Also zuerst mal: ich fühle total mit Dir.
Als Hundeanfänger ist es total schwierig, den richtigen Ansatz für sich und den Hund zu finden. Denn nicht jeder Tipp funktioniert bei jedem Hund gleich gut. Dazu kommt, dass Hunde viel, viel über Körpersprache machen, nicht nur mit anderen Hunden, sondern auch mit seinem Menschen. Und das muss man für sich auch erstmal lernen. Denn man kommt ganz schnell in diese Spirale: man selber ist total unsicher und nervös, wenn andere Hunde kommen, erwartet aber von dem eigenen Hund, dass er gelassen bleibt. Glaub mir, das hab ich auch durch. Ich schätze viele am Anfang ihres Hundelebens. Und ich weiß auch darum, wie schwer es ist, selber wieder aus diesem Kreislauf raus zu kommen. Bleib ruhig ist da schnell gesagt, aber gar nicht so leicht umzusetzen.
Ich bin nun wirklich nicht die kompetenteste Person um Ratschläge zu geben. Aber was mir als erstes auffällt:
Dein Junghund wacht morgens auf, ausgeruht, ausgeschlafen und "Hallo Welt"! ...und soll dann ruhig und entspannt mit Dir einen km zur Arbeit gehen und da weiter pennen. Das wäre das allererste was ich ändern würde. Früher aufstehen, mit ihm eine Runde laufen, wo er an Schleppleine etwas toben kann, Power rauslassen kann, dann nach Hause, füttern und DANN den km zur Arbeit gehen.
Und nicht auf Hundewiesen gehen. Das war eins der ersten Sachen, die ich gelernt habe, da lernen die einfach zu viel Mist. Und das ist noch das geringste Problem, was man da haben kann. MMn.
Ach und nichts drauf geben, was andere Denken. Ja dann flippt Dein Hund halt aus, wenn er einen anderen sieht. Du weißt, Ihr könnt das grade noch nicht anders leisten, aber ihr arbeitet dran. Auch wenn das nicht schön aussieht und oft grade keinen Lerneffekt hat. Manchmal muss man einfach sagen: Augen zu und durch. Man muss sich auch mal eingestehen, dass dieser eine Moment grade nicht dafür taugt eine Lernsituation draus zu machen. Weil der Hund das einfach grade nicht bewältigen kann, wenn er dann schon losgelegt hat und rumflippt. Dann einfach Leine fest fassen und entschieden schnell dran vorbei laufen. Und dann diese eine blöde Hundebegegnung geistig abschließen und nicht ewig überlegen, was hätte sein können/ich besser machen können/worauf hätte ich besser achten müssen etc. pp. sondern sich sagen: beim nächsten Mal klappt das besser, dann sehe ich den anderen früher, kann früher gegensteuern und mein Hund hat die Möglichkeit was draus zu lernen.
Und auf jeden Fall würde ich einen Trainer dazunehmen. Der gibt einfach unfassbar viele Tipps, die man selber nicht im Kopf hat, die aber manchmal auch Gamechanger sein können.