Beiträge von Nyriah

    Ja, aber es ist nicht immer so einfach die Erwartungen mit der Realität in Einklang zu bringen. Ich kenne das selber auch. Es dauert bis man akzeptiert, dass nicht alles mit jedem Hund immer gleich ideal läuft. Oder das manches mit diesem Hund halt vielleicht nie so läuft, wie man erhofft.

    Umso wichtiger finde ich es, dass man, vor allem in der Pubertät, gewisse Grenzen akzeptiert und sich einfach mal sagt: okay, dass ist noch zu viel grade, ich gönne dem Hund lieber eine Auszeit.

    Denn Frust bei beiden ist immer kontraproduktiv.

    Ihr werdet das schon schaffen, nur vielleicht einfach heute noch nicht 😉

    Also ich hab auch eine Kamera, hatte ich am Anfang gekauft um zu wissen, ob er ruhig ist, wenn wir weg sind.

    Ist er, daher guck ich da nur selten drauf.

    Ich hab keinen Plan wie oft er den schlafplatz oder die Position wechselt, wenn wir nicht da sind oder aber nachts. Wenn wir weg sind, dann sind wir halt weg, da gucke ich nicht ständig auf die Kamera, weil ich ja weiß, er ist ruhig. Und nachts, ja nu, da schlaf ich selbst 😂

    Tagsüber, wenn ich im homeoffice bin, wechselt er hin und wieder die Plätze. Hab das aber auch noch nie bewusst nachgehalten, wie oft genau.

    Ich finde es auch dem Kind gegenüber einfach fairer, wenn bei solchen Ausflüge, die du ja für das Kind machst und nicht für den Hund, dann auch wirklich das Kind im Mittelpunkt steht und nicht der Hund ständig dazwischenfunkt. Zeit ganz bewusst für dein Kind nehmen ist schon auch wichtig, meiner Meinung nach.

    Und wenn dann der Mehrwert für den Hund eh nicht gegeben ist, dann würde ich ihn auch besser zu Hause lassen, wenn das möglich ist.

    Von uns auch mal ein update.

    Es klappt... besser. Noch nicht wirklich gut, aber es sind doch Fortschritte zu sehen.

    Was gut ist: er kann in Summe (Anzahl Hunde) deutlich gelassener auf Hunde reagieren.

    Schlecht ist, dass die restlichen jetzt weniger gut einzuordnen sind. Waren es lange Zeit nur dominante unkastrierte Rüden, reagiert er jetzt auch schonmal auf Hündinnen. Wobei es mir da eher aus Unsicherheit heraus scheint. Bei den Rüden war es ja schlicht Rüdenunverträglichkeit, wenn ihn da wer fixiert hat, dann fand er das schlicht empörend.

    Bei den Hündinnen kann ich das noch nicht immer so richtig einordnen. Was er nicht so kann, sind sehr langhaarige Rassen, Briard und Co. Und mein Sennenhundmix ist Rassist, GSS oder Berner findet er durch die Reihe Mist, total egal ob Männlein oder Weiblein. Appenzeller sind okay. Fragt nicht... ich weiß es auch nicht.

    Er flippt auch insgesamt nicht mehr so extrem aus. Eher so ein kurzes nach vorn gehen mit "bleib mir ja weg" Gebelle.

    Aber mir geht es auch etwas wie Wonder2009 , ich bin selber gelassener geworden. Wenn es jetzt passiert, ja nu, dann Augen zu und durch. Und ich mach mir nicht mehr so den Kopf, was der Gegenüber denken könnte.

    Und ich bin auch schneller geworden, wenn ich früh genug den Gegenüber sehe und weiß, das könnte knallen, dann mach ich größere Bögen, soweit es geht. Das hilft meist.

    Okay, und dann kommt mal eine 100 Jahre alte Labbihündin daher, die sich hinlegt, weil sie kaum noch laufen kann, mit Hintern zu uns, und Hund flippt aus... ja da weiß ich dann auch nicht, was in seinem Kopf vorgeht. Denke das konnte er nicht richtig einsortieren, aber was weiß ich. Aber auch da, Aufstehen, Krönchen richten und weiter.

    Thema fixieren, macht er auch gern, da hab ich auch noch nicht den richtigen Knopf gefunden, wie ich das unterbinde. Bisher geht das nur körpersprachlich, indem ich ihn schlicht umlenke. Da ich selber weiß, wie provozierend das ist und wie mein eigener Hund da bei anderen drauf reagiert, bin ich da aber sehr konsequent, das geht für mich gar nicht.

    Oh und gut ist: wir wohnen eher ländlich, die Hundedichte ist hier nicht so extrem, wie in der Stadt. Dadurch knallt es so richtig eigentlich nur recht selten. Einfach, weil man den Erzfeinden und co. seltener begegnet :woozy_face:

    Bei lauten Geräuschen bekommt er Angst, ist fremden gegenüber sehr Misstrauisch.

    Das fiel mir grade so auf, dazu eine kleine Bemerkung. Es könnte sein, dass mit dem Chip, durch die fehlenden Hormone, diese Ängstlichkeit noch schlimmer wird.

