Beiträge von ErInu

    Ich glaube, das hat wenig mit Bescheidenheit des einzelnen Trainers zu tun, sondern viel mehr mit einer kaum vorhandenen Feedbackkultur. Trainer bekommen viel Dankbarkeit, wenn etwas funktioniert. Wenn es nicht passt, gehen die Kunden zu einem anderen Trainer und erzählen dann dort, wie unzufrieden sie vorher waren. Wenn sich das dann so fortsetzt, kommt bei jedem immer nur positives Feedback an. Das fördert schnell eine Überlegenheitsillusion und eine erhöhte Empfindlichkeit gg. Kritik, wenn sie dann doch mal kommt.

    Wobei das auch nicht nur die "Schuld" der Trainer ist - es sind ja genau so die Kunden. Ich habe z.B. nicht verstanden, warum manche am Ende von HS-Kursen noch mal Trainer beschenken. Klar, es ist nett und in besonderen Fällen auch sicherlich legitim. Aber dass jemand nach 8 Stunden Leinenführigkeitskurs mit einem Geschenkkorb ankommt, weil der Kurs so toll war, hat mir nachhaltig irritiert.


    Das kann bei Einigen durchaus der Fall sein.
    Ich selbst habe aber auch online bemerkt, dass Hundetrainer einen gerne mal sofort blocken oder
    ihre 'Fans' los schicken, wenn man etwas kritisiert/hinterfragt.
    Das ist wohl ein neues Phänomen, denn das war früher ja gar nicht möglich (also vor FB, Insta und Co.)

    Ich weiß auch von einigen Hundetrainern/Hundeschulen, dass sie negative Bewertungen (Feedback) löschen
    oder (über Anwälte) löschen lassen.
    Das sind dann meist jene, die auch bei 1000+ Bewertungen immer nur 5 Sterne haben.

    Ebenso gab es mal einen Beitrag zu einer Hundetrainerin im TV wo Leute ihre negativen Erfahrungen
    kommentiert haben. Diese Kommentare verschwanden nach einiger Zeit.
    Kritik unerwünscht.

    Ganz ehrlich: ich find den Umgang der Rütter-Trainer mit den Leuten ziemlich repräsentativ für viele Hundetrainer. In den Gruppenkursen, in denen wir waren, war es oft normal, dass Leute aus nichtigen Gründen vorgeführt wurden. Nicht auf eine feindselige Art, aber das Lächerlichmachen von Teilnehmern war schon Stilmittel von vielen Trainern oder auch das Einmischen in Dinge, die völlig irrelevant für das Training sind.

    Uns wurden auch so Sprüche gedrückt wie "Gut dass ihr einen Pudel habt und keinen Rottweiler" oder es wurde immer wieder darauf herumgeritten, dass wir unseren Junghund noch 3x täglich füttern. Ich habe nie verstanden, wie so ein Umgang mit Kunden entsteht. Aber wenn Leute Geld dafür zahlen, sich sowas jede Woche zu geben, ist der Schritt ins Fernsehen dann auch nicht weit.

    Ist auch meine Erfahrung.
    Ich habe die Aussagen/Methodik der Trainerin hinterfragt und wurde verbal angegangen.
    Da ich zahlender Kunde war in dem Moment, empfand ich das als ziemlich unverschämt.

    Ihre Standard Antwort auf Nachfragen war "Du willst nur nicht führen!"
    Kompetenz reichte wohl nicht aus für mehr. :weary_face:

    Wenn ich auf Social Media gucke benehmen sich viele Hundehalter als hätten sie das geballte Wissen für sich gepachtet, auch junge Ersthundehalter in Ausbildung.
    Diesem Berufsstand täte etwas mehr Bescheidenheit gut.

    Meinen ersten Hund würd ich rückblickend als absolut 'wesensfest' bezeichnen.
    Nicht ängstlich, nervös oder sonst wie 'drüber'.
    Sehr umweltsicher und 'klar im Kopf'.

    Meine jetzige Hündin ist für mich das Gegenteil von wesensfest, da quasi 0 Resilienz und Richtung Deprivationssyndrom.
    Sie hat ein sehr liebenswertes Wesen, aber ist auch eher schreckhaft, situativ ängstlich und hat
    wenig Selbstbewusstsein. Neues zu lernen dauert lange und fällt ihr schwer - Negatives brennt sich ein
    und geht schnell in Richtung Trauma. Vieles fühlt sich sehr wackelig an.
    Ein toller Hund der nur schwer aus sich raus kommt.

    Ich hatte die Haut beim TA dabei und die meinte, solche Sachen sind definitiv zu hart. Die war aber halt auch wirklich steinhart und dick. Das war recht eindeutig mein Verschulden und nicht Pech durch einen vorher beschädigten Zahn...

    Es ist aber sicher auch nochmal ein Unterschied, ob ein Labbi so eine Haut kaut oder ein 10kg Hund mit schmaler Schnauze.

    Meine 8kg Hündin hat sich leider auch mit gerade einmal 2 Jahren eine 'Katsche' am Reißzahn gemacht mit Rinderhaut.
    Total ärgerlich, da die Stelle jetzt auch empfindlicher ist für Beläge.

    Seitdem gibt's bei uns auch nur noch ganz dünne Hautstreifen oder Kauartikel explizit für kleinere Hunde :frowning_face:

    Würde auch Koch oder Bumer (mit schmaler Polsterung) versuchen.

    Koch war toll bei meinem ersten Hund, hab die Geschirre erst entdeckt als er schon Senior war.
    Da meistens im Freilauf oder an lockerer Leine, sind die auch nicht wesentlich verrutscht.
    Aber bei meiner jetzigen Hündin rutschen die Koch Geschirre leider sehr, da passt Bumer ganz gut.

