Beiträge von yane

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    na nun versteh ich gar nix mehr,einerseits wird hier gepriesen man soll mit dem welpen in die HuSchu, dann tut man es und dann ist es auch nicht richtig....

    Tja, das ist die Krux bei dem Ganzen.

    Man soll mit einem Junghund, gerade als Anfänger, zu einem Training gehen.

    Aber idealerweise sieht das so aus, dass man mit Jungspund maximal 10 min trainiert - Einzeltraining.
    10 min auf den Platz und dann fertig. Nächster Hund.
    Wenn man von 6 Hunden pro Gruppe a 60 min ausgeht, dann ist es für Hund und HF effektiver, pro Hund 10 min Einzeltraining zu machen als 60 min Gruppentraining. Problem dabei ist, dass da schon die Hundehalter nicht mitziehen.
    Ich habe den Vorschlag vor 12 Jahren schon gemacht, als ich mit meiner jetzt ältesten Hündin mit der Welpengruppe fertig war. Die Junghundgruppe bei uns im Verein war auch eine von der Sorte Gruppentraining. Als ich das bei der Trainerin ansprach von wegen alle Einzeltraining ein paar Minuten, meinte sie "Da hast Du schon recht. Aber frag doch mal rum, 95% von den Leuten würden sich weigern, wegen 10 min Training auf den Platz zu kommen. Da sind sie ja länger unterwegs als sie Training haben. Und die wollen doch alle mit ihrem Hund 'schaffen'."
    Auch bei meinen eigenen Trainings - sobald ich was von Einzeltraining jedes Team 10 min geredet habe, ging's los von wegen "lohnt sich doch nicht blablabla".

    Nun, ich bin mit meiner alten Hündin, als sie mit 6 Monaten aus der Welpengruppe rauskam, nicht in die Junghund/Begleithund-Schiene gegangen. Sondern zum UO-Training in die THS-Gruppe. Dort trainierten sie im Einzeltraining. Mit 10 Monaten sind wir mal just for fun in die BH-Gruppe um zu sehen, wie meine Kleine sich im Gruppentraining macht. Was soll ich sagen - meine Kleine war mit Abstand die Jüngste, alle anderen waren mindestens 6 Monate älter. Und mit Abstand die Beste. Die einzige, die begriffen hatte, was "Fuß" bedeutet, die einzige, die bereits unter Ablenkung liegenbleiben konnte, wenn Frauchen weggeht, die einzige, die ohne mit Leckerlie zu locken Sitz und Platz machte ....... .

    Hier sagt niemand was gegen Training in HuSchu und Hundesportvereinen. Nur wie das Training idR aufgebaut wird, das ist nicht so prall.

    Das fängt schon bei den Welpen an - da werden die Welpis viel zu sehr rumrennen lassen - Hauptsache Spiel mit anderen Hunden. Mit ein Grund, warum meine Hunde keine Welpengruppe sehen. ICH bin auf dem Hundeplatz die Hauptperson für meine Hunde. Spiel mit anderen Hunden ja, aber zu meinen Bedingungen und mit Hunden, die ich kenne.

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    Er macht im übrigen nicht nur im "Wohnzimmer" sitz und Platz, sondern auch draussen, er hält nur dieses Kommando nicht...

    was in dem Alter auch kein Wunder ist.

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    Ich bin teilweise heute echt wütend auf den Hund geworden weil der Hund nach einigen Anläufen auch sehr unaufmerksam wurde...

    Warum wirst Du wütend auf deinen Hund?

    Wenn überhaupt, solltest Du auf DICH wütend sein.

    Dein Hund ist gerade mal 7 Monate alt. Und Hunde können ein Signal nicht nach 3-4x wiederholen. Da heisst es TRAINIEREN. Und zwar länger. Dass Hund sitzen/liegenbleiben soll, wenn Mensch weggeht, muss auch erst mal trainiert werden. Mit meinen Hunden fange ich das gar nicht erst an, bevor Hund nicht 8-10 Monate alt ist. Von wegen Konzentration und so. Und dann auch erst mal nur so, dass ich Hund ein paar Sekunden sitzen/liegenlasse während ich direkt danebenstehe. Quasi die Auflösung nur minimal rauszögere. Erst wenn ich mich auf diese Weise auf 40-60 sec liegenbleiben OHNE weitergehendes Signal herangetastet habe, fange ich überhaupt erst mal an, mich nen Schritt wegzubewegen.

