    Vor Jahren wurde mal ein Versuch gestartet mit VPG-Hunden. Ausgebildete VPG3-Hunde, also Hunde, die in der höchsten Leistungsklasse starten.
    Zu Testzwecken wurden diese Hunde in einem speziellen Training bei einer Diensthundeausbildungsstätte "zivil" gearbeitet. Also ohne Beissarm, sondern mit Schutzanzug und darüber Zivilkleidung.
    KEINER dieser VPG-Hunde hat auf den kurzen Distanzen angebissen - der Beissarm als "Signalwirkung" fehlte.
    Auf der langen Flucht sind ein paar der triebigsten Hunde erst mal in den angebotenen Arm gegangen. Aber jeder einzelne der Hunde hat sofort irritiert losgelassen, als sie feststellten, dass das nicht das normale Gewebe des Beissarms ist. Und keiner hat bei einem zweiten Versuch nochmal Ansätze zum einbeissen gezeigt.

    Fakt ist, dass im VPG Reizlagen, Triebe, Verhaltensweisen abgefragt werden, die für die Zucht und Selektion von Diensthunden von Bedeutung sind.
    Mit Frisbee werfen usw. kann man derartiges nicht wirklich abprüfen.

    Und ausserdem ..... VPG ist Sport und macht durchaus Mensch und Hund Spass.

    Zitat

    Geht das dann auch ohne Zwang ?

    Definiere "Zwang". Was ist Zwang?

    Ist es bsp. Zwang, wenn ich im Agi darauf bestehe, dass mein Hund an den Zonen korrekt anhält? Dabei notfalls auch mal ne klare Ansage mache "hey so nicht", wenn Hund durchbrezelt?
    Ist es Zwang, wenn ich im Agi von meinem Hund erwarte, dass er den Slalom korrekt abarbeitet, obwohl er doch genauso Spass dran hätte, wenn er "falsch" einfädelt, mal ein Tor überspringt, zu früh ausfädelt?
    Ist es Zwang, wenn ich bei Fährte/Mantrailing/..... erwarte, dass der Hund der gelegten Fährte/Spur nachgeht und nicht einer, die ggf. interessanter ist?
    Ist es Zwang, wenn ich in der UO/Obedience/.... von meinem Hund erwarte, dass er dichtes, korrektes Fuß geht, obwohl er lieber Abstand halten würde?
    Ist es Zwang, wenn ich beim Hürdenlauf (Dreisprung) im THS erwarte, dass mein Hund auf meiner Höhe läuft, obwohl das für den Hund bedeutet, sich massiv zu "versammeln"? Würde der Hund frei springen, dann wäre er allein aufgrund des physiologiscne Bewegungsablaufs nicht mehr auf gleicher Höhe mit dem HF.

    All diese Übungen beinhalten Zwänge. Auch wenn die Diskussionen darüber längst nicht so hochpuschen wie beim VPG? Warum? Weil diese Sportarten nach aussen hin so nach Spass aussehen und nicht nach "Ernst"?

    Wenn ich im VPG von einem Hund erwarte, dass er auslässt, obwohl er viel lieber einbeissen oder weiter festhalten würde, ist das Zwang. Wenn man den Hund vom Helfer wegruft, ist das Zwang.

    Die Frage ist nicht "Zwang oder nicht". Denn Zwang hat man immer überall dabei. Zwang ist es auch, morgens aufstehen und zur Arbeit gehen zu müssen.

    Die Frage ist, wie erreicht man, dass Hund diese Zwänge, die der jeweilige Sport nun mal mit sich bringt, akzeptiert.
    Und damit wären wir bei den Ausbildungsmethoden.

    Zitat

    Ein guter Trainer motiviert seine HF. Er demotiviert sie nicht, wie das bei "idefixchen" jetzt optimal gelungen ist.

    Schade, 4 Monate sind nämlich für ein Team mit dem Ausbildungsstand wie dem von Julia und Idefix ein sehr realistischer Zeitraum zum Erreichen der BH-Prüfungsreife.

    Ich gehe einfach mal davon aus, dass Julia's Trainer nicht völlig verblödet sind und anhand des aktuellen Trainingsstands und des Trainingsfortschritts der letzten Zeit durchaus beurteilen können, inwieweit es realistisch ist, dass das jeweilige Team in der Lage ist, innerhalb der nächsten 4 Monate Prüfungsreife zu erlangen.

    In meiner Gruppe bsp. habe ich Teams, da fluche ich gedanklich über die 15-Monate-Regel, da diese Hunde für die nächsten geplanten Termine noch zu jung wären und wir ggf. einen Termin zu einem Zeitpunkt einbauen sollten, bei dem das Wetter häufiger nicht so ganz mitspielt. Andererseits bin ich kein Fan davon, Hunde länger als nötig auf ne BH auszubilden.
    Und ich habe Teams, da weiss ich, dass es da deutlich länger dauern würde als 4 Monate von Julia's beschriebenem Ausbildungsstand bis zur echten Prüfungsreife (was ganz sicher NICHT am Hund liegt in den Fällen).

    Dazu kommt eines - ich kann Julia's aktuellen Ausbildungsstand (bzw. der ihres Hundes) via Internet nicht wirklich beurteilen. Vielleicht beurteilen Julia's Trainer den Ausbildungsstand ihres Hundes anders als Julia selbst.
    Deshalb wie gesagt, gehe ich grundsätzlich erst mal davon aus, dass der Trainer weiss, was er sagt.

    Und ob es demotivierender ist, jemandem bereits 4 Monate vor der Prüfung zu sagen "wart mal noch ein bischen, geh erst im Frühjahr in die Prüfung" oder zwei Wochen vor der Prüfung, das sei dahingestellt. V.a. wenn derjenige fest damit gerechnet hat, die Prüfung zu laufen.

    Zitat

    - Findet ihr es besser im Kreis zu laufen oder in einer Reihe nebeneinander?

    weder noch

    Zitat

    - Wieviele Spielpausen findet ihr optimal?

    das kommt doch auf den jeweiligen Hund an.

    Ich mach mit "meinen" Teams teilweise auch Sachen a la "in einer Reihe nebeneinander". Aber nicht Fußlaufen. Das ist dann mehr so was wie beim Obedience - Verhalten gegenüber anderen Hunden. Alle sitzen ein einer Reihe, einer geht im Slalom durch.

    Oder alle liegen ab, zwei Seiten, ähnlich einer "Gasse" und in der Mitte durch wird ein Hund abgerufen.

    Aber Fuß laufen in Reihe, egal ob im Kreis oder auf einer Geraden - wie rotti-frauchen schon geschrieben hat, da kann man nicht wirklich passend bestätigen, da das die Reihe sprengen würde.