    Ich habe in den letzten Tagen mehrfach mit einer Freundin telefoniert, die einen Shar Pei hat. Natürlich aus einer Vermehrerzucht, sie ist aber aber total angelogen worden, und "mit Blick auf die Gentests sind Shar Pei komplett vertretbar, wenn sie negativ getestet sind (ihrer ist es nicht, natürlich nicht, weil eben "ungeplant" aus Vermehrerzucht).

    Im Rahmen der Unterhaltungen (die unter anderem darum gehen, wie schwer der Nierenschaden bei ihrem fünfjährigen Hund bereits ist, und ob man sich irgendwann doch für eine Euthanasie entscheiden muß) erzählt sie mir komplett begeistert, dass eine befreundete Züchterin durch Kreuzungen die Rasse total verbessert hat, die Züchterin hätte da jetzt einen Versuch gestartet, und total toll, die Welpen, die aus der Zucht fallen, wären alle ohne Gendefekt. Was hat sie eingekreuzt? Französische Bulldogge. Warum? "Ja, der ist total fit und gesund, und den Rüden hatte sie halt gerade da". Aha. Ich habe noch versucht, darauf einzugehen, dass Französische Bulldoggen reichlich eigene Probleme haben (aber die Welpen sind auch komplett freiatmend!!), als dass man sie für die Verbesserung einer Rasse einsetzen sollte....

    Das ist gelinde gesagt 'abenteuerlich'

    Also wenn ich es richtig verstanden habe, dass Shar Pei und Frenchie gekreuzt werden sollen.
    Da kann eigentlich kaum ein gesunder Hund bei herauskommen.

    Mich erinnert das ein wenig an einen üblen Vermehrer (ich hoffe den gibt's nicht mehr, ist schon etwas her)
    der auf Fließband Shiba x Mops Mixe produziert hat. Verkauft als '1/4 Shibas'
    Und in der Shiba Gruppe wurde man dann gefragt ob die Hunde 'so bleiben', wenn sie halt im Endeffekt
    kaum nach Shibas aussahen. Am schlimmsten fand ich den oft geerbten Unterbiss.
    Verstehe nicht warum man sowas kreuzen muss.

    Ich denke auch, solange die Hunde so gehypt werden, weil sie In sind und so wahnsinnig cute, ist einfach die öffentliche Wahrnehmung falsch. Es ist nicht offensichtlich genug, daß da ein Problem liegt.

    Wenn Menschen Hunden den Schwanz abschneiden, dann ist klar, das ist böse und gehört sofort verboten.

    Wenn sog Kampfhunde medial dargestellt werden, als ob sie sofort jedes Kind der Nachbarschaft zerlegen, sobald die Haustür aufgeht ist klar, Auflagen und am besten sofort alle euthanasieren.

    Aber wo gibt es denn die Artikel in der Bild, wo seitenlang über die Qual der QZ Hunde berichtet wird? Gibt es so plakativ einfach nicht. Weil sie hip sind.

    Ich kann einen noch so gut erzogenen Dobermann an der Leine haben und werde dennoch mehr Ablehnung erfahren, als ein Mensch mit röchelndem Mops.


    Naja das Thema Kampfhunde/Listenhunde ist für mich ein völlig anderes.
    Da gehen die Medien halt steil wenn es wieder einen Vorfall gab.

    Und wenn Jemand einem Dobermann, Schäferhund, Staff u.ä ausweicht, dann ja eher aus Angst oder Respekt.
    Aber was hat Jemand vor einem röchelndem Mops zu befürchten?
    Das ist dann (böse gesagt) nicht meine Tierarztrechnung.
    Und warum sollte ich den Haltern Ablehnung entgegen bringen, ich weiß doch nicht ob der Hund
    vielleicht aus dem Tierschutz ist.

    Ich fände es ansonsten auch gut wenn man aufhört mit Qualzucht zu werben.
    Das fängt schon mit Hundeprodukten/Hundefutter an, wo diese Hunde abgebildet werden.

    Ich erwische mich ja selbst, dass meine Augen glitzern wenn mal irgendwo ein Shiba drauf ist.
    Aber gut find ich's eigentlich nicht.

    Es hat sicher auch viel mit den Bedürfnissen des Individuums zutun.
    Meine Hündin hätte schlicht und ergreifend auch 'kein Bock' jeden Tag 10km Strecke zu machen, dass Bedürfnis hat sie
    vielleicht 2-3 mal pro Woche das sie sehr viel laufen möchte.
    Es gibt auch Tage da möchte sie nur hier in den Park ihre 'Spots' erkunden und ist zufrieden. Die streikt sonst auch.
    Einmal in den Bach, einmal Kaninchen Fährte erschnüffeln, Hundekumpels begrüßen...da machen wir nicht viel Strecke.

    Und dann gibt's natürlich auch Hunde die einem die Einrichtung zerlegen, wenn sie nicht ihre 10km laufen
    können, weil sie vor Energie sprudeln.

    Mir gings hinsichtlich des Wanderthemas auch nicht darum ob ein Hund das 'muss' oder 'braucht', sondern
    um auf Qualzuchten zurück zu kommen, ob er es 'könnte'. Und das ohne das dabei Leid für ihn entsteht.

    Wenn es sich bei der angeblich kontrollierten Zucht von karikaturhaft übertypisierten, übergroßen und überschweren Hundemonstern, die sich für jedes Aufstehen aus dem Liegen oder Sitzen erst mal einen guten Plan zurecht legen müssen, nicht um Qualzucht reinsten Wassers handeln soll, verstehe ich als Tierarzt die Welt nicht mehr.

    (Quelle: ralph-rueckert.de, aus dem erwähnten Artikel)

    Ist schon länger her das ich den Artikel gelesen hatte, aber er hat es wohl treffend formuliert