    Was mir immer wieder auffällt, ihr habt einerseits junge Hunde, denen häufig den Erzählungen nach, schon recht viele Freiheiten zugestanden werden, und andererseits erwartet ihr, dass Hund innerhalb von 2-4 Wochen "perfekt" hört. Quasi eine Übung ein paar Mal wiederholen und Hund soll sie schon sicher kennen.

    Eine amerikanische Trainerin sagte einmal, dass man selbst für so ein einfaches Signal wie "Sitz" 3000-7000 Wiederholungen rechnen muss.
    Wobei mit Wiederholungen nicht gemeint ist, im Wohnzimmer ständig "Sitz" zu üben. Das bezieht sich darauf, dass Hunde schlecht generalisieren, sondern kontextbezogen lernen. Soll heissen, wenn Hund im Wohnzimmer "Sitz" kann, ist das für den Hund was völlig anderes als auf dem Feldweg, dem Hundeplatz, ...... .
    Das muss überall extra geübt werden. Speziell bei so jungen Hunden.

    Ein älterer Hund, mit dem schon viel trainiert wurde, der generalisieren gelernt hat, der packt das recht schnell. Aber Jungspund ist da nicht ganz so flott.
    Dazu kommt, dass man das dann auch unter allen möglichen Ablenkungen trainieren sollte.

    Idealerweise beginnend mit relativ reizfreier, ablenkungsarmer, bekannter Umgebung. Und dann langsam die Umweltreize/Ablenkungen steigern.

    Aus diesem Grund sind Hundeplätze und Gruppentraining für junge Hunde eigentlich nicht ideal. Die Ablenkung ist zu gross. Deshalb gilt ja auch, dass NICHT die Hunde auf dem Platz lernen sollen, sondern die HF.

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    Wer geht denn auch davon aus, dass eine Familie, die eine private Zucht hat und die Welpen nur in liebevolle Hände abgeben möchte, solche Vermehrer sein könnten?! Also wenn man das private Gelände gesehen hat, dann die Elterntiere gezeigt bekommt und man auch bestimmt ne gute Stunde bis anderthalb mit den Leuten an einem Tisch sitzt und alle Fragen von oben bis unten sehr seriös beantwortet bekommt, dann geht man wohl eher nicht davon aus, dass das solche Leute sein sollen.

    Nur mal so als Beispiel meine drei derzeitigen Hündinnen:

    Hündin Nr 1 - Züchter über Zuchtverband gefunden. Bis zur Welpenabgabe mehrmals dort gewesen, jeweils 400 km hin und zurück.

    Hündin Nr 2 - Züchterin persönlich bekannt, schon lange. Hündin bereits 4,5 Monate alt - trotzdem gab es das nicht, von wegen Wuffel gleich mitnehmen. Erst mal anschauen, dann überlegen, eine Woche später zog sie dann bei uns ein.

    Hündin Nr 3 - Züchter über eine Bekannte empfohlen. Auch hier, bis zur Welpenabgabe mehrfach besucht.

    Nur mal eben hinfahren, 1-2 Stunden mit Züchter quatschen und Welpe dann gleich mitnehmen ........ obwohl man sich gar nicht kennt, das ist mE schon nicht sooooo seriös zu nennen.


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    Zudem haben wir auch das Angebot erhalten, jederzeit (auch Sonntags oder Feiertags) bei ihnen anzurufen, falls mal etwas sein sollte oder wir einfach nur Tipps benötigen. Das macht alles in allem einen sehr guten Eindruck und man fühlt sich "sehr gut aufgehoben".

    Ja klar, die wissen auch, worauf sie achten müssen, wenn sie unbedarfte Welpenkäufer an Land ziehen wollen.

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    Was mir noch aufgefallen ist, bzw. eingefallen zu diesem Thema. Die Leute glauben auch dass sie selbst und ihr Hund solche 'Schicksalschläge' nicht treffen wird.

    Na ja, es gibt halt auch viele Leute, da geht es gut.

    Ist doch bei anderen Sachen genauso - wie viele Verkehrstote gibt es pro Jahr und was ist Hauptursache Nr1? Raserei.
    Und trotzdem rasen die Leute wie blöd, drängeln, überholen an unübersichtlichen Stellen, .......
    Bis dann was passiert.

    Unangenehmes verdrängen liegt durchaus bis zu einem gewissen Grad in der Natur des Menschen.


    Und ja, ein grosses Problem ist, dass Mensch heutzutage fast alles zur Verfügung hat.
    Auf etwas warten, auf etwas sparen, ....
    Wenn man sich jetzt in den Kopf setzt, einen Hund haben zu wollen, warum sollte man dann noch 8-9 Monate warten? Wenn man den Hund auch gleich haben kann. Vielleicht sogar noch etwas günstiger.

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    Aufklärung bringt meiner Meinung nach nur dann was wenn die Masse auch bereit dafür ist.

    Ein wahres Wort. Wobei ich das noch etwas deutlicher formulieren würde. Aufklärung bringt nur was, wenn die betreffenden Menschen aufgeklärt werden WOLLEN.

    Es kann mir im Deutschland 2009 KEINER sagen, dass er nicht gewusst hat, dass es Vermehrer und Massenproduzenten gibt. Dazu gibt es zu viel Informationsmöglichkeiten. Wer ernsthaftes Interesse hat und sich informieren will, der findet Möglichkeiten. Auch jenseits von TV und Internet.
    Jeder grössere Supermarkt hat ne Zeitschriftenabteilung. Und da finden sich idR immer 2-5 verschiedene Tier/Hundezeitschriften.
    Und dreimal darf man raten, was ein immer wiederkehrendes Thema in diesen Hundezeitschriften ist - genau "Augen auf beim Welpenkauf, Vorsicht vor Hundehändlern, Vermehrern, Massenzüchtern, ..... ".

    Es gibt ganze Bücher nur zum Thema "Hundekauf". Und das nicht erst seit gestern.

    Vereine, Hundeschulen, ...... bieten Informationsabende zum Thema "Hundekauf" an.

    Wer also ernsthaftes Interesse hat, findet Informationen. In allen möglichen Medienformen. Man muss nur ein bischen Zeit, Aufwand und ggf. Geld investieren.

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    Wir wissen alle das Zirkustiere ganz ganz krausam gekalten werden, und trotzdem geht ihr mit euren Kindern/ Nichten/ Neffen/ Nachbarskindern usw in den Zirkus oder Zoo, oder etwa nicht?!?

    Nich jeder Zirkus hält seine Tiere grausam. Zumal, was die wenigsten hier wissen, gerade Zirkustiere unter extremer Aufsicht der Vet-Behörden stehen. Die Vetämter sind prinzipiell dazu verpflichtet, bei jedem gastierenden Zirkus in ihrem Einzugsbereich die Unterbringung der Tiere und die Tiere selbst zu überprüfen.
    Klar gelten auch hier die entsprechenden gesetzlichen Bestimmungen, die durchaus noch ausbaufähig wären.
    Wobei ich das letzte Mal etwa 1998 in einem Zirkus war. Allerdings nicht in der Vorstellung, sondern im Rahmen meines Praktikums im Vetamt bei solch einer Überprüfung.

    Und Zoos ....... sooooo schlecht ist die Haltung in vielen Zoos in Deutschland nun auch nicht mehr.

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    Aber welche Tipps können wir ihr und anderen auf den Weg gehen um denjenigen vielleicht dafür zu bestrafen?

    Diejengen, die es betrifft, wissen ganz genau, welche Rechte sie haben und wie die Gesetzeslage aussieht. Die wird dann auch peinlich genau eingehalten, so dass die Behörden eben nichts dagegen unternehmen können.

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    Ordnungsamt? Vet-Amt? Medien? Polizei? TSV? Ich weiß es nicht.
    Lasst uns doch überlegen wie man sinnvoll gegen solche Menschen vorgehen kann statt mit dem Finger auf die Opfer zu zeigen- das bringt ja nicht so wirklich viel, oder?