    Und so früh kastrierte Hunde sind meist aus dem Tierschutz. Da ist es einfach durch die Masse an Hunden, die aufeinander hocken, einfach nicht anders möglich. Auch wenn ich da manches schon krass früh finde. Aber man hat ja dann auch keinen Vergleich, wie es ohne wäre.

    Zu frühe Kastration unterbricht halt die hormonelle Entwicklung und kann dazu führen, dass der Hund geistig nie richtig erwachsen wird.

    Das ist immer alles ein könnte und eventuell, man weiß es halt vorher nicht.

    Ich bin keine generelle Kastrationsgegnerin und weiß wie anstrengend und frustrierend manches Verhalten sein kann, was andere vielleicht als pillepalle empfinden, weil sie erzieherisch, durch Erfahrung, viel besser eingreifen können. So ein hingelatztes: ja dann verbiete es ihm doch einfach, ist als Anfänger halt eben nicht immer so einfach und kann schon sehr nervenaufreibend sein.

    Aber, und das sag ich mir immer, vieles ist eher für mich als Besitzer nervenaufreibend und anstrengend, als für den Hund mit echtem Leidensdruck verbunden.

    Also unser Rüde hat direkt in den beiden angrenzenden Gärten jeweils einen Rüden. Alle drei unkastriert. Die haben null Probleme miteinander.

    Was bei Bucky schon was heißt, den der ist durchaus anderen Rüden gegenüber knackig.

    Aber er kennt sie von Welpe an, also er Welpe, die beiden anderen waren schon vorher da.

    Soll heißen, kann auch total entspannt sein. Kann man überall Glück und Pech haben.

    Also ob der Chip in Deinem speziellen Fall nun generell sinnvoll ist oder nicht, das kann ich nicht wirklich sagen.

    Erzieherisch gegensteuern ist nicht immer so leicht, wie es sich bei vielen hier liest. Aber ist man ehrlich zu sich, dann ist vieles (z.B. Pipilecken) eher für einen selbst nervig, als für den Hund stressig.

    Aber was ich Dir zu bedenken geben möchte:

    Bucky wurde mit 2,5 Jahren gechipt. Die ersten 6 Wochen unter dem Chip waren Vollkatastrophe, totales Hormonchaos. Dann hat der Chip deutlich kürzer gehalten, als er sollte. Und danach hat es nochmal etliche Wochen gedauert, bis nach dem Auslaufen des Chips die Hormone wieder im Normalbereich waren. Ich persönlich würde ihm und mir den Stress nicht nochmal antun.

    Die Zeit der Entspannung durch den Chip war viel zu kurz um das Chaos vorher und nachher durch die Hormonumstellung zu rechtfertigen.

    Wenn der Hund totalen Stress hat, sich das in Fressverweigerung, Unruhe im Haus etc. äußert, dann ja, dann würde ich es probieren und wenn es positiv verläuft, dann noch unter dem Chip kastrieren.

    Aber nein, meine Hunde gehen definitiv nicht nur auf Befehl jagen. Im Gegenteil, jagen gehen die von ganz alleine. Es ist mein Befehl (und die Leine) die sie hoffentlich davon abhalten, wenn es nicht angebracht ist.

    Ja eben, genau das mein ich ja. Dein Befehl, der sie davon abhält.

    Ich ging halt davon aus, dass die Hunde, im Prinzip wie Otto Normal Hunde, bestmöglich vom unkontrollierten Jagen abgehalten werden. Und dass das, durch die jagdliche Ausbildung und das kontrollierte Jagen können, eben auch gut gelingt.

    Ist es einem als Jäger egal, wenn die Hunde durchstarten und nicht mehr auf einen reagieren, weil, die wissen ja was sie tun, dann ist es für die Wildtiere ja weniger schlimm als bei einem stümperhaften Haushund und ist ja mein Revier?

    Mir geht es gar nicht drum, ob der eine es nun mehr darf als der andere, nur weil er im seinem eigenen Revier ist.

    Sondern darum, dass ich, scheinbar sehr naiv, davon ausgegangen bin, dass jagdlich geführte Hunde so gut erzogen und trainiert sind, dass sie nicht durchbrennen und jagen und hetzen.

    Ich mein, dass wir Otto-Normalos unsere Hunde vom jagen abhalten hat doch in erster Linie den Grund, dass die Wildtiere nicht gehetzt oder gar getötet werden.

    Und als Hund von Jäger ist einem das egal, weil, sind ja meine Wildtiere, da soll der Hund ruhig mal beherzt zubeissen?

    Für mich ist der Job des Jägers der, dass er im Bezug auf die Wildtiere deren Bestand kontrolliert und ggfl. gezielt reduziert. Und dafür den Hund als Hilfe hat.

    Und nicht, dass sein Hund machen kann was er will, nur weil es "sein" Wald ist.

    Ich bin einfach ob des fehlenden Gehorsams erstaunt und dass das scheinbar als so normal gesehen wird.

    Ernsthaft? Dachte das wäre ein schlechter Scherz.

    Ich dachte immer, Jagdhunde würden perfekt im Gehorsam stehen.

    Und warum machen wir Normalos dann so ein Bohei drum und stehen kurz vor dem Herzinfarkt, wenn uns der Hund mal trotz allem fleißígen Antijagdtraining flöten geht??

    Ich bin grade ernsthaft erschüttert :lachtot: