Ich glaube, das hat wenig mit Bescheidenheit des einzelnen Trainers zu tun, sondern viel mehr mit einer kaum vorhandenen Feedbackkultur. Trainer bekommen viel Dankbarkeit, wenn etwas funktioniert. Wenn es nicht passt, gehen die Kunden zu einem anderen Trainer und erzählen dann dort, wie unzufrieden sie vorher waren. Wenn sich das dann so fortsetzt, kommt bei jedem immer nur positives Feedback an. Das fördert schnell eine Überlegenheitsillusion und eine erhöhte Empfindlichkeit gg. Kritik, wenn sie dann doch mal kommt.
Wobei das auch nicht nur die "Schuld" der Trainer ist - es sind ja genau so die Kunden. Ich habe z.B. nicht verstanden, warum manche am Ende von HS-Kursen noch mal Trainer beschenken. Klar, es ist nett und in besonderen Fällen auch sicherlich legitim. Aber dass jemand nach 8 Stunden Leinenführigkeitskurs mit einem Geschenkkorb ankommt, weil der Kurs so toll war, hat mir nachhaltig irritiert.
Das kann bei Einigen durchaus der Fall sein.
Ich selbst habe aber auch online bemerkt, dass Hundetrainer einen gerne mal sofort blocken oder
ihre 'Fans' los schicken, wenn man etwas kritisiert/hinterfragt.
Das ist wohl ein neues Phänomen, denn das war früher ja gar nicht möglich (also vor FB, Insta und Co.)
Ich weiß auch von einigen Hundetrainern/Hundeschulen, dass sie negative Bewertungen (Feedback) löschen
oder (über Anwälte) löschen lassen.
Das sind dann meist jene, die auch bei 1000+ Bewertungen immer nur 5 Sterne haben.
Ebenso gab es mal einen Beitrag zu einer Hundetrainerin im TV wo Leute ihre negativen Erfahrungen
kommentiert haben. Diese Kommentare verschwanden nach einiger Zeit.
Kritik unerwünscht.