    TSV hat schon mal gar nichts zu sagen.
    Medien ..... sieht man ja, wie das bisher wirkt, nämlich gar nicht.

    Ordnungsamt, Vet-Amt, Polizei - wie schon weiter oben geschrieben, die können nur eingreifen, wenn gegen Gesetze verstossen wird. Und diejenigen, die Hunde im grossen Stil vermehren, die idR wissen genau, was in den Gesetzen und Verordnungen drin steht.

    Deshalb gibt es nun mal nur die Möglichkeit, dass die Welpenkäufer die Augen aufmachen und eben dort nicht kaufen. Das erfordert aber, dass man sich wirklich vorher informiert, die Augen aufmacht und das Gehirn einschaltet.

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    Stimmt, bei nem Dienstleiter erwarte ich ein gewisses Entgegenkommen.

    Dann interessiert mich mal, wer von euch wirklich in einer privaten Hundeschule ist oder nicht doch in einem Hundesportverrein.

    Und selbst Trainer in privaten Hundeschulen sollten ihre Leute nicht verhätscheln. Denn dann kommt auf Dauer nix bei rum. Ende vom Lied ist dann, dass es heisst "Die taugen aber nichts".

    Trainer sind auch nur Menschen. Klar wäre es ideal, wenn Trainer gleichzeitig Psychologen, Seelsorger, Kommunikationsspezialisten usw. wären. Aber andererseits wäre es auch ideal, wenn die Hundehalter das wären.

    Soll heissen, so wie ein Trainer sich auf den Hundehalter einstellen können sollte, so sollte sich auch der Hundehalter auf den Trainer einstellen. Denn der Trainer hat es weitaus schwerer, der muss sich in einer Stunde regelmässig auf unterschiedliche Menschen und Hunde einstellen.

    Aber typischerweise denken heute die Leute alle, dass man sie auf Händen tragen und hätscheln sollte. Klare Ansagen vertragen doch die wenigsten noch.

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    Naja..wieviele Leute eröffnen hier Threads mit dem Titel "Hilfe, mein Hund hört auf dem Platz aber im Alltag nicht".

    Na ja, und wie viele Hundehalter sind schlicht und ergreifend zu :zensur: , das umzusetzen, was man ihnen im Training immer wieder vorsagt?

    Da gibt es genug, die denken, es reicht, wenn sie einmal die Woche mit Hund auf den Platz kommen zum trainieren, um einen gut erzogenen Hund zu bekommen. Schliesslich gehen sie ja in die Hundeschule, damit Hund was lernt. Die sind einfach zu :zensur: zu begreifen, dass wir im Training keine Hunde ausbilden können. Das ist schon Sache der Halter. Wir können denen nur vermitteln, wie sie mit ihren Hunden trainieren können.
    Tja und dann wundern sich die Damen und Herren, dass ihre Hunde ausserhalb des Platzes nie hören.

    Genauso mit Leckerlies - es ist doch echt interessant - idR hat jeder der Leute, die mit Hund auf den Platz kommen, eine Schule besucht.
    Trotzdem sind 95% der Leute NICHT in der Lage auf 5 zu zählen. So vermessen, zu erwarten, dass ein Anfänger in einem Basiserziehungskurs auf 1 zählen kann bin ich schon gar nicht mehr. Man könnte echt auf die Idee kommen der Zahlenraum von 1 bis 5 sei schwieriger als Infinitesimalrechnung.
    Da sagt man "mach das 3-4x mit Leckerlie in der Hand und dann lass das Leckerlie weg, das kommt dann erst, wenn Hund die Übung richtig gemacht hat". Beispielsweise beim Sitz.
    Tja, eine Woche später - die Leute haben immer noch das Leckerlie in der Hand. Noch ne Woche später - immer noch. Inzwischen können sie schon gar nicht mehr ohne - und wundern sich dann, dass ihr Hund immer noch nicht in der Lage ist, ohne Leckerlie Sitz zu machen.

    Es gibt in diesem Forum eine Suchfunktion. Wenn man da nach "Apportieren" sucht, dürfte es eine ganze Reihe von Beiträgen geben, die den Aufbau des Apportierens beschreiben. Ansonsten schau einfach mal unter "Obedience" nach. Da wirst Du garantiert fündig.