Beiträge von Limetti

    Aber genau dieses Leid der unerwarteten Beschlagnahmung könnte halt schon Stand jetzt Bullyhalter in Bremen und praktisch betrachtet auch in Bayern treffen,

    in Bayern dürfte es den Halter eines xl-Bullys aber nicht überraschen, es ist also nicht: Heute erlaubt, morgen plötzlich verboten. Der XL Bully ist in Bayern nicht erlaubt.

    § 1 - Bürgerservice

    (1) Bei den folgenden Rassen und Gruppen von Hunden sowie deren Kreuzungen untereinander oder mit anderen Hunden wird die Eigenschaft als Kampfhunde stets vermutet:

    Pit–Bull

    Bandog

    American Staffordshire Terrier

    Staffordshire Bullterrier

    Tosa–Inu.

    Wer aktuell also in Bayern einen American Bully hält im Glauben, dass er da eine „erlaubte Rasse“ hat - steht ja nicht auf der Liste - hat trotzdem das Risiko, dass ihm der Hund entzogen wird wegen vermutlich beteiligter Ausgangsrassen oder Phänotyp.

    Auch das kann man in Erfahrung bringen, BEVOR man sich eine Rasse/Mix anschafft. Denn vor der Anschaffung eines Hundes sollte man sich informieren und dann weiß man, daß in Bayern bei Mixen nach Phänotyp entschieden wird. Wer sich nicht informiert - ist selbst schuld.

    Du wohnst ja in Bayern. Da ist die Rechtslage bereits so, dass auch ein völlig unauffälliger American Bully jederzeit beschlagnahmt und eingezogen werden kann und die Vermittlung innerhalb Bayerns nicht mehr möglich ist.

    Es ist ein Unterschied, ob ein Hund eingezogen wird, der entgegen aktuell bestehender Gesetze trotzdem angeschafft wird - und dann eben eingezogen wird, oder ob Hunderassen bis zu einem Zeitpunkt erlaubt waren und dann plötzlich nicht mehr und DANN eingezogen werden, so wie es damals eben der Fall war. Und genau das finde ich entsetzlich.

    Im ersten Fall sind es die Besitzer selbst, die bewußt das Leid für ihren Hund in Kauf nehmen, weil sie sich bewußt für eine Rasse/Mix entscheiden, für die sie keine Halteerlaubnis bekommen werden. Und das, Phonhaus , ist ein gewaltiger Unterschied.

    Natürlich kann man wieder über die Listen diskutieren und ob es prinzipiell fair ist, daß nicht jeder seine Traumrasse halten kann, egal wie unfähig und egal, welches Potential der Hund mitbringt, und man bei manchen Rassen eben Auflagen hat oder es unmöglich ist, sie zu halten, aber wer sich in Bayern einen Amstaff besorgt, legal kann das gar nicht passieren, der ist selbst schuld, wenn der Hund beschlagnahmt wird.

    Ja, ich finde es einfach in keinster Weise unterstützenswert, daß der Staat plötzlich entscheiden kann, diese Mischung/Rasse ist zu gefährlich, wir ziehen nun alle ein, verwahren sie oder bringen sie um. Und dann seh ich mir Chilly an (denn so eine Staatsmacht endet ja nicht automatisch bei dem "gewünschten" Ziel), stelle mir vor, daß die Polizei meine Türe aufbricht, meinen Hund mitnimmt und ich bin machtlos. So etwas kann man doch nicht unterstützen.

    Wozu ist das relevant in Bezug auf den XXL-Bully?

    Die Todesfälle durch Hunde in GB wurden zu einem sehr großen Teil von diesen XXL-Bullies verursacht.

    Ob dies nun durch eine genetische Fehlprogrammierung bedingt ist, oder ob die Genetik hergibt "besonders leicht aus der Bahn geworfen werden zu können" - unterm Strich bleibt das Resultat doch gleich: Tote Menschen, deutlich mehr als in den Jahren zuvor, wo der XXL-Bully noch nicht präsent war.

    Naja, unterstützt man den Tod von allen Hunden einer Rasse/Mischung, die in der Gesamtheit evtl gefährlicher ist, aber nicht das einzelne Individuum, öffnet man die Türe zum Tod letztendlich sehr vieler Hunde und weiterer Rassen/Mixe, denn wo zieht man denn die Grenze? Warum ist das da plötzlich so ok, Lebewesen auszulöschen?

    Ich hab noch die Zeit erlebt, als der Golden Retriever extrem boomte, aus den Massenzuchtsanstalten kam und mit "idiopathischer Aggression" aus dem Blauen heraus Menschen angriff. Das war damals schon ein größeres Thema. Wäre dann in der heutigen hitzigen "tötet sie alle" Stimmung vielleicht gleich mal als nächstes dran.

    Aber ich merke, meinen Gedankengang versteht grad kaum einer.